Frank MacLachlan

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Band 29: "Ein König erwacht"

Autor: D.C. Morrow

Dr. Raphael Jordan findet bei einer Ausgrabung im Tal der Könige einen Geheimgang, der zu einer Stadt unter der Erde führt. Jordan ahnt nicht, daß er hier auf eine alte Kultstätte des Dämons Artamesch gestoßen ist. Während er noch die Bauten untersucht, will Rafi Mahmoud dem Expeditionsleiter über Jordans Verschwinden in Kenntnis setzen. Dumm nur, daß der Expeditionsleiter gerade in Verbindung mit dem Dämon Artamesch steht und Mahmoud umbringt. Auch Jordan wird von dem Professor getötet, der scheinbar aus dem Nichts vor dem Doktor erscheint.
     Jack ist durch einen Zeitungsartikel auf die Grabung in Ägypten aufmerksam geworden. Er weiß, daß Artamesch dort tätig war, hatte die Sache aber vergessen. Das Team macht sich also, als Journalisten getarnt, zur Grabungsstätte auf.
     Dort herrscht unter den einheimischen Arbeitern Angst und Verwirrung. Drei Personen werden inzwischen vermißt. Jane setzt ihre magischen Fähigkeiten ein; sie und Jack finden den Geheimgang sowie eine Leiche eines Arbeiters. Unterdessen warnt Eoin - Zorks Dolch - Frank im Traum vor einer Gefahr. Nur knapp gelingt es dem Dämonenjäger, einem Mordanschlag zu entkommen. Er verfolgt den Attentäter und läuft dabei Jane und Jack über den Weg. Ihnen erzählt er, daß es sich bei dem Meuchler um Dr. Jordan gehandelt hat. Gemeinsam dringen sie in den Geheimgang ein - und stoßen prompt auf Jordan, der Jane als Geisel nimmt. Doch Jacks Hüter-Talent kann ihn vernichten.
     Auf einer alten, wackligen Holzbrücke über einem reißenden Fluß kommt es zum entscheidenden Duell. Der Expeditionsleiter entpuppt sich als Professor Cartridge. Hatte das Team damals geglaubt, den Professor aus den Klauen Artameschs gerettet zu haben, so belehrt er sie eines Besseren. Das Ganze war damals nur eine Scharade gewesen. Doch Cartridge hatte Artamesch nicht gefunden, sondern suchte weiter nach ihm. So entdeckte er die alte Kultstätte nahe dem Tal der Könige.
     Cartridge versucht, Frank von der Brücke zu befördern, doch Frank ist schneller. Der Professor stürzt in den reißenden Fluß und ward nicht mehr gesehen.
     Um weiteres Unheil zu verhindern, versiegelt Jane den Geheimgang mit einem magischen Sigill.
    
     Meine Güte, allmählich werden die wiederkehrenden Gegner des Teams ein wenig unübersichtlich. Artamesch hatte seinen Auftritt in einem der frühen MacLachlans; leider weiß der Rezensent jetzt nicht die Nummer desselben. Es wäre nett gewesen, wenn im Roman selbst darauf verwiesen worden wäre. Der Rückblick fällt ja etwas kurz aus, und der Neuleser wird sich wohl nicht sofort durch alle Romane wühlen. Aber kehren wir nun zum eigentlichem Thema der Rezension zurück...
     D.C. Morrow erzählt eine Geschichte, die nicht allzuviele Überraschungen in sich birgt. Weder die Wahl des Handlungsortes noch der Plot selbst ist sonderlich originell. Ägypten halt, diesmal allerdings ohne Mumien. ;-)
     Daß Jack eine eher altertümliche Art hat, wichtige Geschehnisse festzuhalten, mag man noch hinnehmen. Sein Gedächtnis scheint ja auch nicht mehr das Beste zu sein. Oder hat das Team bereits derart viele Fälle gelöst, daß man glatt einen vergißt? Hmm.
     Als Frank sich jedoch, um dem Hieb des Attentäters zu entkommen, auf die Seite rollt, aufspringt und sich dann in der Bewegung seines Schlafsackes entledigt - hmmm. Schlafsäcke haben in der Regel Reißverschlüsse oder ähnliches. Der Rezensent stellt sich das schon arg kompliziert vor, im Halbschlaf da ruckzuck die Verschlüsse aufzubekommen - er selber hat das noch nicht mal im ganz hellwachen Zustand geschafft. <g> (* Das kennt wohl jeder, der schon mal in einem Schlafsack übernachtet hat. Manche Leute - ich zum Beispiel - gingen daher später dazu über, den Reißverschluß nicht mehr zu schließen. Hat den Vorteil, daß man sich dann auch besser rumwälzen kann, aber auch den Nachteil, daß man sich schon mal aus dem Teil rauswälzt - für Frühlings- oder Herbstcamping also nicht unbedingt geeignet. ;-) Heike) Ansonsten plätschert der Roman so vor sich hin, der Leser wird nett unterhalten.
     Ein Plus sind die stellenweise doch recht witzigen Dialoge der Protagonisten untereinander. Einige wirken zwar recht bemüht, aber endlich hat man mal das Gefühl, daß sich da richtige Menschen unterhalten.
    
