Ruben
Caldrogyn ist ein Angehöriger des Volkes der Sambarkin. Diese
gelten als die bedeutendsten Forscher im Land Dommrath. Caldrogyn
wächst auf Yezzikan-Rimba auf. Sein Vater ist unbekannt,
dafür klammert sich seine Mutter an ihn. Um ihrem Einfluß
zu entkommen, begibt sich Caldrogyn in die planetare Hauptstadt
Kozomo Yessik. Dort will er an der Tashun-Reba studieren, der besten
Ausbildungsstätte von Yezzikan-Rimba.
Ruben Caldrogyn kommt in Kontakt mit dem bedeutenden Wissenschaftler
Vismar Elonkun. Dieser lebt weitgehend im Verborgenen und geht
seltsamen Studien nach. Zunächst drängt er Caldrogyn
seltsame "Bonbons" auf, nach deren Verzehr der junge Forscher
mehrfach bewußtlos wird. Jedesmal, wenn er kurz darauf wieder
zu sich kommt, wirkt er geistig wie befreit und stellt sich eine
Menge Fragen, die für ein Intelligenzwesen im Land Dommrath eher
untypisch sind. Vor allem beschäftigen ihn die Raumfahrt und die
Astronomie.
Während Caldrogyn in der wissenschaftlichen Hierarchie der
Sambarkin langsam, aber stetig aufsteigt, trifft er sich weiterhin
regelmäßig mit Vismar Elonkun. Er knüpft Kontakte zu
Angehörigen anderer dommrathischer Völker, ohne dabei
allerdings jemals seinen Heimatplaneten zu verlassen.
Schließlich unterstellt man ihm sogar, er habe Angst davor,
eines der Transmitterportale zu benutzen.
Ruben Caldrogyns Studien, die er zusammen mit Vismar Elonkun
unternimmt, fördern erstaunliche Ergebnisse zutage. Alle
Ereignisse in der Geschichtsschreibung der Sambarkin, die mit den
mysteriösen Rittern von Dommrath zu tun haben, sind nebulös
und nicht näher dokumentiert.
Die beiden Forscher erwerben einen seltsamen Datenträger, den
sie lange vergeblich zu entschlüsseln versuchen. Als es ihnen
schließlich gelingt, sind sie sprachlos. Der Datenträger
enthält die Dokumentation eines vergessenen Projektes: Das Volk
der Berku'Tama baute einst ein Raumschiff. Kaum war dieses von seinem
Probeflug zurückgekehrt, wurden die Transmitterportale auf ihrer
Welt deaktiviert. Raumschiffe der Legion landeten auf dem Planeten,
alle zur Raumfahrtindustrie gehörenden Anlagen wurden
demontiert, alle Daten vernichtet, die Raumfahrer getötet. Doch
seltsamerweise blieben weitere Repressalien der Legion aus. Man ging
zum Tagesablauf über, alle Erinnerungen an dieses Ereignis
wurden in kürzester Zeit systematisch ausgelöscht. Das zum
Bau des Schiffes notwendige Wissen und die benötigte Technologie
waren bei den Sambarkin bereits vorhanden.
Vismar Elonkun informiert Ruben Caldrogyn darüber, daß er
ihm über Jahre hinweg regelmäßig sogenannte
"Neuro-Transmuter-Pakete" (NTPs) verabreicht hat. Es handelt sich
hierbei um Chemikalien, die bestimmte Gedächtniszentren
aktivieren, die bei allen Sambarkin aus mysteriösen Gründen
blockiert sind. In ihren Gehirnen existiert eine Blockade, die
jedesmal wirksam wird, wenn es um Raumfahrt oder damit verbundene
Themen geht. Diese Blockade wurde auch in der Erbmasse der Sambarkin
verankert.
Ruben Caldrogyn ist inzwischen zum Obersten Lehrer der Tashun-Reba
aufgestiegen. Als er wieder einmal seine Mutter besucht, findet er
zufällig heraus, daß Vismar Elonkun sein Vater ist. Der
hat seinen Sohn gezielt manipuliert, damit dieser seine Forschungen
fortsetzt. Es kommt zu einer letzten Begegnung: Elonkun stirbt an den
Nebenwirkungen der NTPs, die auch er selbst viele Jahre lang zu sich
genommen hat.
