Professor Zamorra

Band 696: "Horror aus dem Eis"

In der nordkanadischen Provinz Nanuvut erhält Agkahr, Anführer der Tulis-Yon (dem Volk der Wolfsköpfigen), von Kuang-shi in einem Traum die Order, eine Armee aufzurüsten, wie es sie schon einmal gegeben hat. Die Tulis-Yon rekrutieren ihre Soldaten, indem sie Menschen töten. Ist das Opfer blutleer, steht es als Tulis-Yon wieder auf. Das Volk ist auch im Besitz des Huang Shi, eines geheimnisvollen Steins.
Auf dem Weg dorthin befinden sich auch Zamorra und Gryf. Letzterer hatte den Tip bekommen, daß sich der Vampir Fu Long und seine Sippe dort aufhalten sollen; von den Tulis-Yon wissen sie nichts.
Nicole nimmt an der Vampirjagd nicht teil. Da Gryf den Vampir zu töten beabsichtigt, Zamorra sich damit jedoch schwertut (und es ihr außerdem wohl zu kalt im Norden Kanadas ist), besucht sie stattdessen Monica und Uschi Peters, die kurz davor stehen, sich von Ty Senaca zu trennen. Nicht nur ihnen gegenüber hat sich ihr alter Freund verändert; nach dem Wiedereintritt von Rhet Riker in die Firma forciert man die feindliche Übernahme des schärfsten Konkurrenten von Zamorra-Kampfgefährte Carsten Möbius. Der Versuch der Zwillinge, von einem geheimnisvollen Informanten Daten über die Pläne von Tendyke Inc. herunterzuladen, mißlingt.
Die beiden Dämonenjäger hören gleich nach ihrer Ankunft von zwei verschwundenen Zivilisten. Natürlich fällt ihr Verdacht auf den Vampir, doch in Wirklichkeit sind die Tulis-Yon verantwortlich. Am Tatort setzt Zamorra Merlins Stern ein, doch während der Zeitschau greifen die Tulis-Yon sie an, wobei auch noch zwei Vampire in den Kampf eingreifen. Während Zamorra in den Unterschlupf der Tulis-Yon verschleppt wird, wo er langsam aber beständig Blut verliert, kann sich Gryf mit einem zeitlosen Sprung in Sicherheit bringen.
Fu Long sucht natürlich nach dem Huang Shi, der seiner Überzeugung nach einen Krieg unter Vampiren für ihn entscheiden wird. Als er von Zamorras Entführung erfährt, schickt er seine Sippe los, um ihn zu finden.
Zamorra kann sich aus seinen Fesseln befreien, den Stein an sich nehmen und flüchten.
Fu Long findet jedoch zuerst Gryf, der bereits von zwei Polizisten aufgegriffen wurde. Unter Hypnose erzählt einer von ihnen von der gesuchten Höhle.
Der anschließende Kampf zwischen den beiden ist ziemlich kurz; da Fu Long an seinem Leben hängt, zieht er einen taktischen Rückzug vor. Dieser führt ihn zu Zamorra, der seine blutenden Wunden mit dem geheimnisvollen Stein hatte verschließen können.
Fu Long zeigt dem Meister des Übersinnlichen Bilder eines kommenden Krieges unter den Vampiren. Dann will er den Huang Shi an sich nehmen. Da jedoch Gryf naht, zieht er sich ohne diesen zurück...

Am Anfang des Romans träumt Nicole davon, ihren Partner als Vampir zu sehen. Auch wenn die Tulis-Yon keine Vampire sind, ihr Keim andersartig ist, so dienen sie doch Kuang-shi, einem Vampir.
Die Darstellung dieses Gegners - obwohl er immer im Erwachen begriffen ist! - ist um einiges bedrohlicher, imposanter und beeindruckender beim Lesen als all die in den letzten Bänden kurzzeitig aufgetauchten "Gegner". Kuang-shi hat was, ebenso wie Fu Long.
Daß Gryfs Kräfte relativ schnell nachließen, ist natürlich dramaturgisch wichtig, paßt aber nicht zu dem Silbermond-Druiden, der sonst wie wild hin- und herspringt; wenn er nun gerade von einem anderen "Einsatz" gekommen und ausgelaugt gewesen wäre, okay - aber so...
Und einen Minuspunkt gibt's. ;-)
Zamorra und Nicole machen zweimal ansatzweise abfällige Bemerkungen über Kylie Minogue. Bei Danni hätte ich's verstanden, aber nicht bei der großen Schwester. <g>

13 Punkte.

Guido Latz