Band 2057: "Keifan, der Druide"

Autor: Horst Hoffmann

Trim Marath, Startac Schroeder und Keifan kommen durch das große Portal auf einen weiteren unbekannten Planeten. Hier werden sie mit allen anderen Flüchtlingen weitergeschleust und in ein Lager verfrachtet. Hier erzählt Keifan ihnen seine Lebensgeschichte:
     Die Druiden von Couxhal sind überall im Land Dommrath beliebt, da sie andere Leute heilen können. Dazu geben sie ihnen den "Kuß". Sie setzten ihnen ihren Rüssel auf die Stirn und können so in das Nervensystem der anderen eindringen, von wo aus sie Veränderungen vornehmen.
     Als Keifan älter wird, stellt sich heraus, daß er anders ist als die anderen Druiden: Er kann nicht heilen!! Für ihn und sein Selbstwertgefühl ist das der Todesstoß. Von nun an zieht er sich viel lieber mit dem alten Roboter Orkisme zurück.
     Eines Tages kann er jedoch nicht mehr aus seiner Haut heraus, und auf den freundlichen Druck seiner Eltern beginnt er endlich seine Reise. Diese machen alle Druiden. Sie durchstreifen das Land durch die Transmitter und lernen so die verschiedensten Planeten und Völker kennen.
     Auf seiner ersten Station erfährt Keifan, wie sehr die Druiden überall in der Galaxis beliebt sind. Überall, wo er auftaucht, wird er freundlich aufgenommen und mit Geschenken überhäuft. Als sich dann herausstellt, daß er kein Heiler ist, wird er nicht - wie er befürchtete - verstoßen, sondern bemitleidet. Eines Tages jedoch kann er nicht umhin, einmal einen Heilungsversuch zu unternehmen. Zu seiner großen Überraschung gelingt dieser - endlich ist er selbst ebenfalls ein Heiler.
     Gestärkt von einer Welle der Anerkennung, Sympathie und eigenem Selbstvertrauen zieht er daraufhin mit einer ganz anderen Einstellung durch die Welt - bis er nach Reyzer II gelangt. Hier tritt die "Seuche" auf - eine Krankheit, gegen die es kein Heilmittel gibt, und auch die Druiden können nicht helfen. Nur mit Mühe kann sich Keifan selbst vor der Krankheit schützen, und voller Trauer zieht er durch das Meer von Toten, die auf dem Planeten zurückbleiben. Inmitten dieses Leides trifft er auf Sangelie, eine Druidin. Beide sind sich auf Anhieb sympathisch, haben aber keine Zeit, das zu vertiefen, denn fremde Raumschiffe tauchen über ihnen auf, die nach Überlebenden suchen und diese an Bord holen. Die beiden Druiden beobachten die Situation aus einem Versteck heraus, da sie nicht wissen, um wen es sich hier handelt.
     Als sie den Planeten verlassen, trennen sich ihre Wege, worüber Keifan sehr enttäuscht ist.
     Er trifft Sangelie erst wieder, als er nach Hause kommt. Hier landet gerade ein Raumschiff der Astronautischen Revolution. Der Kommandant bittet einige Druiden, mit ihm zu kommen. Unter den Freiwilligen entdeckt er Sangelie, und im Nu ist er ebenfalls an Bord des Schiffes.
     Er und seine Angebetete sind fast sofort ein Paar, aber das ist auf lange Zeit das letzte Glück, denn der Kommandant des Schiffes fliegt über Jahre hinweg seine langweilige Patroullienroute und läßt sich durch nichts davon abbringen. Also müssen die Druiden wohl oder übel auf dem Schiff leben und sich hier arrangieren.
     Es dauert 14 Jahre, bis die Ereignisse sich wandeln. Keifan und seine Gefährtin haben mittlerweile schon ein 10 Jahre altes Kind, als ihr Schiff tatsächlich mit einer abgespaltenen Gruppe der Astronautischen Revolution in einen Kampf verwickelt und abgeschossen wird. Auf der Flucht aus dem Wrack kommen Sangelie und ihr Kind ums Leben.
     Krank vor Trauer verschlägt es ihn schließlich auf den Planeten, auf dem er einst seine Gabe entdeckte. Hier zieht er sich in eine einsame Hütte zurück. Als er von der Ankunft der Legionsschiffe erfährt, versetzt ihn das in einen Schockzustand, aus dem er erst langsam aufwacht, als Trim und Startac ihn auflesen.
     Gemeinsam überlegen die drei nun, was sie tun können. Sie beschließen sodann, sich zum Hauptquartier der Astronautischen Revolution zu machen, da sie hier hoffen, ein Raumschiff in die Milchstraße zu bekommen.
    
