Wrehemo
Seelenquell ist der Hüter eines großen Schatzes.
Mächtige Waffen warten unter seinen wachsamen Augen darauf,
daß die Ritter kommen, um von ihnen Gebrauch zu machen.
Jahrhunderte verbringt der Seelenquell allein, nur von dem Traum
beseelt, eines Tages vor einem Ritter zu stehen, der ihm für
seine treue Arbeit dankt.
Eines Tages jedoch merkt er, daß er sich bald nach
einem Nachfolger umsehen muß, denn langsam, aber sicher, wird
er alt.
Mit einem Kurierschiff reist er dem wandernden Clan der
Seelenquell hinterher und findet hier schließlich den jungen
Techniker Morkhero, den er als Schüler aufnimmt.
"Daheim" bringt der junge Seelenquell das Leben des
Alten ganz schön durcheinander. Neugierig durchstöbert er
die Schätze und würde gerne das eine oder andere
ausprobieren, was Wrehemo ihm jedoch strikt verbietet. In einer
Angelegenheit kann Morkhero sich jedoch durchsetzen. Immer wieder
tauchen kleine Schädlinge auf, deren Spur sich in einem altem
Hologramm verliert, das Morkhero kurzerhand abschaltet. Dahinter
taucht eine offene Tür auf, durch die die beiden Seelenquell
schreiten. Dahinter finden sie die kosmischen Arbeiter der Caranesen.
Diese teilen den beiden mit, daß ihr "Schatz" schon vor
über tausend Jahren geschlossen wurde und kein Ritter jemals
kommen wird, um Wrehemo für seine Arbeit zu danken.
Nun ist der alte Seelenquell aufs tiefste
erschüttert. Gemeinsam zieht er sich mit Morkhero zurück
und flieht mit seinen Raumschiff von dem Planeten.
Zunächst reisen beide gemeinsam, doch bald stellt
sich heraus, daß Morkhero gerne weiter hinaus möchte als
Wrehemo. Und der junge Seelenquell hat keine Hemmungen, seinen
Ziehvater kurzerhand auf einem Planeten zurückzulassen und dann
über die Grenzen der Galaxis Dommrath zu verschwinden.
Wrehemo bleibt mit einigen technischen Wunderdingen und
einer gehörigen Portion Wut im Bauch zurück.
Seine mächtigsten Waffen sind der
Sepzon-Gürtel und die Wippe Ruhar - eine Art Materietransmitter
- und die kleine Ausgabe der Heliotischen Bollwerke. Mit Hilfe dieser
Gegenstände gelingt es ihm schließlich, den Aufenthaltsort
von Morkhero ausfindig zu machen. Leider kann er ihn aber nicht
zurückbringen, und so entschließt er sich, selbst in die
fremde Galaxis zu reisen und dort Jagd auf den Abtrünnigen zu
machen. Sein Zielpunkt ist eine Art Leuchtfeuer, das er
benötigt, um einen einigermaßen genauen Landungspunkt zu
haben. Es scheint, daß es dort eine Gruppe von psionisch
begabten Lebewesen gibt, die es der Wippe ermöglichen, sie
anzupeilen. Dieser Vorgang dauert eine Weile, doch schließlich
gelingt ihm der Transfer, und auf einmal steht er in der Mitte von
Para-City auf dem Planeten Erde - inmitten der
Monochrom-Mutanten.
Na also, es gibt doch noch kosmische Dinge in der Perry
Rhodan-Serie, die man begreifen kann. Sehr schön!
Es sieht so aus, als ob hier einmal wieder die guten
alten Ritter der Tiefe in der Serie einen kurzen Auftritt
hätten, auch wenn sie (noch) nicht in Erscheinung treten. Wem
sonst kann wohl der technologische Speicher zur Verfügung
stehen? Glaubt man jetzt noch den Ankündigungen der kommenden
Bände, dann dürfte man auch noch ein ganze Menge aus dem
Lande zu hören bekommen, und vielleicht gibt's da ja auch noch
den einen oder anderen Ritter - auch wenn ich glaubte, daß die
mittlerweile alle ausgestorben oder ausgetreten seien. Man darf also
gespannt sein.