Caldrogyn unternimmt weitere Nachforschungen. Mit Hilfe der NTPs
gewinnt er weitere Sambarkin für sich, indem er ihre
Gedächtnisblockade löst. Er läßt eine
Übersicht über die Entwicklungsgeschichte der sambarkischen
Wissenschaft erstellen und findet dabei heraus, daß der
Kenntnisstand seit Jahrtausenden derselbe ist. Die Sambarkin
entdecken immer wieder neue Dinge, doch diese geraten nach einiger
Zeit wieder in Vergessenheit, so daß sich die Forschung
praktisch im Kreis bewegt. Es wird offensichtlich, daß die
Ritter von Dommrath gezielt dafür sorgen, daß jeder
Fortschritt nach einiger Zeit wieder verlorengeht.
Schließlich gründen Ruben Caldrogyn und seine Freunde eine
Astronautische Loge. Ein Raumfahrtprogramm wird initiiert. Alles
geschieht im Verborgenen, damit die Ritter von Dommrath und ihre
Spione nicht aufmerksam werden. Immer mehr Sambarkin werden mit Hilfe
der NTPs von der Gedächtnisblockade befreit. Da man vermutet,
daß die Ritter ihre Manipulationen mit Hilfe psionischer
Energien bewerkstelligen, werden für alle Sambarkin
Anti-Psi-Geräte konstruiert, um sie vor weiteren Manipulationen
zu schützen. Leistungsfähige Teleskope und
Weltraum-Ortungsgeräte werden entwickelt. Mit diesen
Geräten entdeckt man, wie die Raumschiffe der Legion eine
Invasion von Fremden aus einer Nachbargalaxis
zurückschlagen.
Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, daß die Ritter von
Dommrath ihre Galaxis sowohl nach innen wie auch nach außen
völlig abschirmen. Sie bewahren für die Völker
Dommraths eine Art Frieden, doch nur zu ihren Bedingungen.
Auf Yezzikan-Rimba gewinnen Ruben Caldrogyn und seine Anhänger
stetig an Einfluß, denn sie finden längst vergessene
Erkenntnisse gezielt wieder auf und bringen so die Wissenschaft rasch
voran. Schließlich übernehmen sie die Regierungsgewalt.
Man nimmt Kontakt zu anderen Völkern auf und informiert diese
über das gewonnene Wissen. Schließlich wird
öffentlich die Astronautische Revolution ausgerufen. Der Bau von
Raumschiffen beginnt in großem Stil.
Zunächst schließen sich der Revolution hunderte von Welten
an. Die Ritter schalten die Transmitterportale auf diesen Planeten
zunächst ab, doch dann nehmen die Portale wieder ihren Dienst
auf. Als die Völker in den betreffenden Sektoren Dommraths
bemerken, daß sich durch die Astronautische Revolution nichts
Entscheidendes für sie geändert hat, versandet die Bewegung
schließlich. Die Zahl ihrer Anhänger wird
rückläufig.
Die Legion reagiert. Ihre Schiffe landen auf verschiedenen Welten und
zerstören die Raumschiffsfabriken, nach Möglichkeit jedoch
ohne ein Intelligenzwesen zu töten. Um den Zentralplaneten der
Revolution zu schützen, wird ein Minenfeld um das System
gelegt.
Dann spalten sich die Außenland-Kolonisten ab. Rembatta-O-E,
ihr Führer, vertritt die These, eine Revolution brauche Opfer
und Haß. Er will den Glauben der Völker an die Ritter und
ihre angeblich hochstehende Ethik dadurch zerstören, daß
er die Legion zwingt, auf seine Gewalttaten zu reagieren. Die
Außenland-Kolonisten vernichten den Heimatplaneten der Druiden
und erklären der Astronautischen Revolution den Krieg. Doch die
Ritter von Dommrath lassen sich nicht aus der Reserve locken.