     So, Dommrath-Band 2 - und immer noch ist nichts Wesentliches passiert. In kurzen Worten ausgedrückt: Auch hier handelt es sich einmal mehr um einen lupenreinen Füllroman. ABER, im Gegensatz zu seinem Vorgänger fand ich diesen nicht so strohtrocken langweilig. Statt dessen bekommen wir endlich einen Einblick in die Galaxis, in der wir uns befinden.
     Ich muß schon sagen, daß ich das System der Transmitterstraßen durchaus sehr faszinierend finde. Dadurch wird auch der Begriff "Land" ein bißchen deutlicher. Wenn ich mich nur über Transmitter bewege, dann habe ich nie das Gefühl, wirklich im Weltraum zu sein, sondern mich immer auf der gleichen Ebene aufzuhalten - immer in demselben Land also. Find' ich ein schönes Bild!
     Mit Hilfe des Raumfahrtverbots lassen sich aber auch sehr schön bestimmte Sektoren kontrollieren - vor allem gegen unbefugten Zugang, und genau den wollen die geheimnisvollen Ritter ja anscheinend unterbinden. Schließlich gibt es keine Transmitterstraßen zu ihnen. Das ist ebenfalls eine nette Idee.
     Neben den Straßen werden aber noch ein paar andere Dinge beschrieben. So bekommen wir einen kleinen Einblick in die politischen Strukturen in Dommrath.
     Anscheinend handelt es sich hier um eine recht friedliche Galaxis. Diesen Eindruck könnte man zumindest den Beschreibungen des Druiden Keifan entnehmen. Aber auch die hier herrschenden Ritter (auch wenn diese schon lange nicht mehr gesichtet wurden) haben ihre Widersacher: die Astronautische Revolution, und später auch deren radikalere Splittergruppe.
     Bei den Rittern scheint es sich einmal mehr um eine recht klassische übergeordnete Ordnungsmacht handeln: alt, langwierige Handlungsabläufe und für das wirkliche Universum nicht mehr zu gebrauchen. Ich würde mich nicht wundern, wenn hinter dem Widerstand gegen die Revolutionäre nichts anderes als ein Automatensystem stecken würde. Das könnte ich diesem Verein durchaus zutrauen.
     Um was aber handelt es sich bei Keifan? Ich muß sagen, daß hier mal wieder ein Charakter aufgetaucht ist, der mir wirklich gut gefällt. Irgendwie habe ich seine freundliche Art, mit der er durchs Leben geht, sofort liebgewonnen. Er und seine Artgenossen passen recht gut in das Bild der friedlichen Galaxis hinein, das bisher gezeichnet wurde. Friedlich und auf Gewalt nicht vorbereitet. So sind sie mit ihrer großen Sensibilität schließlich kaum fähig, sich gegen die brutalen Vorgänge des Krieges durchzusetzen.
     Ich hoffe sehr, daß man mit Keifan ein wenig vorsichtiger umspringt, als man das mit manch anderen Nebencharakter getan hat. Ich könnte mir durchaus vorstellen, daß - wenn man die Dommrath-Ebene beendet hat - hier kein Stein mehr auf dem anderen stehen wird. Dann könnte doch wieder die Stunde der Druiden schlagen, die sich den Überresten der Vernichtung annehmen und wieder für Frieden und Ordnung sorgen.
     Ist doch auch eine nette Idee - oder etwa nicht?
    
