Band 27: "Ruf des Blutes"

Autor: Timothy Stahl

2508: Auf der elterlichen Farm von Rhian und Quinlan trifft ein monströses Gefährt ein. Der Fremde bittet die Eltern der Kinder um einen Schutz vor der Nacht, auch, um seinen Wagen zu reparieren. Mitten in der Nacht wird Rhian wach und bemerkt, daß Quinlan fort ist. Offenbar ist er zu dem Fremden geschlichen. Rhian folgt ihm - und tappt dabei in eine Falle. Der Fremde und ein hünenhaftes Wesen ermorden ihre Eltern und entführen Quinlan und Rhian.
2517: Matt ist auf dem Weg nach Washington. Auf seinem Weg stolpert er fast über eine Leiche - offensichtlich von einem Nosfera umgebracht - und wird von einer Art Kaffernbüffel angegriffen. Da ertönt eine beruhigende Melodie, die das Reittier des Ermordeten beruhigt. Der Fremde, der die Melodie gepfiffen hat, stellt sich Matt gegenüber als ein Trouveer mit Namen Jonpol Sombriffe vor. Er hat von Matt in Nuu'ork gehört. Als er erfährt, daß Matt auf dem Weg nach Washington ist, schlägt er ihm vor, ihn bis Phillia zu begleiten. Zudem werden dort in Kürze eine Reihe von Nosfera zusammentreffen, die dem Ruf des Blutes folgen. Es gibt Gerüchte darüber, daß die Nosfera sich zu einem Volk zusammenschließen wollen. Matt beunruhigt das natürlich; so erklärt er sich mit Jonpols Plan einverstanden.
2508: Rhian ist in ein ehemaliges Gefängnis gebracht worden. Dort werden an ihr und an anderen Kindern Experimente veranstaltet. Wofür diese gut sein sollen, weiß Rhian nicht. Erst als einer der legendären Rev'rends das Prison erstürmt, kann Rhian fliehen. Sie beschließt, gegen die Nosfera vorzugehen.
2517: Jonpol und Matt erreichen Phillia und werden von Nosfera in einen Hinterhalt gelockt. Doch eigentlich waren nicht sie das Ziel, sondern die Gruppe um Rhian. Matt und sie dringen kurz darauf in eine ehemalige Coca-Cola-Fabrik ein - dort soll das Treffen der Nosfera stattfinden.
Mitten in der Nacht bricht Jonpol noch einmal zur Fabrik auf - und erfährt dort, daß die Nosfera eine Art Blutersatz gefunden haben, mit Hilfe von Bunkermenschen. Wenn das wahr wäre, müßten die Nosfera nie mehr Menschen anfallen. Als Matt Rhian mit der Geschichte konfrontiert, erfährt er ihre wahren Beweggründe: Sie will Rache für das, was man ihr angetan hat. Sie läßt den Trouveer und Matt fesseln und bricht in die Fabrik auf. Die Nosfera sollen mit Hilfe von Schwarzpulver in die Luft gesprengt werden. Es gelingt Matt und Jonpol, sich zu befreien, aber sie können nicht mehr verhindern, daß Rhian die Fabrik in die Luft sprengt. Der Trouveer und Matt können noch rechtzeitig fliehen. Rhian aber geht zusammen mit den Nosfera unter.

Dieser Roman ist wie eine sehr düstere Ballade - eine tragische Sage, an deren Ende Matt wie der einsame Cowboy bedrückt in den Sonnenuntergang geht. Schon mit den ersten Worten versteht es Timothy, eine sehr bedrückende und dichte Atmosphäre zu schaffen. Die quälenden Selbstzweifel Matts, die Frage, ob das, was er tut, eigentlich sinnvoll ist - das zusammen mit der kargen Eiswelt bringt eine Atmosphäre hervor, die im Lauf des Romans noch düsterer und beinahe schon klamm wird. Ja, doch, klamm ist das richtige Wort dafür. ;-) Rhian ist zudem eine tragische Gestalt - und wie die Helden der klassischen Tragödie bezahlt sie am Ende für ihren Haß. Wobei man ihre Motive und Handlungen ja durchaus nachvollziehen kann.
Ein Gastspiel besonderer Art war natürlich der Auftritt des - ähem, besser eines Rev'rend. Sein Auftritt läßt schon mal Gutes für den Crossover-Band erahnen - na gut, der Rezensent ist halt ein Fan dieses verbohrten Dämonenjägers.

Fazit:
Was soll man noch groß dazu sagen? Tolle Atmosphäre, ein zweifelnder Held, eine Handlung, die abgeht wie eine Achterbahn - kurz, ein absolutes Highlight.
13 Punkte

Christian Spließ