1100, Jerusalem
Tempelritter stürmen die Kultstätte einer Sekte. Jacques de
Troyes gelingt es, das Baby, das geopfert werden sollte, zu retten.
Die Sektenangehörigen werden niedergemetzelt. Troyes
übergibt das Kind an Gottfried von Bouillon; wozu es jedoch
dienen soll, bleibt erstmal ein Geheimnis.
Gegenwart: Jack hat Nachforschungen über seine Familie
angestellt. De Troyes war einer seiner Vorfahren. Und ein
Tempelritter.
Vergangenheit: Die dunkle Bruderschaft ist von den Tempelrittern
nicht vollständig zerschlagen worden. Die Ritter vermuten,
daß im Tempelberg etwas existiert, das die Bruderschaft
unbedingt in ihren Händen haben will. De Troyes wird zusammen
mit dem Kind, das er gerettet hat, gen Jerusalem geschickt. Daß
er mehr oder weniger die Drecksarbeit erledigen soll, ist ihm von
vornherein klar. So zieht er also in den Kampf gegen die
Sektenangehörigen. Der Großmeister der Sekte hat jedoch
mit dem Stab des Anubis den Meister erweckt - das Kind kann das
vollständige Erwachen aber verhindern. Beim anschließenden
Gemetzel entkommt der Großmeister mitsamt der abgetrennten Hand
des Meisters. Der Stab des Anubis wird in neun Stücke zerteilt,
die von vertrauenswürdigen Männern bewacht werden
sollen.
Jahre später tasten sich die Ritter im Tempelberg an das heran,
was bislang verborgen im Berg liegt. Doch das Erstarken der
Bruderschaft unterbricht diese Arbeiten - De Troyes wird zum
Anführer der Assassinen gerufen. Dieser bietet ihm ein
Bündnis gegen die Bruderschaft an.
Gegenwart: Jack wird klar, daß der Dämon erwacht ist. Er
nimmt Kontakt zu seinem Freund Robert auf und fliegt nach
Jerusalem.
Nach dem hervorragenden Jubi-Band fällt dieser Roman doch etwas
ab. Das liegt an dem mehr als verwirrenden Plot - es gibt
Tempelritter, noch einen anderen Orden, die Suche nach dem Geheimnis
des Tempelbergs, den Kampf gegen die Bruderschaft - gar nicht so
einfach, da zu folgen.
Die Templer scheinen mittlerweile zum Standardinventar des
Gruselromans zu gehören. Warum auch nicht, wenn man der Idee
neue Aspekte abgewinnen kann. Leider ist das in diesem Roman nicht
der Fall. Der Hauch des Geheimnisvollen, der die Templer sonst
umweht, fehlt völlig. Schade eigentlich, ist doch de Troyes eine
interessante Figur.
Was der Rezensent nicht so ganz versteht, ist die Tatsache, daß
Jack gegen Ende der Überzeugung ist, der Meister der
Bruderschaft würde in Jerusalem tätig werden. Auch beim
zweiten Durchlesen des Romans scheint Jack diese Erkenntnis aus dem
Nichts erhalten zu haben. In den Aufzeichnungen des Tempelritters ist
diese nämlich mit keinem Wort erwähnt. Hmmm.
Fazit:
Ein eher durchschnittlicher MacLachlan - der etwas wirre Plot fordert
vom Leser doch schon einiges an Aufmerksamkeit. Warten wir den
zweiten Teil ab.
6 Punkte