Frank MacLachlan

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Band 30: "Die Stimmen der Ahnen"

Autor: Roger Corvey

Frank hat einen merkwürdigen Traum. Er handelt von der Zeit, in der er bei den Einwanderungsbehörden tätig war. Inmitten einer großen Halle ist ein alter Mann einfach umgekippt. Frank kümmert sich sofort um ihn, aber er hält nur noch eine Leiche in seinen Armen. Ohne Zögern bringt er den Leichnam zu einem großen Baum. Eine monströse Made verzehrt die Leiche, und Frank erwacht.
Frank erzählt Jane, Jack und Donna seinen Traum und zum ersten Mal auch etwas aus seiner Vergangenheit. Damals geschahen an Bord des Frachters Tabun, der eigentlich Einwanderer aus Sibirien transportieren sollte, sehr merkwürdige Vorfälle. Frank gelang es, das Monster, das an Bord wütete, mit einem Amulett zu vernichten. Daraufhin wurde er von einem Mr. Black für die UPO angeworben.
Jetzt scheint ihn die Vergangenheit eingeholt zu haben. Frank fliegt nach New York. Dort, so hofft er, wird er von seinem ehemaligen Kollegen Jem Näheres erfahren. Jem lebt mit einer der Einwanderinnen namens Taja zusammen. Diese hat die Ältesten ihres Clans zusammengerufen. Frank erfährt, daß die Einwanderer vor Urzeiten eine Auseinandersetzung mit einem feindlichen Schamanen hatten, der den Clan verfluchte: Alle Kinder von Schamanen werden zu Werwölfen. Plötzlich platzt Mr. Black herein. Damals ist er vom Werwolf gebissen worden und geht nun in Werwolfgestalt auf Taja los. Auch Taja ist eine Werwölfin, und es kommt zum Endkampf. Mit Eoins Hilfe gelingt es Frank, Black zu vernichten. Ob Eoin Taja auch vom Werwolf-Fluch befreit, ist nicht so sicher.

Diesmal darf der Leser also einen Blick in Franks Vergangenheit werfen. Hmm, ist es bei der Polizei von New York eigentlich üblich, daß man nach der Ausbildung rolliert? (Rolliert? Müßte das nicht rotiert heißen?) Auf jeden Fall hat man so geschickt die Tür für weitere Vergangenheitsepisoden offengehalten.
Warum der Roman allerdings so heißt, wie er heißt, ist mir ein Rätsel. Schließlich meldet sich im Roman nicht ein einziger Ahne zu Wort. Oder wird damit auf die Nebenhandlung angespielt, bei der ein Schamane offensichtlich Frank hilft, ohne daß er davon weiß? Who knows...
Nett ist auf jeden Fall Franks Gesangseinlage, der in seinem Traum "Yellow Submarine" anstimmt, um den Alten aus der vollbesetzten Halle zu schleppen. Der riesenhafte Baum dürfte eine Anspielung auf die Weltenesche der Germanen sein. Da Schamanen eine nicht geringe Rolle in dem Roman spielen, liegt diese Assoziation nahe. Und Mr. Black erinnert doch sehr an eine gewisse Filmfigur. ;-)
Ansonsten haben wir diesmal einen sehr soliden Roman vor uns. Bis auf diese rätselhafte Nebenhandlung, mit der der Rezensent jetzt persönlich nicht so viel anfangen konnte, vermag der Roman doch gut zu unterhalten. Einige Fragen bleiben zwar ungelöst - warum weiß der Chinese, mit dem Frank verabredet war, mehr als er? Und wer hat jetzt die Leitung der UPO in den Händen? - aber an und für sich ist der Roman besser als die Ägypten-Bände. :-) Und daß Werwölfe sich auch ohne Vollmond verwandeln können, legen wir jetzt mal als Serien-Eigenheit aus. *g*

Fazit:
Ein durchaus solider Roman, wie er öfters vorkommen könnte. Die Story ist zwar nicht allzu originell, aber nett erzählt.
8 Punkte

Christian Spließ