Trim
Marath, Startac Schroeder und Keifan kommen durch das große
Portal auf einen weiteren unbekannten Planeten. Hier werden sie mit
allen anderen Flüchtlingen weitergeschleust und in ein Lager
verfrachtet. Hier erzählt Keifan ihnen seine
Lebensgeschichte:
Die Druiden von Couxhal sind überall im
Land Dommrath beliebt, da sie andere Leute heilen können. Dazu
geben sie ihnen den "Kuß". Sie setzten ihnen ihren Rüssel
auf die Stirn und können so in das Nervensystem der anderen
eindringen, von wo aus sie Veränderungen vornehmen.
Als Keifan älter wird, stellt sich
heraus, daß er anders ist als die anderen Druiden: Er kann
nicht heilen!! Für ihn und sein Selbstwertgefühl ist das
der Todesstoß. Von nun an zieht er sich viel lieber mit dem
alten Roboter Orkisme zurück.
Eines Tages kann er jedoch nicht mehr aus
seiner Haut heraus, und auf den freundlichen Druck seiner Eltern
beginnt er endlich seine Reise. Diese machen alle Druiden. Sie
durchstreifen das Land durch die Transmitter und lernen so die
verschiedensten Planeten und Völker kennen.
Auf seiner ersten Station erfährt
Keifan, wie sehr die Druiden überall in der Galaxis beliebt
sind. Überall, wo er auftaucht, wird er freundlich aufgenommen
und mit Geschenken überhäuft. Als sich dann herausstellt,
daß er kein Heiler ist, wird er nicht - wie er befürchtete
- verstoßen, sondern bemitleidet. Eines Tages jedoch kann er
nicht umhin, einmal einen Heilungsversuch zu unternehmen. Zu seiner
großen Überraschung gelingt dieser - endlich ist er selbst
ebenfalls ein Heiler.
Gestärkt von einer Welle der
Anerkennung, Sympathie und eigenem Selbstvertrauen zieht er daraufhin
mit einer ganz anderen Einstellung durch die Welt - bis er nach
Reyzer II gelangt. Hier tritt die "Seuche" auf - eine Krankheit,
gegen die es kein Heilmittel gibt, und auch die Druiden können
nicht helfen. Nur mit Mühe kann sich Keifan selbst vor der
Krankheit schützen, und voller Trauer zieht er durch das Meer
von Toten, die auf dem Planeten zurückbleiben. Inmitten dieses
Leides trifft er auf Sangelie, eine Druidin. Beide sind sich auf
Anhieb sympathisch, haben aber keine Zeit, das zu vertiefen, denn
fremde Raumschiffe tauchen über ihnen auf, die nach
Überlebenden suchen und diese an Bord holen. Die beiden Druiden
beobachten die Situation aus einem Versteck heraus, da sie nicht
wissen, um wen es sich hier handelt.
Als sie den Planeten verlassen, trennen sich
ihre Wege, worüber Keifan sehr enttäuscht ist.
Er trifft Sangelie erst wieder, als er nach
Hause kommt. Hier landet gerade ein Raumschiff der Astronautischen
Revolution. Der Kommandant bittet einige Druiden, mit ihm zu kommen.
Unter den Freiwilligen entdeckt er Sangelie, und im Nu ist er
ebenfalls an Bord des Schiffes.
Er und seine Angebetete sind fast sofort ein
Paar, aber das ist auf lange Zeit das letzte Glück, denn der
Kommandant des Schiffes fliegt über Jahre hinweg seine
langweilige Patroullienroute und läßt sich durch nichts
davon abbringen. Also müssen die Druiden wohl oder übel auf
dem Schiff leben und sich hier arrangieren.
Es dauert 14 Jahre, bis die Ereignisse sich
wandeln. Keifan und seine Gefährtin haben mittlerweile schon ein
10 Jahre altes Kind, als ihr Schiff tatsächlich mit einer
abgespaltenen Gruppe der Astronautischen Revolution in einen Kampf
verwickelt und abgeschossen wird. Auf der Flucht aus dem Wrack kommen
Sangelie und ihr Kind ums Leben.
Krank vor Trauer verschlägt es ihn
schließlich auf den Planeten, auf dem er einst seine Gabe
entdeckte. Hier zieht er sich in eine einsame Hütte zurück.
Als er von der Ankunft der Legionsschiffe erfährt, versetzt ihn
das in einen Schockzustand, aus dem er erst langsam aufwacht, als
Trim und Startac ihn auflesen.
Gemeinsam überlegen die drei nun, was
sie tun können. Sie beschließen sodann, sich zum
Hauptquartier der Astronautischen Revolution zu machen, da sie hier
hoffen, ein Raumschiff in die Milchstraße zu bekommen.
