Peirol
ist eine Mißgeburt. Schon von Geburt an war er kleiner als
andere Kinder, und früh hat er zu wachsen aufgehört. Doch
genau das hat ihn mit der Zeit stark gemacht. Immer muß er sich
gegen den Spott anderer durchsetzten, und so hat er gelernt, nie
aufzugeben.
Auf seinen Reisen durch die Welt trifft er
eines Tages den mächtigen Magier Abbas, der ihn auf die Suche
nach dem Stein der Macht schickt.
Peirols Reise führt ihn ans Ende der
Zivilisation, mitten durch barbarische Kriege, zu religiösen
Fanatikern und hinterlistigen Intriganten. Schneller als es dem
Reisenden lieb ist, steckt er mittendrin in einer Kette von
Ereignissen, die ihn zum Rudersklaven, Kanonier und Flüchtling
machen, bis er schließlich am Ende seiner Reise und am Beginn
der schwierigsten Aufgabe seines Lebens steht...
Chris Bunch scheint mir der Mann für
die klassische Fantasy zu sein. "Der Stein der Macht" ist eine
Geschichte, wie sie entweder einem Rollenspiel-Abenteuer entsprungen
sein oder aber eine sehr gute Vorlage für ein ebensolches
abgeben könnte. Allerdings sind auch ein paar Ähnlichkeiten
zum Wilden Westen nicht zu verkennen:
Der einsame Held zieht von Stadt zu Stadt,
und nie verweilt er lange an einem Platz. (* "Incredible Hulk"?
;-)))) Heike) Schließlich ereilt ihn der Ruf nach einem
Abenteuer, dem er sich nicht entziehen kann, und ehe er es sich
versieht, befindet er sich auf einer Reise ins Unbekannte,
während der er ständig irgendwelchen Gefahren trotzen
muß.
Leider hat die Geschichte nicht nur einen
sehr klassischen Touch, sondern sie bleibt auch vollkommen
unspektakulär. Zu sehr hat man das Gefühl, das Geschehen
bereits zu kennen bzw. es irgendwo schon einmal gelesen zu haben.
Dabei ist der Roman noch nicht einmal besonders schlecht geschrieben.
Es ist einfach nicht genug Substanz da, die ihn zu etwas Besonderem
macht. Einfach nur den Helden von einem Chaos ins nächste
stolpern zu lassen, ist doch ein bißchen wenig. Hinzu kommt
dann noch das - für mich - doch sehr unbefriedigende Ende,
über das ich jetzt nicht viel verraten will, aber wer diesen
Roman liest, sollten am Ende einmal über meine Worte zu den
Western-Anleihen nachdenken.
Das einzige, was so ein wenig über das
normale Maß der Dinge hinausgeht, ist der Protagonist. Es ist
durchaus beeindruckend, wie der "Kleine" sich durch sein Leben
schlägt und Spott und Häme meistert, die ihn aufgrund
seiner Gestalt überallhin verfolgen. Er ist durchweg anschaulich
beschrieben und führt die Leser aus seiner Sicht der Welt durch
die Geschichte.
Abschließend muß ich einen
Hinweis in Richtung all jener geben, die den "Magier von Numantia"
gelesen haben. Zwar geht es auch im "Stein der Macht" wieder um viel
Sex, doch hat der Roman längst nicht die pornographischen
Züge des "Numantia"-Zyklus. Vielmehr bleibt es lediglich bei der
Erwähnung des Aktes und artet nicht wieder in eine extrem
ausführliche Beschreibung aus.
Fazit:
Ein recht klischeehafter Roman, der den
absoluten Durchschnittsroman verkörpert und somit auch die
absolute Durchschnittsnote bekommt.
8 Punkte
