Atlan
trifft an der Sonnenbarriere auf einen Verband aus fünf Schiffen
der Wynger. Kommandant der Einheit ist Algain, und bei den Schiffen
handelt es sich um Kugelraumer. Dem Arkoniden fällt auf,
daß Algain ihn sofort erkennt und sich vor ihm zu fürchten
scheint. Der Wynger hält, das steht fest, Atlan für dessen
Doppelgänger.
Die Wynger um Algain entstammen dem in der Vergangenheit eher
unbedeutenden Nebenstamm der Baitrer. Diese haben sich in den
vergangenen zwanzig Jahren in ungewöhnlich großem Tempo zu
einer bedeutenden Militärmacht in der Galaxis Algstogermaht
entwickelt.
Atlan fliegt mit der MORAHT-THEM das Woltrien-System an. Große
Flottenverbände von Kugelraumschiffen sichern das baitrische
Zentralsystem ab. Auf dem Mond Raigerbold entdeckt die MORAHT-THEM
eine Station des Doppelgängers. Der Arkonide begibt sich
dorthin. In der Station wird er durch ein Nervengas ausgeschaltet,
das auch der Zellaktivator nicht rechtzeitig neutralisieren kann. Als
er drei Tage später wieder aus seiner Bewußtlosigkeit
erwacht, muß er zu seinem Entsetzen feststellen, daß sein
Zellaktivator fehlt. Offensichtlich wurde das Gerät von Algain
gestohlen.
Mittlerweile hat ein rapider Alterungsprozeß eingesetzt. Atlan
muß erkennen, daß er nur noch kurze Zeit zu leben hat.
Außerdem wurde der Selbstzerstörungs-Mechanismus der
Station ausgelöst.
Bei seiner Flucht aus der Station stößt der Arkonide
erneut auf den mysteriösen Insektoiden Vhypon. Dieser weist ihm
den Weg. Atlan stößt auf eine Apparatur, die dem
Physiotron auf Wanderer gleicht. Durch ein Zellbad wird sein weiterer
Alterungsprozeß gestoppt. Über einen Transmitter entkommt
er schließlich aus der Station, bevor diese in einer Explosion
vergeht.
Er findet sich auf dem Dunkelplaneten im Zentrum der Sonnenbarriere
wieder, wo ihn die MORAHT-THEM nach kurzer Zeit wieder an Bord
nimmt.
Atlan macht sich mit dem Kosmokratenschiff an die Verfolgung des
Aktivatordiebes. Ziel ist die Galaxis Novhonaai, auf die es in der
Station des Doppelgängers deutliche Hinweise gegeben hat.
In einer zweiten Handlungsebene wird der Aufstieg des Wyngers Algain
zu einem der mächtigsten Männer seines Volkes
geschildert.
Die Baitrer unternehmen eine Expedition in die 1,3 Millionen
Lichtjahre entfernte Galaxis Vennersoon, um Kontakt zu den Tashketen
aufzunehmen. Während des Fluges kommt es zu einer
denkwürdigen Begegnung: Man entdeckt Atlan II, ohne Raumanzug im
All treibend. Die Wynger nehmen ihn an Bord.
Atlan II bietet Algain seine Unterstützung an. In den folgenden
Jahrzehnten baut der Doppelgänger die Baitrer aus dem
Hintergrund, ohne selbst in Erscheinung zu treten, zur führenden
Militärmacht unter den Wyngern auf. Er "leiht" Algain sogar
gelegentlich seinen Zellaktivator und unterrichtet den Wynger auch
darüber, daß er nur 62 Stunden ohne das Gerät leben
kann. Algain erkennt die Vorherrschaft des Doppelgängers
zunächst vorbehaltlos an. Dies ändert sich jedoch, als
dieser mit einem Flottenverband von 4.000 Kugelraumschiffe nach
Vennersoon fliegt und dort den Planeten Gynecc vernichten
läßt. Algain beginnt Atlan II zu hassen; der Wynger
faßt schließlich den Plan, ihn zu töten.
Betrachtet man die Zeitabstände, in denen die Hefte dieser Serie
veröffentlicht wurden, so ist dieser Roman beinahe
planmäßig erschienen.
Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, hatte der Autor ursprünglich
vor, in diesem Heft ausschließlich den Wynger Algain zu
schildern, kam jedoch wieder davon ab, da bei maximal vier pro Jahr
erscheinenden Romanen der Platz für eine ausführliche
Charakterisierung von Nebenfiguren nicht ausreicht. So weit, so
gut.
Trotzdem wird die Hälfte des Romans dazu verwendet, Algains
Lebensgeschichte zu schildern. Hier hätte es durchaus gereicht,
den Titelhelden kurz einzuführen. Seine komplette Geschichte ist
zwar für diejenigen Leser von Interesse, die wissen wollen, was
nach dem PAN-THAU-RA-Zyklus aus den Wyngern geworden ist. Gerade dies
sollte aber wohl nicht der Schwerpunkt sein. Dieser Teil des Romans
gerät daher viel zu lang. Es ist zwar für PR-Altleser
durchaus interessant, wieder einmal etwas über ein altes Volk
der Serie etwas zu erfahren, aber die Hauptstory um Atlan leidet
deutlich darunter.
Hier wirkt vieles überhastet. Ich hätte mir eine deutlich
stärkere Gewichtung im Verhältnis zur zweiten
Handlungsebene gewünscht, die doch eher eine Nebenhandlung ist.
Zudem ist der Schluß des Romans schon arg konstruiert. Die
Idee, dem Arkoniden seinen Zellaktivator zu stehlen, ist zwar
anzuerkennen (aus diesem Plot kann man schließlich eine Menge
herausholen). Aber wie praktisch: Nachdem Algain Atlans Zellaktivator
gestohlen hat, stolpert dieser in der Station seines
Doppelgängers über ein Physiotron und erhält dort eine
Zelldusche, die seinen weiteren Alterungsprozeß stoppt.
Was soll dieses Physiotron dort, in der Geheimstation eines
Zellaktivatorträgers? Jedenfalls wurde kein einziges Mal
erwähnt, daß der Doppelgänger einem Wynger eine
Zelldusche gewährt hätte. Stattdessen "verleiht" Atlan II
seinen Zellaktivator und liefert sich dadurch Algain quasi
völlig aus. Das ist schon ziemlich weit hergeholt. Der
Doppelgänger operiert schließlich allein, und daß
ihm dann irgendwann einmal jemand den Aktivator stehlen wird, kann
man als sicher voraussetzen. Atlan II stellt sich also zumindest in
dieser Hinsicht als völliger Depp dar.
Zudem leidet der Roman unter einigen sprachlichen Unebenheiten:
Algain wird in jedem dritten Satz als "der ehemalige
Priesterschüler" bezeichnet, Atlan II ist immer wieder "der
Weißhaarige".
Dafür hat sich die Qualität der Innen-Illustrationen jedoch
deutlich verbessert.
Fazit:
Vom Unterhaltungswert her ganz passabel, aber einige deutliche
Schwächen in der Handlung.
7 Punkte