Wieder
einmal gibt es Rialla - das große Treffen aller Prinzen des
Landes, um Grenzen festzulegen, Gesetze zu bestimmen und
Verträge auszuhandeln. Zunächst scheint auch alles ganz
nach Rohans Plan zu laufen, der langsam aber sicher seinen Sohn als
seinen Nachfolger in der Prinzenmark etablieren will. Doch mit der
Ruhe ist es schnell vorbei, als der finstere Masul auftaucht. Er
behauptet, der rechtmäßige Sohn des lange verstorbenen
Roelstra zu sein - und somit auch Erbe der Prinzenmark.
Vor einem Moment noch sicherer Herrscher, befindet sich Hoheprinz
Rohan nun auf einmal in einer äußerst unangenehmen
Situation, denn es gibt nicht wenige, die Masul glauben - oder ihm
glauben wollen...
In Band vier überschlagen sich die Ereignisse. Ging es in Band 3
(aufgrund der Büchertrennung) eher etwas gemächlicher zur
Sache, so ist es nun Zeit, die Handlung voranschreiten zu lassen.
Dabei spielen vor allem die Elemente eine Rolle, die sich auch schon
im letzten Band angedeutet haben. Krieg ist weniger das zentrale
Mittel; statt dessen geht es verstärkt um Intrigen,
Täuschung und Magie. Sehr zu meinem Leidwesen nimmt dabei aber
wieder genau das Spiel der Charaktere verstärkt zu, das mir
schon in der Vergangenheit nicht besonders zugesagt hat. Es geht um
Adel, Ehre und darum, was die Herren Ritter, Prinzen, Knappen etc. so
alles treiben. Zeitweise hat man eher das Gefühl, einen
mittelalterlichen Roman zu lesen, wären da nicht andauernd die
Lichtläufer mit ihrer Magie.
Für mich haben viele dieser Elemente in der hier gebrauchten
Darstellung einen zu extrem kitschigen Geschmack, und das hat mir
sehr oft den Spaß am Lesen genommen. Auf der anderen Seite geht
die Autorin in ihren Schilderungen (also auch auf der kitschigen
Ebene) ihren gradlinigen und konsequenten Weg durch, und das ist
schon wieder imponierend. Ich weiß, daß es eine Menge
Menschen gibt, denen diese Schilderungen gefallen werden, und so
werden sie besonders an diesem Roman ihre wahre Freude haben.
Ansonsten habe ich schon fast das Gefühl, die Rezi vom letzten
Mal abschreiben zu können.
Die Handlung ist ein bißchen wirr und hat für meinen Teil
zu viele Charaktere, von denen nicht wenige auch immer unwichtig
bleiben und so für den Leser nur recht belanglose Details am
Rande sind. Der Roman an sich ist im großen und ganzen recht
gut geschrieben, wenn er auch am Ende doch ein wenig zu stark auf ein
Happy End getrimmt wurde. Während die Handlung die ganze Zeit
über recht gemächlich vor sich hinfließt, wird nun
nicht nur das Erzähltempo rapide angehoben; es passieren auch
(endlich) mal ein paar Überraschungen. Die aber steuern nur noch
konsequent auf das Ende zu und geben der Geschichte keine
großen Impulse mehr.
Fazit:
Der Kitsch nimmt zu, die Drachen sind fast gar nicht mehr dabei.
Ansonsten ist dieser Roman die konsequente Fortführung seines
Vorgängers.
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