Auf der anderen Seite hat sich die Sache um die Herkunft
Morkheros ganz anders aufgelöst, als sich die meisten das
vorgestellt haben dürften. Das mag hauptsächlich daran
liegen, daß Morkhero bisher eher als Kleinkind denn als
ausgebildetes Individuum dargestellt wurde. Vielleicht ein kleiner
Unfall auf der großen Reise?
Generell muß ich aber sagen, daß mir diese
Entwicklung der Ereignisse recht gut gefällt. Gerade in Dommrath
dürfte hier noch eine Menge Potential liegen.
Aber auch in der Milchstraße scheint ja bald
mächtig der Seelenquell zu steppen. Die Mutanten bekommen Hilfe,
um gegen Morkhero vorzugehen, und Wrehemo dürfte sich die Macht
der Mutanten auch kaum entgehen lassen. Die Frage ist, wer hier wem
hilft, bzw. wer hier wen benutzt. Das dürfte sich als noch sehr
spannend erweisen.
Aber soviel Positives hieraus noch erwachsen kann, so
viel gibt es auch zu bemängeln. Zwar herrscht im Roman an sich
eine recht gute Stimmung, und doch haben wir hier eine Situation, wie
sie wohl schon zum 1000. Mal in der Serie vorgekommen ist: Ein
Wächter der großen kosmischem Mächte wird vergessen,
bzw. man kümmert sich einfach nicht mehr um ihn. Also macht der
sich irgendwann selbständig, und die Atmosphäre, die hier
vorliegt, war auch schon zum 1000.Mal da.
Alles in allem gut geschrieben und dargestellt; es ist
auch schwierig, immer wieder etwas Neues zu machen, aber das macht
das dann auch nicht interessanter.
Also beschränken sich die wirklich interessanten
Dinge auf die Schilderungen der Seelenquell und die Suche nach dem
Nachfolger von Wrehemo. Hier allerdings kann Robert Feldhoff eine
wirklich gute Ebene einlegen. Sowohl die eigentliche Suche als auch
die Verzweiflung des alleingelassenen Seelenquell läßt
sich gut lesen und nachvollziehen. Also eine gute Vorbereitung auf
die Kämpfe der beiden Seelenquell in der Milchstraße.
Eine ziemliche Überraschung bekommt man nach der
Lektüre, wenn man sich einmal in Erinnerung ruft, welche Nummer
der Roman trägt - wie ein Abschluß klingt das nämlich
gar nicht. Eigentlich liest sich das eher wie ein Auftaktroman
für einen Zyklus. Das ist doch etwas seltsam - da kann man nur
abwarten, was die Zukunft so alles bringen wird.
Fazit:
Ein Roman mit Höhen und Tiefen und einem ziemlichen
Versprechen in die Zukunft.
10 Punkte
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"Morkheros Galaxis" - wer hinter diesem Titel die
Übernahme der Milchstraße durch einen gewissen
Seelenquell vermutet hat (u.a. gehört der Rezensent zu
dieser Gruppe), wird sicherlich überrascht sein. Denn
mit Band 2049 liegt einer der sicherlich
ungewöhnlichsten "Teilzyklus-Abschlußbände"
der gesamten Serie vor. |
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So kann man sich täuschen. Nachdem Morkhero
Seelenquell scheinbar(!!!) in PR 2043 auf Terra aufgetaucht
war, konnte man erwarten, daß er in den Bänden
2048/49 die Milchstraße unter seine Kontrolle bringen
würde. Die "Vorarbeiten" zur Übernahme Arkons und
der Eastside waren bereits abgeschlossen. Aber damit wird es
nun nichts. Das grandiose Ende der ersten 50 Hefte nach 2000
ist ausgeblieben. Doch die Enttäuschung hält sich
deutlich in Grenzen. Denn mit den Bänden 2048 und 2049
dreht die Redaktion nach langer Zeit wieder einmal richtig
auf. |