Robert N. Charette:

"Der Turm der Zeit"

(Erste Chronik von Aelwyn)
OT: Timespell - First Chronicle of Aelwyn
Ü: Christian Jentzsch
USA 1996
(397 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9113, ISBN 3-453-17883-1, DM 15,90)
- erschienen: November 2000 -

Yan Tanafres hat sich von seiner Ausbildung als Magier eigentlich mehr erhofft. Doch anstatt die großen Werke zu tun, von denen er immer geträumt hat, sitzt er in der Stadt Talinfad fest und verdingt sich als Heiler.
In dieser Funktion wird er in ein Nachbardorf zu einem kranken Magier gerufen. Dieser stirbt vor Yans Augen, merkt aber noch an, daß die Magie aus den Fugen geraten wird und erwähnt Yans Meister. Zurück in Talinfad kennt sein Meister zwar den toten Magier nicht, aber Yan wird klar, daß er sein Glück anderswo finden muß.
So besorgt er sich einen Platz an Bord eines Schiffes, dessen Ziel die Hauptstadt ist. Unterwegs jedoch wird er von Piraten überfallen und strandet in einem kleinen Fischerdorf. Allmählich lebt er sich dort ein, und auf Bitten seiner Freundin Larra, die schon seit Monaten nichts mehr von ihrer Schwester gehört hat, besucht er das Nachbardorf.
Als er dort eine Abteilung der königlichen Luftstreitkräfte trifft und zudem auf die Spuren eines Krieges, ahnt er noch nicht, daß er bald weitaus mehr mit Magie zu tun haben wird, als ihm lieb ist.

Dieser Autor weiß offensichtlich nicht so recht, was für eine Geschichte er eigentlich erzählen will. Piraten, Magier, eine Prinzessin und allerlei andere Gestalten kommen im Roman vor - aber so recht wichtig sind die eigentlich nicht.
Erst im letzten Drittel des Romans kristallisiert sich dann doch so etwas wie eine Haupthandlung heraus. Bis dahin jedoch schlägt man sich die dahindümpelnde, bisweilen recht belanglose Handlung um die Ohren. Und ist versucht, den Roman einfach wegzulegen.
Ist man aber einmal zum letzten Drittel des Romans vorgestoßen, kann man ihn einfach nicht mehr beiseite legen. Erst jetzt nämlich versteht es Charrette, die Handlung spannend und wirklich lesenswert zu machen. Sowohl Atmosphäre als auch die Charaktere, die bisher nicht so richtig brillieren konnten, gewinnen an Schärfe und an Gestalt. Zumal Yan als Held nicht so recht in den Vordergrund tritt. Da sind etliche Nebenfiguren doch farbiger als er. Erst als der Magier in seinem eigenen Gebiet tätig werden kann, tritt er aus dem Figurenmeer hervor.
Auf jeden Fall sollte man doch die beiden nächsten Romane abwarten. Wobei mir schleierhaft ist, warum Fantasy-Autoren immer Trilogien oder Zyklen schreiben. ;-) (* Weiß ich jetzt auch nicht so genau... Frag' sie doch mal! ;-))) Heike)

Fazit:
Wer nach der "Schattenkrieg-Trilogie" Fan von Charrette geworden ist, sollte den Roman kaufen. Wer kein Fan ist, braucht sich diesen Roman nicht unbedingt zuzulegen. Fantasy von der Stange.
5 Punkte

Christian Spließ


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.