     Fazit:
     Bis auf ein paar Episoden hat mir dieser Roman wirklich gefallen, und alle meine Hoffnungen dieser Ebene liegen in den zarten Händen des Druiden Keifan.
     11 Punkte

Alexander Haas

Eine Lebensgeschichte steht an, und natürlich wird hier wieder Horst Hoffmann aufgeboten, um diese zu erzählen - ganz so, wie dies schon seit rund 5 Jahren, bzw. spätestens seit Anfang des Thoregon-Komplexes, Usus ist. An sich zu Recht, erinnern wir uns z.B. an die Entstehungsgeschichte Goeddas, die Lebensgeschichte des/der Mönchs/Mönchin Siebenton oder auch der Galornin Kaif Chiriatha. Waren diese Romane jedoch teilweise wirkliche Highlights der Serie, kann der vorliegende Roman nicht so ganz überzeugen.
     Horst Hoffmann wurde die Aufgabe vorgesetzt, nicht nur den Druiden Keifan, sondern auch gleich eine ganze Galaxis vorzustellen. Daß er hieran nur scheitern konnte, muß ihm selber wohl auch bewußt gewesen sein, entschließt er sich doch zu dem Kunstgriff, praktisch den kompletten Roman als Erzählung des Druiden in Richtung der beiden Mutanten zu verfassen. So kann der Rezensent ihm wenigstens keine stilistischen Fehler vorwerfen, denn alles gehört zur Charakterisierung des Druiden - und dessen Sprache ist nun mal nicht die ausgefeilteste. Für diesen Trick bekommt HoHo von mir dann auch (nicht wirklich zählende) 15 Austrickspunkte - immerhin kann man ihm so auch keine logischen Fehler vorwerfen, da er mit Recht entgegnen kann, daß diese einzig und allein dem fehlerhaften Gedächtnis des Druiden entsprungen seien. Und in letzter Konsequenz kommt hinzu: Sollte ein späterer Roman inhaltlich den Aussagen dieses Romans widersprechen, kann man dies mit dem gleichen Hinweis ad acta legen. Sehr geschickt gemacht - das muß man neidlos anerkennen.
     Allerdings ruft diese Praktik dann auch den leisen Verdacht hervor, daß der Leser den Aussagen dieses Romans nicht unbedingt trauen sollte. Hierbei handelt es sich schließlich um einen rein subjektiven und keineswegs verbindlichen Eindruck dieser Galaxis. Das legt die Vermutung nahe, daß man in dieser Hinsicht doch einiges zurückhalten wollte, um es später aus dem Hut zu ziehen (die Kaninchenpraktik ist z.Zt. im Team wohl ziemlich beliebt, wenn ich mir die letzten Romane so ansehe - mit durchaus unterschiedlichem Erfolg...).
     Auch nach der Lektüre dieses Romans weiß der Leser kaum mehr über das Land Dommrath als vorher, außer, daß es eine schier nervende Menge diverser "rathischer" oder "do"-Sachen gibt. Schlicht und ergreifend alles wird mit einer dieser Bezeichnungen belegt. Auf die Dauer nervt das, und es zeugt nicht gerade von großer Ideenvielfalt...
     Ansonsten irrt der Druide Keifan eher etwas wirr durch die Gegend - was nicht weiter verwundern sollte, befindet er sich doch auf einer eher ziellosen Wanderschaft durch die Galaxis. Ähnlich ziellos wirkt dann auch der Roman, in dem alles und zugleich nichts ausgesagt wird.
     Ein wenig mehr als nur nervig ist dann auch der Erzählstil des Druiden. Die immer wiederkehrende namentliche Ansprache seiner Zuhörer ("Ihr müßt wissen, Startac Schroeder und Trim Marath, daß..." u.ä.) mag zwar bei einem wirklichen Erzähler so sein - im Roman jedoch stört es nicht gerade wenig. Und auch ansonsten labert der Druide eigentlich über große Teile des Romans einfach nur vor sich hin und nervt damit bereits nach einigen Seiten. Ja, ich weiß: Erzählstil des Druiden kann dem Autor nicht angehängt werden - wohl jedoch die hieraus resultierende Charakterisierung. Und diese ist schlicht und ergreifend langweilig und nervend. Es mag ja nun so sein, daß genau dies beabsichtigt war, doch wage ich dies dann doch zu bezweifeln.
     Zum Inhaltlichen: Tja, außer ein paar neuen Völkernamen (die teilweise auch nicht mehr ganz so neu sind - "Stuur" und "Stuhr" (Wie war das doch gleich noch mit der Ideenvielfalt???)) erfahren wir eigentlich kaum etwas Neues über diese Galaxis. Was bleibt, ist eine recht unzusammenhängende Lebensgeschichte, der irgendwie der richtige Biß fehlt. (* Wenn's nur der Biß ist, der Dir fehlt, dann ist's wohl Zeit für den zähen Riegel mit dem Löwenbild drauf. ;-) Heike)
     Ach ja, das Volk der Druiden. Dazu wollte ich doch auch noch etwas schreiben. Wir haben hier also ein ganzes Volk von "Wunderheilern" - irgendwie erinnert mich sowas an die Linguiden, die bekannterweise als galaxisweite Universal-Friedensstifter aufgetreten sind. Schon damals hatte ich ein paar Probleme damit, daß man gleich einem ganzen Volk eine seltsame Para-Gabe zugeteilt hat. Mit den Druiden scheint sich das jetzt zu wiederholen. Die galaktischen Intuitiv-Mediziner - muß das denn wirklich sein?!?
    
