Professor Zamorra

Band 695: "Hexentod"

Statt sich selbst nach Paris zu begeben, nimmt Nicole Duval Kontakt mit Staatsanwalt Gaudian in Lyon auf, um Zamorra aus der Pariser Haft zu befreien, wo dieser wegen der Verdächtigung festsitzt, in kriminelle Machenschaften verwickelt zu sein, was auf eine Intrige des längst nicht mehr auf der Erde weilenden Odinsson zurückgeht.
     Gaudian gelingt dies, und schon bald ist Zamorra wieder frei.
     Stygia, die Fürstin der Finsternis, wird von den Thessalischen Hexen gebeten, den Lachenden Tod zu ihnen zu bringen. Mit Hilfe eines Bannspruchs, der - einmal angewandt - den Tod auf Distanz hält, gelingt ihr dies auch.
     Derweil holen die Hexen und die Baba Yaga den Zauberer Merlin aus seinem Versteck bei dessen Bruder hervor. Dieser kämpft zwar kurz gegen seine Gegnerinnen; als er jedoch sieht, daß sein Bruder ihm nicht beisteht, verzichtet Sid Amos auf den Einsatz seiner speziellen Mächte. Um ihn sich vom Leib zu halten, zwingt die Baba den Ex-Dämon dazu, Merlins Zauberwald wieder aufzubauen. Da sie sich der Kräfte Merlins bedient und die Thessalischen Hexen die Wiederaufforstung beobachten, kann Sid Amos nichts dagegen unternehmen. Allerdings zapft er, wie es einst sein Bruder bei ihm tat, Kräfte von Merlin ab, um schneller voranzukommen.
     Im Chateau Montagne haben derweil Zamorra und Nicole die drei von Merlin gesuchten magischen Gegenstände zusammen: die Harfe, die Flöte und den Kelch. Als Nicole alle zusammen auf einen Tisch legt, werden die beiden zu einer Tempelruine in der Nähe jenes Höhlensystems gerissen, in dem die Thessalischen Hexen seit Jahrhunderten leben - und wo Merlin bereits an einen Steinblock gekettet wurde.
     Während der Vollmond aufgeht, beginnt sich die Umgebung zu verändern. Bilder aus einer fernen Vergangenheit überlappen die Gegenwart. Die Bauten des Tempels erstehen von neuem, und ein uraltes minoisches Ritual zu Ehren der Götter beginnt.
     Auf dem Höhepunkt erdolcht Baba Yaga Merlin, während alle anderen sich nicht regen können.
     In Broceliande spürt Asmodis dessen Tod, da der Ex-Teufel seinem Bruder Kräfte abgesaugt hatte, um den Zauberwald schneller aufbauen zu können.
     Mit dem Kelch, den Zamorra besorgt hatte, fängt die Hexe Merlins Blut auf und trinkt dieses, während Nicole im Hintergrund die Harfe spielt. Dann spielt Baba Yaga auf der Flöte und beschwört die Frau im Mond, Othium Lunarsa, was die Thessalischen Hexen als Frevel empfinden.
     Die Hexe reicht Zamorra das Knochenmesser, mit dem sie zuvor Merlin getötet hatte. Der Dämonenjäger will sie nicht töten, doch Baba Yaga sendet ihm Bilder aus ihrem Leben, und letztlich tut er es doch.
     Ihr Blut fließt, sie lacht, und die Frau im Mond lacht auch. Der Wandteppich, in der ihr aller Schicksal prophezeit wurde, geht in Flammen auf.
     Im silbernen Mondlicht heilen Merlins Wunden, ebenso wie die der Baba Yaga.
     Diese erklärt dem Dämonenjäger, daß sie ihre eigene Tochter ist; sie starb, um in sich selbst wiedergeboren zu werden, was dieser nicht versteht.
     Der Lachende Tod findet sein Herz in seiner Brust wieder; der bislang auf ihm liegende Fluch existiert nicht mehr. In Zukunft kann er Frankreichs Boden wieder betreten.
    
     Irgendwie ist bei dem zweiten Teil nicht nur die Puppenspielerin verloren gegangen, zum Ende hin geht es dazu auch noch überaus konfus zu.
     Während Zamorra im ersten Teil berichtet, von Damona King selbst deren Erlebnisse geschildert bekommen zu haben, heißt es im zweiten Teil, er hätte es von Dritten erfahren; selbst hätte er sie nicht kennengelernt.
     Gute Idee, aber am Ende überhastet, und zu viele Nebenfiguren, die im wahrsten Sinne des Wortes in der Gegend rumstehen...
     Drei Minus.

Guido Latz