Acorna
fliegt zur Heimat ihres Volkes. Schnell muß sie feststellen,
daß sie eine Fremde in ihrer eigenen Kultur ist. Vieles, was
bei den Menschen als toll und phantastisch angesehen wird, ist hier
nun verpönt. Zudem hat sie hier keine wichtige Funktion mehr,
sondern ist nur noch eine unter vielen. Zudem findet sie heraus,
daß es Neid und Mißgunst auch unter ihresgleichen gibt
und daß viele Entscheidungen nicht aus Klugheit heraus
getroffen werden.
Die Lage verschlimmert sich, als eine unheimliche Gefahr nach den
Kolonien der Linyaari greift und Acorna daheim bleiben muß,
während ihre Freunde ins weite Weltall hinausziehen.
Derweil tun die Menschen weiterhin das, was sie am besten
können: Sie suchen nach Möglichkeiten, einander
möglichst innovativ gegenseitig ans Leder zu gehen.
Das muß auch Jonas Becker feststellen, der mit seinem Kater JB
und seinem schrottreifen Schiff die Galaxis nach kaputten Dingen
durchsucht, die man noch verkaufen kann. Eines Tages landet er auf
einem Planeten, auf dem er seltsame Steine findet, die offensichtlich
heilende Wirkung haben. Von Acorna hat er noch nie etwas gehört,
dafür aber andere, denen er und seine Steine in die Hände
fallen. Überall in der Galaxis scheint nun die Jagd auf den
Planeten der Linyaari eröffnet zu sein.
Neue Co-Autorin - neues Glück? Mitnichten! Ebenso wie in den
beiden Vorgängerbänden geht es hier gnadenlos zur Sache.
Jetzt begegnen die Leser von Anfang an den Linyaari - dem
pferdeähnlichen Volk mit dem Horn auf der Stirn. Die Linyaari
sehen nicht nur aus wie Pferde auf zwei Beinen (nun ja,
zugegebenermaßen mit gewissen menschlichen Zügen...), sie
verhalten sich auch so. Ihr größtes Glück finden sie
dabei, über weiten Wiesen ihres Heimatplaneten zu galoppieren
und zu grasen!!!! Kein Scherz - das ist wirklich so! Wer jetzt
glaubt, in den tiefsten Tiefen eines Kitschromans zu versinken, der
könnte mit dieser Ahnung kaum richtiger liegen. Um es kurz zu
machen - es ist einfach nur grauenhaft! Ich weiß nicht, ob ich
bei der Vorstellung einer galoppierender Linyaari-Herde lachen oder
vor Trauer weinen soll. Man muß sich hier noch einmal
bewußt machen, daß sie ja auf zwei Beinen leben! An
dieser Stelle will ich hier auch keine Argumente hören, die in
die Richtung gehen: Aber das sind Außerirdische, die machen das
vielleicht so! Gut - ich hab ja auch nichts gegen
Außerirdische, die etwas anders machen als die Menschen, die
vielleicht sogar so sind, daß wir Menschen sie überhaupt
nicht verstehen können. Aber das hier ist bewußt
entstanden und soll vermutlich auch genauso kitschig sein, wie es
wirkt.
Ich für meinen Teil hoffe, daß nicht zuviele Leser darauf
hereinfallen.
Über diese Ansammlung von Albernheiten hinaus hat der Roman
nicht viel zu bieten. Die Handlung unterscheidet sich in ihrer
Struktur in keinster Weise von denen der Vorgänger. Hier wird
nichts richtig aufgebaut und bis zum Ende verfolgt. Kleinere
Abschnitte werden aufgebaut und sofort wieder abgeschlossen, und
weiter geht es mit der nächsten Episode. Auf diese Weise hat man
als Leser gar keine Zeit, sich in irgend etwas hineinzulesen. Die
Handlung springt ständig umher, und der Abschluß des
Romans hat dann mit dem Anfang rein gar nichts mehr zu tun.
Erschwerend kommt noch hinzu, daß so etwas wie Logik auch nicht
vorhanden ist (wenn ja, dann habe ich sie vermutlich einfach nicht
verstanden). Dazu wirken Handlung und Protagonisten entweder zu
oberflächlich, zu albern oder schlicht und ergreifend nicht
nachvollziehbar.
Wem die beiden Vorgänger - aus mir völlig
unergründlichen Motiven - tatsächlich gefallen haben
sollten, der dürfte an diesem Werk hier auch wieder seine Freude
haben. Alle anderen sollten sich spätestens vor dem Kauf dieses
Buches dazu entschließen, auszusteigen!
Wer Pferde-Romane liebt, der sollte sich einen richtigen solchen
kaufen. Wer Fantasy-Romane mit Einhörnern liebt, der sollte sich
einen richtigen Fantasy-Roman kaufen, und wer SF liebt, der sollte
sich ebenfalls nach Alternativen umsehen (immerhin ist das hier ein
Rezensionsmagazin, da sollte doch was anständiges zu finden
sein).
Fazit:
Kein Buch für alle, sondern vielmehr ein Buch für
keinen!
Einen Gnadenpunkt gibt's lediglich für eine Episode im letzten
Drittel. Hier dachte ich doch tatsächlich mal für ein paar
Seiten: "Na, vielleicht ist doch noch nicht alles verloren?" Tja,
leider geirrt!
1 Punkt
Interesse? Hier
kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und
das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.