So, Dommrath-Band 2 - und immer noch ist
nichts Wesentliches passiert. In kurzen Worten ausgedrückt: Auch
hier handelt es sich einmal mehr um einen lupenreinen Füllroman.
ABER, im Gegensatz zu seinem Vorgänger fand ich diesen nicht so
strohtrocken langweilig. Statt dessen bekommen wir endlich einen
Einblick in die Galaxis, in der wir uns befinden.
Ich muß schon sagen, daß ich das
System der Transmitterstraßen durchaus sehr faszinierend finde.
Dadurch wird auch der Begriff "Land" ein bißchen deutlicher.
Wenn ich mich nur über Transmitter bewege, dann habe ich nie das
Gefühl, wirklich im Weltraum zu sein, sondern mich immer auf der
gleichen Ebene aufzuhalten - immer in demselben Land also. Find' ich
ein schönes Bild!
Mit Hilfe des Raumfahrtverbots lassen sich
aber auch sehr schön bestimmte Sektoren kontrollieren - vor
allem gegen unbefugten Zugang, und genau den wollen die
geheimnisvollen Ritter ja anscheinend unterbinden. Schließlich
gibt es keine Transmitterstraßen zu ihnen. Das ist ebenfalls
eine nette Idee.
Neben den Straßen werden aber noch ein
paar andere Dinge beschrieben. So bekommen wir einen kleinen Einblick
in die politischen Strukturen in Dommrath.
Anscheinend handelt es sich hier um eine
recht friedliche Galaxis. Diesen Eindruck könnte man zumindest
den Beschreibungen des Druiden Keifan entnehmen. Aber auch die hier
herrschenden Ritter (auch wenn diese schon lange nicht mehr gesichtet
wurden) haben ihre Widersacher: die Astronautische Revolution, und
später auch deren radikalere Splittergruppe.
Bei den Rittern scheint es sich einmal mehr
um eine recht klassische übergeordnete Ordnungsmacht handeln:
alt, langwierige Handlungsabläufe und für das wirkliche
Universum nicht mehr zu gebrauchen. Ich würde mich nicht
wundern, wenn hinter dem Widerstand gegen die Revolutionäre
nichts anderes als ein Automatensystem stecken würde. Das
könnte ich diesem Verein durchaus zutrauen.
Um was aber handelt es sich bei Keifan? Ich
muß sagen, daß hier mal wieder ein Charakter aufgetaucht
ist, der mir wirklich gut gefällt. Irgendwie habe ich seine
freundliche Art, mit der er durchs Leben geht, sofort liebgewonnen.
Er und seine Artgenossen passen recht gut in das Bild der friedlichen
Galaxis hinein, das bisher gezeichnet wurde. Friedlich und auf Gewalt
nicht vorbereitet. So sind sie mit ihrer großen
Sensibilität schließlich kaum fähig, sich gegen die
brutalen Vorgänge des Krieges durchzusetzen.
Ich hoffe sehr, daß man mit Keifan ein
wenig vorsichtiger umspringt, als man das mit manch anderen
Nebencharakter getan hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen,
daß - wenn man die Dommrath-Ebene beendet hat - hier kein Stein
mehr auf dem anderen stehen wird. Dann könnte doch wieder die
Stunde der Druiden schlagen, die sich den Überresten der
Vernichtung annehmen und wieder für Frieden und Ordnung
sorgen.
Ist doch auch eine nette Idee - oder etwa
nicht?
Fazit:
Bis auf ein paar Episoden hat mir dieser
Roman wirklich gefallen, und alle meine Hoffnungen dieser Ebene
liegen in den zarten Händen des Druiden Keifan.
11 Punkte
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Eine Lebensgeschichte steht an, und natürlich wird
hier wieder Horst Hoffmann aufgeboten, um diese zu
erzählen - ganz so, wie dies schon seit rund 5 Jahren,
bzw. spätestens seit Anfang des Thoregon-Komplexes,
Usus ist. An sich zu Recht, erinnern wir uns z.B. an die
Entstehungsgeschichte Goeddas, die Lebensgeschichte des/der
Mönchs/Mönchin Siebenton oder auch der Galornin
Kaif Chiriatha. Waren diese Romane jedoch teilweise
wirkliche Highlights der Serie, kann der vorliegende Roman
nicht so ganz überzeugen. |
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Bei dem Begriff "Druide" denke ich unwillkürlich an
Miraculix (* Wie, Du bist weder Rollenspieler noch Kelte?
;-) Heike), aber ein weiteres Eingehen auf diesen Punkt
spare ich mir... |