Anne McCaffrey / Elizabeth Ann Scarborough:

"Acornas Heimkehr"

OT: Acorna's People
Ü: Dieter Schmidt
USA 1999
(446 Seiten, Paperback, Blanvalet 24970, ISBN 3-442-24970-8, DM 20,-)
- erschienen: Dezember 2000 -

Acorna fliegt zur Heimat ihres Volkes. Schnell muß sie feststellen, daß sie eine Fremde in ihrer eigenen Kultur ist. Vieles, was bei den Menschen als toll und phantastisch angesehen wird, ist hier nun verpönt. Zudem hat sie hier keine wichtige Funktion mehr, sondern ist nur noch eine unter vielen. Zudem findet sie heraus, daß es Neid und Mißgunst auch unter ihresgleichen gibt und daß viele Entscheidungen nicht aus Klugheit heraus getroffen werden.
Die Lage verschlimmert sich, als eine unheimliche Gefahr nach den Kolonien der Linyaari greift und Acorna daheim bleiben muß, während ihre Freunde ins weite Weltall hinausziehen.
Derweil tun die Menschen weiterhin das, was sie am besten können: Sie suchen nach Möglichkeiten, einander möglichst innovativ gegenseitig ans Leder zu gehen.
Das muß auch Jonas Becker feststellen, der mit seinem Kater JB und seinem schrottreifen Schiff die Galaxis nach kaputten Dingen durchsucht, die man noch verkaufen kann. Eines Tages landet er auf einem Planeten, auf dem er seltsame Steine findet, die offensichtlich heilende Wirkung haben. Von Acorna hat er noch nie etwas gehört, dafür aber andere, denen er und seine Steine in die Hände fallen. Überall in der Galaxis scheint nun die Jagd auf den Planeten der Linyaari eröffnet zu sein.

Neue Co-Autorin - neues Glück? Mitnichten! Ebenso wie in den beiden Vorgängerbänden geht es hier gnadenlos zur Sache. Jetzt begegnen die Leser von Anfang an den Linyaari - dem pferdeähnlichen Volk mit dem Horn auf der Stirn. Die Linyaari sehen nicht nur aus wie Pferde auf zwei Beinen (nun ja, zugegebenermaßen mit gewissen menschlichen Zügen...), sie verhalten sich auch so. Ihr größtes Glück finden sie dabei, über weiten Wiesen ihres Heimatplaneten zu galoppieren und zu grasen!!!! Kein Scherz - das ist wirklich so! Wer jetzt glaubt, in den tiefsten Tiefen eines Kitschromans zu versinken, der könnte mit dieser Ahnung kaum richtiger liegen. Um es kurz zu machen - es ist einfach nur grauenhaft! Ich weiß nicht, ob ich bei der Vorstellung einer galoppierender Linyaari-Herde lachen oder vor Trauer weinen soll. Man muß sich hier noch einmal bewußt machen, daß sie ja auf zwei Beinen leben! An dieser Stelle will ich hier auch keine Argumente hören, die in die Richtung gehen: Aber das sind Außerirdische, die machen das vielleicht so! Gut - ich hab ja auch nichts gegen Außerirdische, die etwas anders machen als die Menschen, die vielleicht sogar so sind, daß wir Menschen sie überhaupt nicht verstehen können. Aber das hier ist bewußt entstanden und soll vermutlich auch genauso kitschig sein, wie es wirkt.
Ich für meinen Teil hoffe, daß nicht zuviele Leser darauf hereinfallen.
Über diese Ansammlung von Albernheiten hinaus hat der Roman nicht viel zu bieten. Die Handlung unterscheidet sich in ihrer Struktur in keinster Weise von denen der Vorgänger. Hier wird nichts richtig aufgebaut und bis zum Ende verfolgt. Kleinere Abschnitte werden aufgebaut und sofort wieder abgeschlossen, und weiter geht es mit der nächsten Episode. Auf diese Weise hat man als Leser gar keine Zeit, sich in irgend etwas hineinzulesen. Die Handlung springt ständig umher, und der Abschluß des Romans hat dann mit dem Anfang rein gar nichts mehr zu tun.
Erschwerend kommt noch hinzu, daß so etwas wie Logik auch nicht vorhanden ist (wenn ja, dann habe ich sie vermutlich einfach nicht verstanden). Dazu wirken Handlung und Protagonisten entweder zu oberflächlich, zu albern oder schlicht und ergreifend nicht nachvollziehbar.
Wem die beiden Vorgänger - aus mir völlig unergründlichen Motiven - tatsächlich gefallen haben sollten, der dürfte an diesem Werk hier auch wieder seine Freude haben. Alle anderen sollten sich spätestens vor dem Kauf dieses Buches dazu entschließen, auszusteigen!
Wer Pferde-Romane liebt, der sollte sich einen richtigen solchen kaufen. Wer Fantasy-Romane mit Einhörnern liebt, der sollte sich einen richtigen Fantasy-Roman kaufen, und wer SF liebt, der sollte sich ebenfalls nach Alternativen umsehen (immerhin ist das hier ein Rezensionsmagazin, da sollte doch was anständiges zu finden sein).

Fazit:
Kein Buch für alle, sondern vielmehr ein Buch für keinen!
Einen Gnadenpunkt gibt's lediglich für eine Episode im letzten Drittel. Hier dachte ich doch tatsächlich mal für ein paar Seiten: "Na, vielleicht ist doch noch nicht alles verloren?" Tja, leider geirrt!
1 Punkt

Alexander Haas


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