Nach der
Entstehung von SEELENQUELL macht sich Perry Rhodan mit dem
Ara-Mediziner Zheobitt und dem Rest seiner Besatzung schnellstens auf
den Weg nach Hause. Allerdings haben die Arkoniden da eine Menge
einzuwenden und wollen die Flüchtlinge um jeden Preis aufhalten.
Es gelingt der ZENTRIFUGE gerade noch, dem Feuer der Abwehrforts zu
entgehen und in den Hyperraum zu flüchten.
Weit werden sie aber nicht kommen, da der Antrieb schweren Schaden
genommen hat. Zudem schicken die Arkoniden den karrieresüchtigen
Vere'athor Ols Kuniom hinter Rhodan her. Für Kuniom wäre
die Gefangennahme Rhodans ein gigantischer Anschub für seine
berufliche Zukunft.
Die ZENTRIFUGE kommt in einem System heraus, in dem sich ein kleiner
abgelegener Planet des arkonidischen Reiches befindet. Hier
müssen sie feststellen, daß das Schiff keine Zukunft mehr
hat und daß man schnellstmöglich von Bord muß.
Allerdings sind während der kurzen Flucht jede Menge
Schäden entstanden, und so wird es ein abenteuerlicher Kampf,
bis man endlich ein Beiboot fluchttauglich gemacht hat.
Zwei der Zentralbesatzungsmitglieder, tödlich verletzt, bleiben
an Bord und sorgen dafür, daß die nachfolgenden Arkoniden
noch etwas zu tun bekommen. Sie warten, bis einer der verfolgenden
Kreuzer ganz nahe ist, und jagen sodann die Zentrifuge in die Luft
bzw. in den Raum. Vere'athor Kuniom tobt - ahnt er doch, was ihm
droht, wenn er daheim den Totalverlust eines Kreuzers melden
muß. Zudem kann er keine Spur von Rhodan entdecken. Also
kontaktiert er die Regierung des Planeten, und die läßt
ihn ziemlich eiskalt abblitzen. So hat er keine andere Wahl, als
unter unfreundlichen Worten das Weite zu suchen.
Die Flüchtlinge sind inzwischen auf dem Planeten gelandet und
werden bald von Regierungstruppen aufgebracht. Zunächst wollte
man die Fremden in die Sklaverei verkaufen, aber als man sieht,
welche Prominenz da angekommen ist, sieht das alles schon ganz anders
aus.
Der Planet ist vor sieben Jahren von den Arkoniden annektiert worden
und seitdem fast völlig verarmt - man hat also für die
arkonidischen Machthaber nicht viel übrig. Umso mehr Sympathien
können Perry Rhodan und Zheobitt verbuchen. Das wiederum
paßt der arkontreuen Innenministerin überhaupt nicht. Um
das Schlimmste zu verhindern, verübt sie einen Anschlag auf die
Baronin des Planeten, doch sie hat nicht mit den Fähigkeiten des
Aras gerechnet. Zheobitt rettet die Herrscherin, und die
Attentäterin wird entlarvt.
Nun geht es weiter mit den Vorbereitungen für die Flucht nach
Traversan, wo Perry Rhodan einen NUSO-Stützpunkt weiß.
Kaum ist das Fluchtschiff aber gestartet, taucht auch Vere'athor Ols
Kuniom wieder auf und untersucht jeden nur erdenklichen Winkel des
Schiffes. Als er erfolglos aufgeben muß, ist er mehr als
zerknirscht, denn er war sich so sicher - und seine Karriere scheint
jetzt auch einen Knick bekommen zu haben.
Allerdings weiß er nicht, daß er die Flüchtlinge
nicht hat finden können, denn diese waren nicht auf dem Schiff,
sondern in einem geheimen Asteroiden versteckt. Sie gelangen
schließlich per Transmitter zurück.
Unter welchem Motto könnte dieser Perry Rhodan-Roman wohl
gestanden haben? Eine Frage, die wahrlich nicht einfach zu
beantworten ist. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob wir
hier eine Geschichte vorliegen haben, die gar nichts zum eigentlichen
Zyklus beiträgt. Perry Rhodan bekommt mächtig was auf den
Hintern, kann aber gerade noch so entkommen. Er kommt bei Leuten
unter, die Arkon auch nicht richtig mögen, und so gelingt es
ihm, den sicheren Weg nach Hause zu finden - zumindest sieht es
danach aus. Ich gehe aber mal davon aus, daß Rhodan im
nächsten Roman wieder in seiner Rolle als terranischer Resident
auftreten kann, und es ist ebenfalls anzunehmen, daß sich
spätestens dann das Verhältnis zwischen Arkon und Terra
ganz radikal verschlechtern wird.
Für was könnte dieser Roman aber noch gestanden haben?
