Band 26: "Stadt der Untoten"

Autorin: Claudia Kern

Nach der Rettung der Stadt durch Matt werden Colombs Männer zu einem Festmahl eingeladen. Kurz zuvor entbindet Colomb sie von ihren Eiden und ihren Pflichten, denn da die Santanna explodiert ist, ist eine Heimkehr mehr als unwahrscheinlich. So will Colomb in den Süden fahren, um Handelsbeziehungen für Nu'oork zu knüpfen. Währenddessen tauchen mehr und mehr von den Würmern befallene Menschen auf - die Frosen. Romeero und seine Clique, allesamt junge Bergarbeiter, wollen ihnen eine Lehre erteilen und dringen in die unterirdischen Bereiche der Subwajs vor. Samtha, die junge Frau, die Matt gerettet hat, ist ebenfalls nach Hause zurückgekehrt. Dort findet sie zunächst alles so vor, wie sie es gewohnt ist, doch die Würmer haben längst die Kontrolle über ihren Stamm erlangt. Und das Volk breitet sich allmählich aus. Es beschließt, sich gegen die Übergriffe zu wehren.
     Nach dem Bankett sucht Matt nach den Spuren seiner Frau, die damals in einem Bunker Zuflucht gefunden hat. Doch er findet nichts. Als er an die Oberfläche zurückkommt, kann er gerade noch eine Familie vor einem Frosen retten. Er will sie zur Residenz des Maa'ors bringen, doch die Tochter des Mannes ist längst infiziert. Kurz vor der Residenz wird er vom Wagen geworfen. Samtha hat sich ebenfalls zum Maa'or gerettet und berichtet von den Aufständen, die inzwischen in der Stadt ausgebrochen sind. Auch Matt, Yuli und Pieroo flüchten sich zur Residenz, die kurze Zeit später von den Frosen gestürmt wird. Matt gelingt es kaum, sich selbst und die illustren Gäste des Maa'ors zu retten. Unwillkürlich fragt er sich, ob es einen Verräter unter ihnen gibt. Nachdem nur noch das Dach als letzte Zuflucht bleibt, entwickelt Matt einen Plan. Der Verräter wird von ihm entlarvt, und die Kameraden basteln sich einen Ballon zusammen. In letzter Sekunde gelingt es Matt, sich dem Zugriff der Frosen zu entziehen - allerdings ist er für den Ballon zu schwer. So fahren Yuli und Pieroo ins Ungewisse, während Matt sich auf den Weg in den Süden macht. Yuli allerdings ist von den Würmern infiziert.
    
     So macht das Lesen doch wirklich Spaß. Man hat eine wohldurchdachte Handlung vor sich; die einzelnen Abschnitte greifen wie Zahnräder ineinander und ergänzen sich hervorragend. Es macht wirklich Spaß, beim Lesen zu verfolgen, wie winzige Details die Handlung vorantreiben. So wirft zum Beispiel Pieroo Trek ein Seil zu, um ihn in den Ballon zu hieven. Leider sind die Frosen schneller. Einige Szenen weiter sieht Matt dann das Seil und kann sich aus einer brenzligen Situation retten. Das macht wirklich Laune. ;-) Zudem kann man an keiner Stelle ahnen, wie die Handlung weitergehen wird. Sprich: Für Überraschungen ist in Hülle und Fülle gesorgt.
     Ab und an streut Claudia eine Prise Humor in den Roman hinein, zeichnet liebevoll ironisch die Flüchtlingsfamilie, die Matt letztendlich doch nicht retten kann, und vor allem kann sie ihren Nebenfiguren so richtig Leben einhauchen. Man denke nur an die resolute Wirtin in Paals Schenke, die gleich klarstellt, daß ihr Mann schon seit etlichen Monaten tot ist und eventuelle Gläubiger halt Pech haben. <g> Ansonsten gibt es noch jede Menge Actionszenen und zwischendurch auch einige nachdenkliche Töne, etwa als Matt nach eventuellen Spuren seiner Frau sucht. Alles in allem ein wunderbares Lesevergnügen.
    
     Fazit:
     Ein fabelhafter Roman, der den ersten Teil locker hinter sich läßt. Spannung, Humor und Action - was will man als Leser mehr?
     14 Punkte

Christian Spließ