     Fazit:
     Für den Trick, den Druiden schnodderig in seinen Erinnerungen herumkramen zu lassen und damit jegliche (auch spätere) Logikfehler dem fehlerhaften Gedächtnis einer Handlungsperson zuordnen zu können, gibt's 15 Gummipunkte. Leider wird der Roman dadurch auch ein wenig irrelevant für die Handlung an sich (zudem nervt der Erzählstil des Druiden recht schnell, und der Leser erfährt eigentlich nichts Neues über das "Land Dommrath").
     Ich möchte mir zur Beschreibung dieses Romans ganz gerne einen Shakespeare-Titel ausleihen: "Viel Lärm um nichts" - das trifft die Sache noch am ehesten.
     3 Punkte.

Winfried Brand

Bei dem Begriff "Druide" denke ich unwillkürlich an Miraculix (* Wie, Du bist weder Rollenspieler noch Kelte? ;-) Heike), aber ein weiteres Eingehen auf diesen Punkt spare ich mir...
     Leider gilt auch für diesen Band, wie schon für den Vorgänger: "Gut gemeint" ist noch lange nicht "gut gemacht".
     Der Roman hat ein Grundproblem: Die Hauptperson, nämlich Keifan, ist nicht interessant. Der Druide ist mit einem einzigen Wort zu beschreiben: Er ist nett. Nicht mehr, und das reicht einfach nicht aus. Keifan ist ein an den Konflikten in Dommrath Unbeteiligter, dessen Wissen zudem ziemlich gering ist. Er hat weder ausgeprägte Fähigkeiten noch besondere Schwächen. Seine Geschichte ist daher ebenfalls belanglos. Die Odyssee des Druiden durch die Galaxis Dommrath ist nicht genug, um eine auch nur in Ansätzen spannende Geschichte zu erzählen.
     Die Idee einer Galaxis (fast) ohne Raumfahrt vermag von der Grundkonzeption her zu gefallen, aber in den ersten beiden Romanen merkt man nicht viel davon. Um wieviel lebendiger war Robert Feldhoffs einführende Beschreibung Dommraths an Hand der Seelenquells (PR 2049). Im vorliegenden Heft werden die verschiedenen Reisestationen des wandernden Druiden einfach nur abgehakt. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von Episoden, deren einzige Verbindung der Titelheld ist. Eine zusammenhängende Geschichte entsteht dadurch jedoch noch lange nicht.
     Man hätte besser daran getan, als Protagonisten beispielsweise einen Soldaten der Legion (falls es solche gibt - bisher tauchten nur Roboter auf) oder irgend jemanden von der Gegenseite zu verwenden. Solche Wesen haben im allgemeinen, da sie Partei in einem Konflikt sind, eine interessante Story zu berichten, denn sie haben eine Ideologie, Eigeninteressen oder sonstige Motive für ihre Handlungen (wie immer diese aussehen mögen). Damit werden sie selbst interessant, wobei dann beinahe nebensächlich ist, ob der Protagonist positiv oder negativ besetzt wird. Umfangreiches Wissen über Hintergründe muß ein solcher Handlungsträger auch nicht besitzen. Als Paradebeispiel wäre hier etwa der Wynger Plondfair zu nennen (PR 870, 871).