Dafür, daß Zheobitt nun doch nicht mehr unentgeltlich die
restlichen Monochrom-Mutanten retten will? Immerhin hat er mit dem
Verlust seines Schiffes ziemlich Federn lassen müssen. Es
scheint sich aber auch eine ganz überraschende Wende in Punkto
Mutanten anzubahnen - könnte man glauben. Zumindest war
Zheobitts Schluß doch ein wenig seltsam: "Ich habe ein wenig
über die Sache nachgedacht, und ich glaube, ich weiß
jetzt, wie ich die Mutanten retten kann!" Ich kann mich noch daran
erinnern, daß den beiden Mutanten in Alashan mitgeteilt worden
ist, daß die Lösung in den Archiven der Aras versteckt
wäre, aber daß die auch gleich noch im Kopf von Zheobitt
steckt, wäre doch ein wenig zu einfach. Besonders, da die
Andeutung mit den Archiven ja auch auf eine Verbindung zwischen Aras
und Monos hinwies. Hieraus könnte man also noch die eine oder
andere gute Geschichte machen. Na ja, noch ist nicht aller
Mutanten-Tage Abend; für uns Leser gibt es also noch ein wenig
Hoffnung, und bis zum Ende des Zyklus' ist jetzt ja auch noch ein
wenig Zeit.
Was sich hier als weiterer Schlüssel ergeben könnte, ist
die Tatsache, daß Perry Rhodan zum erstenmal Arkoniden gefunden
hat, die sich nicht mit dem Göttlichen Imperium von Bostich
(bzw. SEELENQUELL) anfreunden können. Wäre doch gelacht,
wenn der gute alte Perry Rhodan hiervon nicht irgendwann profitieren
könnte. Zudem haben die Kolonialarkoniden sicher auch noch ein
paar weitere Geheimnisse im Ärmel. Die geheime
Transmitterstation war ja nach eigenen Angaben noch nicht alles, was
sie zu bieten haben.
Auf der Grundlage dieser Gegebenheiten könnte man hier doch
wunderbar einen kleinen Stützpunkt mitten im arkonidischen Reich
aufbauen. Ich denke, so eine Chance sollte man sich nicht entgehen
lassen, besonders dann nicht, wenn man versuchen will, dem
großen militärischen Machtapparat entgegenzuwirken.
Verpackt werden diese recht hoffnungsvollen Ansätze in das Leid
einer großen Flucht. Susan Schwartz versucht sich als Expertin
für Fremdwesen und Emotionen. Allerdings muß ich gestehen,
daß ich die Szenen in der Zentrale der ZENTRIFUGE, als die
beiden Feinde auf Lebenszeit ihren Frieden miteinander machen und
gemeinsam in den Tod gehen, doch ein bißchen übertrieben
fand, während die Schilderung des karrieregeilen arkonidischen
Offiziers schon eher mein Metier war. Hier kam sehr gut zum
Vorschein, auf welchen Prinzipien die arkonidische Gesellschaft
aufgebaut ist und was dort derzeit zählt und was nicht - dabei
war die Ebene doch so klein. Aber so zeigt sich halt, was man mit
wenig Aufwand alles erzählen kann.
Sehr abwechslungsreich war auch die Episode auf dem Planeten. Ein
Riesenlacher war z.B. die Szene, als Perry Rhodan sich zu erkennen
gibt, weil er glaubt, daß alle Welt ihm auf den Fersen ist -
und dann der Prinz vor Zheobitts Füßen niedersinkt. In
dieser Situation hätte ich eine Menge dafür gegeben,
Rhodans Gesicht sehen zu dürfen. Aber immerhin denkt die Baronin
des Planten ja glücklicherweise etwas anders und beschimpft erst
einmal ihren Sohn aufs schärfste, weil er Perry Rhodan einfach
so links liegenläßt.
Doch so nett dieses Spiel war, so oberflächlich war dann
wiederum das Attentat auf die Baronin. Vom ersten Augenblick an ist
klar, wer der Täter sein MUSS; der sich an die Heilung
anschließende kleine Kriminalfall ist also absolut durchsichtig
und überflüssig. Hier hätte ich mir doch noch ein
wenig mehr Einfallsreichtum gewünscht.
Fazit:
Was bleibt, ist ein netter Roman. Bestimmt nicht der wichtigste
dieses Zyklus', aber mit ein paar Aussichten in die Zukunft. Nun
bleibt es der Redaktion überlassen, wie die hier aufgeworfenen
Fäden in die Handlung verknüpft werden können.
9 Punkte
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Perry Kimble auf der Flucht, Teil 2. Diesmal nicht von
Halut, sondern: siehe Titel. |
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Die großen kosmischen Ereignisse der Bände
2048 bis 2050 sind vorbei. Jetzt geht es erst einmal
gemächlich weiter. |