Ruben Caldrogyns Mutter verübt einen Mordanschlag auf ihren nach
ihrer Meinung fehlgeleiteten Sohn, wird jedoch von diesem
getötet.
Schließlich trifft der Revolutionsführer auf die beiden
terranischen Mutanten und den Druiden. Er will sie zunächst als
Spione der Ritter töten, läßt sich dann aber von
Keifan umstimmen. Zusammen mit Startac Schroeder teleportiert er in
die Untergrundanlagen unter dem Transmitterportal von Yezzikan-Rimba,
die bisher für die Dommrather unzugänglich waren. Die
beiden bleiben verschollen.
Zur selben Zeit materialisiert an den Grenzen des Systems eine
Kampfflotte der Außenland-Kolonisten.
Na also, es geht doch.
Unerfindlich bleibt nur, weshalb das jedesmal so lange dauern
muß...
Der Roman hat eigentlich alles, was ein gutes PR-Heft ausmachen
sollte: Es ist zwar nicht gerade der völlige Reißer, aber
eine solide Story mit einem interessanten Hauptcharakter, etliche
Hintergrundinfos...
Endlich wird Dommrath einmal so geschildert, wie man es sich
gewünscht hat. Leo Lukas macht seine Sache für einen
Gastautor gut. Mit der Entwicklungsgeschichte Ruben Caldrogyns hat er
ein weitgehend abgeschlossenes Thema, das sich aber dennoch homogen
in die Serie einfügt. Sein Stil ist so PR-typisch, daß er
als "Gastautor" kaum auffällt. Lukas paßt sich nahtlos
ein. Mehr noch: Nach den eher enttäuschenden Romanen der letzten
Wochen hat man endlich einmal wieder einen Roman vor sich, den man
nicht nach zehn Seiten gelangweilt wieder aus der Hand legt. Zudem
kommen die Ereignisse so langsam in Fahrt. Der Konflikt zwischen der
Astronautischen Revolution und den gewalttätigen
Außenland-Kolonisten ist nach diesem Roman vorprogrammiert, und
am Ende des Heftes taucht auch noch eine große Flotte der
Kolonisten auf. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.
Startac Schroeder und Ruben Caldrogyn sind verschollen. Auch hier
geht es weiter. Hoffentlich nicht wieder mit einem
Lückenfüller, aber die beiden Romane danach (2061/62)
stammen von Uwe Anton und Rainer Castor und wecken daher hohe
Erwartungen.
Aber auch der Roman selbst bietet nicht ausschließlich die
übliche Rhodan-Kost. Gut gefallen haben mir vor allem die
Einschübe, die den Mordanschlag auf den "Revolutionsführer"
schildern. Hier zieht Lukas ein einziges Ereignis geschickt über
den ganzen Roman, um erst ganz zum Schluß die Identität
des Attentäters zu enthüllen. Derartige stilistische
Experimente möchte man öfter sehen...
Für einen Mann, der eigentlich Kabarettist ist, fehlt
naturgemäß zwar der Brachialhumor; aber dafür sind
die Dialoge (und gerade die zwischen Ruben Caldrogyn und seinem
Vater) ziemlich von Ironie geprägt, und der Song: "Kozomo
Yessik, Kozomo Yessik, ...ich möchte ein Teil von dir sein..."
(Seite 9) stammt im Original offenkundig von Frank Sinatra ("New
York, New York"). Nett.
Fazit:
Der Gastautor überzeugt.
11 Punkte
|
Leo Lukas ist ein Name, den ein recht großer
Prozentsatz der Leserschaft hier wohl zum ersten Mal
gehört hat. Denn der österreichische Kabarettist
ist zwar in seinem Heimatland eine feste Größe in
der Kleinkunstgemeinde, doch oberhalb des
"Weißwurstäquators" ist er wohl eher ein
unbeschriebenes Blatt. Mit diesem Roman hat sich das
zumindest für die PR-Leserschaft deutlich
geändert. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |