Vergangenheit: Jacques de Troyes ist mittlerweile alt geworden.
Als er Freunde auf seiner Burg empfängt, ist auch Orka darunter.
Dieser prophezeit dem Tempelritter eine ereignisreiche Zukunft.
Gegenwart: Jean-Pierre Montbard braucht Geld. Deshalb verkauft er
Richard Hastings einen Teil vom Stab des Anubis. Hastings jedoch ist
gar nicht gewillt, das Geld zu bezahlen und bringt Montbard um.
Währenddessen ist Jack in Jerusalem angekommen. Er und sein
alter Freund Robert de Brus sollten eigentlich vom Flughafen abgeholt
werden. Normalerweise ist der Roberts Bekannter pünktlich.
Nachdem sie einige Zeit gewartet haben, fährt er und Jack zur
Wohnung des Bekannten. Dort angekommen stellen sie fest, daß
dieser ermordet worden ist.
Professor Emile Skarabäus ist in der Zwischenzeit mit Grabungen
in der Wüste Israels beschäftigt. Dort hofft er seine These
untermauern zu können, nach der schon vor den Sumerern eine
Kultur im Sinai-Gebiet existiert hat. Der von ihm entdeckte Tempel
scheint allerdings verflucht zu sein. Denn der Vorarbeiter kommt auf
geheimnisvolle Weise ums Leben. Skarabäus verdächtigt drei
seiner Arbeiter, seine Arbeit zu sabotieren. Was er nicht ahnt -
diese drei sind Angehörige eines Geheimbundes, die den Professor
beobachten sollen. Denn im Tempel wartet immer noch der Dämon
auf seine Erweckung.
Nach und nach sammelt Hastings die Teile des Anubis-Stabs zusammen.
Auch Roberts Freund besitzt ein Teilstück. Als Jack und Robert
in die Wohnung des Freundes eindringen, begegnen sie Hastings. Dieser
ist vollkommen überrascht und flieht. Auf der Polizeiwache
identifiziert Jack Hastings als den Todesengel, einen
gefährlichen Terroristen, der auf der ganzen Welt gesucht
wird.
Kurze Zeit später treffen begeben sich Jack und Robert zur
Ausgrabungsstätte des Professors Skarabäus. Robert hat Jack
erzählt, daß sowohl der Templerorden als auch der der
Assassinen noch existiert. Einige Angehörige sind Robert noch
einige Gefallen schuldet, deswegen können beide
unverzüglich zur Ausgrabungsstätte gelangen.
Hastings jedoch war schon vor ihnen beim Professor. Emile kann den
Verlockungen Hastings nicht wiederstehen und schließt einen
Pakt mit ihm. Arglos werden Robert und Jack von ihm in eine Falle
gelockt. Nachdem Emile die Beiden betäubt hat, nimmt Hastings
das letzte Stabstück Jack ab. Zwar schalten sich die drei
Arbeiter ein, doch sie können die Erweckung des Dämons
nicht verhindern. Auch Jack und Robert kommen zu spät.
Der Dämon hat sich in Emiles Körper transformiert.
Hastings, der Todesengel, offenbart sich dem Dämon als ein
nichtmenschliches Wesen, das nur eine Zeitlang Auftragskiller war.
Wer den Dämon aber erweckt hat und was der Auftraggeber Hastings
mit ihm vorhat, bleibt im Dunkeln.
Der Dämon ist also erweckt worden. Es gibt also einen neuen
regelmäßigen Gegner für Frank und das Team. Da kann
man nur hoffen, daß der Expo-Schreiber bei all den dauerhaften
Gegnern nicht den Überblick verliert.
Manchmal fragt man sich ernsthaft, wer sich nur diese Namen ausdenkt.
Wer den Film "Orka - der Killerwal" gesehen hat, wird bei der Nennung
des Namens doch unwillkürlich lächeln. Und sprechende Namen
ist der Rezensent eigentlich eher von Terry Pratchett gewöhnt -
Emile Skarabäus verleiht dem Professor doch einen Touch ins
Lächerliche. Und das ist garantiert nicht gewollt, gelle?
Okay, widmen wir uns nun dem Roman selbst. In der kurzen
Eingangsszene wird nochmals auf das Mittelalter zurückgegriffen.
Man fragt sich als Leser nur, warum? Vermutlich wird man noch von dem
Tempelritter hören - so ist das vermutlich auch gemeint - aber
mit dieser Szene wird eine Erwartungshaltung aufgebaut, die im Roman
dann nicht eingelöst wird. Schließlich spielt der Rest ja
in der Gegenwart. Nun ja.
Die Handlungsebene um Skarabäus - hmm, sollte der Name eine
bewußte Anspielung auf das alte Äypten sein? - ist recht
solide geschrieben und bietet angenehme Unterhaltung.
Dagegen hat man öfters den Eindruck, Jack und sein Freund Robert
würden etwas überstürzt handeln. Gut, wenn ein sonst
pünktlicher Bekannter nicht rechtzeitig auftaucht, ist das ein
Grund, nachzusehen. Ob man da vorher noch mal telefonisch nachfragt,
vermutlich Geschmackssache. Warum Robert den Weg zu der Wohnung
kennt, wenn er noch nie in Jerusalem gewesen ist, wird wohl
bewußt nicht erklärt. Jedenfalls antwortet Robert nicht
darauf, als Jack genau dies fragt. Die Szene auf dem Revier
lässt einen dann doch etwas schmunzeln. Hollywood lässt
grüßen, wenn Hastings mit bombastischen Worten als
Todessengel eingeführt wird.
Ob ein Porzellanmodell wirklich soviel wiegt wie das Original, sprich
das Teilstück des Anubis-Stabs? Und es sieht auch täuschend
echt aus? Hmmm.
Eine überraschende Pointe ist natürlich die
Enthüllung, daß Hastings kein Mensch ist. Ein weiteres
Rätsel, daß seiner Auflösung harrt, ist die Frage,
wer den Todesengel beauftragt hat, den Dämon zu erwecken.
McDonald? Oder jemand, der bisher noch nicht aufgetaucht ist?
Amüsant fand ich die Bemerkung des Leserbriefschreibers Martin
Hoyer, daß "McDonald's und die Hölle nicht weit
voneinander entfernt liegen können." Ob dann Burger-King die
Vorhölle ist? Who knows...
Fazit:
Ein sehr solider Roman mit sehr vielen Absätzen. Der bessere
Teil des Zeiteilers.
9 Punkte