     Keifan hingegen ist bloßer Zuschauer mit einem zudem (trotz seiner unbestrittenen Intelligenz) begrenzten Horizont - und fehlendem Interesse an den Vorgängen, die um ihn herum ablaufen. So wird etwa ausgesagt, daß der Dommrath-Cluster 0001 mit dem Zentralplaneten Crozeiro für einen Druiden ohne eine spezielle Genehmigung nicht zugänglich ist (Seite 22). Keifan muß nicht zwangsläufig dorthin gelangen (auf Crozeiro gibt es bestimmt eine Menge Dinge, die im späteren Verlauf des Zyklus noch gelüftet werden), doch er bemüht sich nicht einmal. Der Druide ist eine durchweg passive Gestalt und eignet sich daher zwar vielleicht als Informationsträger, wirkt aber langweilig. Ihm fehlt jedes Identifikationspotential.
     Erst im letzten Drittel entwickelt der Roman sich einigermaßen, denn dort ergeben sich erste Möglichkeiten zu Spekulationen.
     Die Verhältnisse in Dommrath sind äußerst verworren. Immerhin: die Astronautische Revolution ist schon mindestens fünfzehn Jahre alt, aber sie kommt trotzdem nicht so recht voran. Dabei beschränken sich die Reaktionen der Legion eher auf punktuelle Gegenschläge. Und die Ritter von Dommrath treten wieder einmal nicht in Aktion (was aber auch nicht zu erwarten war). Ihre Schiffe stammen angeblich aus der Sternenkammer über dem Planeten Crozeiro (die, wie wir wissen, zwischenzeitlich bei der Aktion der Seelenquells gesprengt wurde)... Der Führer der Astronautischen Revolution, Ruben Caldrogyn, scheint ebensowenig zu existieren wie die Ritter. Was für eine Auseinandersetzung findet hier statt? Roboter kämpfen gegen Roboter. Handelt es sich womöglich um Scheinkämpfe zu einem noch nicht erkennbaren Zweck? Oder folgen da Maschinen, deren Schöpfer längst nicht mehr existieren, irgendwelchen uralten, längst überholten und nicht mehr gültigen Programmierungen?
     Die einzige Partei mit realen Zielen scheinen die Außenland-Kolonisten unter Rembatta O-E zu sein. Und die langen gleich richtig hin: Sie vernichten einen ganzen Planeten.
     Horst Hoffmanns Versuche, den Roman mit dem Roboter Orkisme um so etwas wie humoristische Einlagen zu bereichern, bleiben leider ebenfalls auf der Strecke. Die Wortspiele kommen nicht an; und ein verliebter Roboter, der Händchen hält, wirkt eher trashig. Spontan fällt dem Rezensenten hier die Gestalt des Roboters Folly Utter als positives Gegenbeispiel ein, der im so vielgescholtenen Cappin-Zyklus die Leser zu Lachstürmen reizte (vgl. etwa PR 452, 455 und 480).
     Insgesamt wirkt alles wie schon einmal dagewesen, und die Begeisterung, die in jüngster Vergangenheit z. B. die Schilderungen der Völker Segafrendos verschiedentlich beim Rezensenten auslösten (hier wäre etwa PR 2016 zu nennen), will hier an keiner Stelle aufkommen. Die über Dommrath vermittelten Informationen sind zwar nett, aber dem Roman fehlt das Flair.
    
     Fazit:
     Horst Hoffmann zeigt sich ungewohnt schwach. Er war bei seinen beiden "Gurken"-Romanen deutlich besser aufgelegt.
     4 Punkte

Hans-Joachim Kleimann