     Fazit:
     Tja, was soll man dazu sagen? Ägypten bietet zwar einen sehr exotischen Hintergrund, aber mehr als die genretypische Mischung aus vergessenen Tempeln und einem Dämon, der mal wieder die Welt beherrschen will, kommt dabei nicht heraus. Pluspunkt sind die stellenweise witzigen Dialoge.
     5 Punkte

Christian Spließ

Der Nahe Osten scheint sich als beliebter Schauplatz für die Serie zu entwickeln; und auch was das mehr oder weniger versehentliche Erwecken sinistrer Mächte in uralten Tempelanlagen angeht, macht dieser Band aus der Feder von D.C. Morrow keine Ausnahme. Ein Professor Jenkins ist's diesmal, der nach Entdeckung einer unterirdischen Stadt als sterbliche Hülle eines Dämonengottes herhalten muß. Immerhin nimmt er sinnigerweise davon Abstand, sich anschließend Dr. Diabolo zu taufen. (Ich habe zur Feier dieses Umstandes stilgerecht gleich eine Ziege geopfert... ;-)) Allerdings präsentiert er sich nicht als Gemütsmensch, denn nachdem er einen der Arbeiter dolchschwingenderweise ins Jenseits befördert hat, begibt er sich in die Tempelstadt, in der sich gerade ein gewisser Dr. Raphael Jordan - seines Zeichens ebenfalls Mitglied im Ausgrabungsteam - mit tödlichem Stichwaffengebrauch konfrontiert sieht.
     Unterdessen liest in Boston Jack Claim zwischen den Zeilen einer Fachzeitschrift und eigener Aufzeichnungen den baldigen Weltuntergang in Form von Artamesh heraus, und es kommt, wie es kommen muß: Erneut rasseln unsere Freunde über den Atlantik, um Orient und Okzident vor immerwährender Verdammnis zu bewahren. (Ich hoffe, niemand hat mitgezählt, wie oft sie jetzt schon innerhalb der letzten paar Bände die annähernd gleiche Strecke hin und her getourt sind...) Als Reporter getarnt erreichen sie die Ausgrabungsstelle, wo der Besessene wie auch seine beiden Opfer inzwischen vermißt und mit eher verhaltener Begeisterung gesucht werden. Dank Janes magischer Gabe wird immerhin die Leiche des vermißten Arbeiters gefunden, was den Freunden jedoch auch nicht weiterhilft. Erst ein wenig später durch Dr. Jordan auf Frank verübter Anschlag bringt sie dazu, dem Doktor in die unterirdischen Anlagen zu folgen. An diesem Punkt stellte ich mir die nicht ganz unberechtigte Frage, warum das zuvor gefundene Mordopfer kein Anlaß für die ägyptischen Behörden war, sich die Sache auch einmal anzusehen...
     Doch wie dem auch sei, in der unterirdischen Stadt werden sie zuerst mit dem ebenfalls besessenen Doktor konfrontiert, der durch Jacks Kräfte bezwungen werden kann. Da Dämonen ihren potentiellen Opfern gegenüber bekanntermaßen ein unheimliches Mitteilungsbedürfnis entwickeln (* ...man will doch schließlich wissen, weshalb man sterben soll, oder etwa nicht? ;-) Heike), hat er die Freunde zuvor noch wissen lassen, daß die endgültige Erweckung von Artamesh durch den Professor kurz bevorstünde. Letzterer enttarnt sich bei der bald folgenden Konfrontation als Professor Cartridge ("FML-Altleser" werden sich erinnern...), der ebenfalls das zuvor erwähnte Mitteilungsbedürfnis entwickelt und über der Enthüllung damals im Verborgenen gebliebener Hintergründe vergißt, daß er die Dämonenjäger eigentlich umbringen wollte. Statt dessen haucht er im Zweikampf mit Frank sein Leben aus, und die Ausgrabungsstelle wird versiegelt.
    
     Fazit:
     Stilistisch einer der vorbildlichsten Bände in letzter Zeit und inhaltlich insofern interessant, wie lang zurückliegende Ereignisse neu an Bedeutung gewinnen. Allerdings wirkt dieser Rückschluß genauso aufgesetzt wie das Ende selbst und einige der Dialoge, die in ihrem Pathos teilweise schon albern wirken. Zusammen mit den nun schon x-mal wiedergekäuten Elementen früherer Bände und daraus resultierendem Innovationsmangel bleibt auch der Nummer 29 ein Platz unter den Spitzen-Bänden der Serie versagt.
     7 Punkte

Martin Hoyer