Professor Zamorra

Band 691: "Schwester der Nacht"

Während Nicole Duval einen ihrer üblichen Einkaufsbummel macht - in diesem Fall auf der Rue du Faubourg-St.Honoré - schlendert Zamorra die Straße entlang. Einem Clochard will er etwas Kleingeld geben, als sein Blick auf das Datum der Zeitung fällt, die dem Bettler als Socken dient: 11. März 1853.
   Noch bevor Zamorra reagieren kann, findet er sich in einer Art Zwischenwelt wieder, in der Geister ihn darüber informieren, daß eine Vampirin im Jahre 1869 den Kaiser vom Thron jagen will, um einen der ihren über Frankreich herrschen zu lassen.
   Zamorra hatte dieses Problem bereits in der Vergangenheit gelöst, in dem er eine Reise in das Jahre 1869 unternommen hatte. Die Zeit zum Aufbruch sei jetzt gekommen.
   Mit Hilfe von Merlins Zeitringen springen Nicole und Zamorra in die Vergangenheit, wo sie auf dem Friedhof Père-Lachaise gleich von zwei Vampiren attackiert werden, die erst vor kurzem von der Schwester der Nacht, Vivien Lafayette, getötet und zu ihresgleichen gemacht wurden. Natürlich machen die beiden Dämonenjäger kurzen Prozeß mit den Vampiren, werden dabei jedoch von einer Riesenfledermaus beobachtet - Eliphas, einem Diener der Lafayette.
   Die macht derweil Capitaine Georges Bourdelle zu einem Vampir. Der Capitaine ist Mitglied der französischen Kaisergarde von Napoleon III, ein Mann, den sie als Verbündeten braucht.
   Nicole Duval landet am nächsten Abend bei ihm, in ihrer Gefolgschaft zwei Apachen, die "Freunde" der beiden getöteten Vampire auf dem Friedhof waren und ebenso wie diese aus dem zwielichtigem Milieu von Paris stammen.
   Von Zamorra wurden sie im Laufe des Tages getrennt, da Lafayette ihre Beziehungen zur Polizei hat spielen lassen, um den Gegnern aus der Zukunft entgegenzutreten. Beziehungsweise um das Problem zu beseitigen, bevor es eines für sie werden könnte. Für sie und den Vampirdämon, der in einer düsteren Höhle auf einem Thron sitzt und mit ihr an die Macht will.
   Die Geister, denen Zamorra im Zwischenreich begegnet war, helfen ihm, aus der Zelle zu entkommen, indem sie einem Wächter solange zusetzen, bis dieser Zamorra freiläßt.
   Weit kommt der Dämonenjäger jedoch nicht. Vampire stellen sich ihnen in den Weg und kurze Zeit später findet sich Zamorra vor dem Thron des Vampirdämons wieder, auf dessen Befehl er mit Eliphas kämpfen soll. Der Kampf sieht so aus, daß die Fledermaus recht schnell die Flucht antritt und Zamorra sie nur in seine Einzelteile auflösen kann, weil er sie verfolgt.
   Währenddessen hat es Nicole mit einer Vampir-Armee zu tun bekommen. Unterstützung erhält sie überraschenderweise vom Marinecorps der Vereinigten Staaten. Zumindest von der Vorhut. Von einem Mann: Lieutnant Chuck Sabinsky von der SAVE-Einheit, Camp Lejeune, North Carolina. Wobei "Save" für "Special Anti Vampire Emergency" steht. Der Gute bildet eine Hälfte einer aus zwei Personen bestehenden Einheit aus dem Jahre 2315, die auf ihrem ersten Einsatz sind.
   Die andere Hälfte ist beim Wechsel in die Vergangenheit ein bißchen stecken geblieben; mit ihrer Ankunft sei aber bald zu rechnen.
   Und sie ist es auch, die unter den Vampiren kurze Zeit später wirklich aufräumt, als sie aus Tanks ihres Fluggeräts Weihwasser auf die Vampire niederregnen läßt, was deren Ende zur Folge hat.
   Und auch Vivian Lafayette wird getötet, als Zamorra Merlins Stern wieder zu sich ruft und einsetzt, dessen Kraft für kurze Zeit Nicole genutzt hatte.
   Jetzt erfährt Zamorra, daß es eigentlich eine Falle der Geister war; Zamorra sollte im Jahre 1869 sterben, weil sie ihn hassen.
  
   Ui.
   Auf den ersten Blick ziemlich viel Kuddelmuddel.
   Einen "Hilferuf" von Geistern, woraufhin Zamorra und Nicole aufbrechen, um das Problem zu lösen, hatten wir zumindest schon sehr lange nicht mehr. Zwei Dämonen, die ihre Intrigen spinnen, sind nichts Neues. Ein Sondereinsatzkommando, das noch weiter aus der Zukunft kommt, um den beiden zu helfen, war dann aber mal was Neues.
   Gespickt mit bissigem Humor - besser dosiert und somit mehr über den Roman verteilt wäre vorteilhafter gewesen - ergibt dies einen unterhaltsamen Vampir-Roman. Der Vampirdämon blieb dabei zwar ein wenig auf der Strecke (im übertragenen Sinn, Opfer von Merlins Stern wurde er nicht - oder doch?!), aber Spaß gemacht hat's schon beim Lesen. (* Beim Titel dachte ich allerdings eher an Krankenhauspersonal, z. B. eine Nachtschwester...! ;-) Heike)
   Befriedigend

Guido Latz

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