Helmut W. Pesch:

"Die Herren der Zeit"

D 2000
(529 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 20401, ISBN 3-404-20401-8, DM 16,90)
- erschienen: Dezember 2000 -

Gemeinsam mit dem jungen Aldo machen sich Kimberon und Veit auf, um der Krönung von Fabian beizuwohnen. Unterwegs geraten sie jedoch in einen seltsamen Nebel, und danach ist nichts mehr so, wie es vorher war. Anstatt in einer Welt des Friedens tauchen sie in der Dunkelheit wieder auf. Hier herrscht seit tausend Jahren das Dunkle Imperium mit Schrecken und Furcht. Aber es gibt auch eine Menge anderer Dinge, die auf einmal anders sind. So befindet sich in ihrer Gesellschaft auf einmal der Bolg Gorbaz.
Doch auch die anderen alten Freunde tauchen Stück für Stück wieder auf. Alle scheinen hier andere Leben gelebt zu haben. Durch die Macht von Kimberons Ring erlangen sie ihre alten Erinnerungen jedoch wieder und nehmen den Kampf gegen jene auf, die hier ein ganz eigenes Spiel mit der Zeit spielen und gerne ein paar Dinge aus der Vergangenheit ungeschehen machen würden.

"Die Herren der Zeit" ist die Fortsetzung des Romans "Die Ringe der Macht" (gemeinsam mit Horst von Allwörden geschrieben), der sich als Hommage an Tolkien verstand und gerade daraus eine Menge seines Charme bezogen hat.
Dies wird dem Roman nun aber zum Verhängnis. Zu sehr erinnern z.B. die kleinen Leute des Ffolks an die Hobbits, wobei doch gerade hier die Möglichkeit gegeben wäre, auf ihre Eigenständigkeit zu drängen. Für mich wurden die Elemente nun doch ein wenig überstrapaziert. Was schon ein wenig schade ist, bemüht sich doch vor allem die Geschichte um Individualität. Der Autor läßt sich hier auf einen Fantasy-Zeitreise-Roman ein. Eine Sache, die mir noch nicht sehr oft untergekommen ist.
Er setzt seine Charaktere in eine für sie auf einmal völlig fremde Welt und läßt sie hier ihren Weg finden. Dabei werden sie durch die Kraft ihrer Ringe unterstützt, die sie nicht den Bezug zu jener Zeit verlieren lassen, aus der sie kommen. Weiter und weiter verstricken sie sich in die Verwirrungen, die ihr dunkler Gegner vor ihnen aufbaut.
Was mir an dieser Struktur nicht ganz gefällt, ist ihr episodenhafter Charakter, der ein wenig den übergeordneten Rahmen in den Hintergrund drängt. Zudem arbeitet der Autor konsequent daran, die Protagonisten aus dem Vorgängerroman wieder zusammenzubringen. Dadurch ergibt sich ein wenig der Eindruck, daß hier auf Teufel-komm-raus mit den gleichen Charakteren gearbeitet werden sollte. Für mich fühlte sich die Geschichte dadurch doch recht konstruiert und wenig natürlich an. Auf diese Weise ließ der Lesespaß doch häufig zu wünschen übrig.

Fazit:
An sich ein nettes Experiment aus Fantasy und Zeitreise, das sich aber ein bißchen arg in seinen Details verliert und so die Lesbarkeit ein wenig vernachlässigt.
8 Punkte

Alexander Haas


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.