Ein Hüter der Macht namens Bernhard Roosevelt fährt das
Team mit unbekanntem Ziel durch die Bostoner Innenstadt. Ziel der
Fahrt ist eine offizielle Vorstellung - das Team soll endlich dem
Obersten Hüter der Macht persönlich begegnen. Diese
Hals-über-Kopf-Aktion ist dem Team zwar alles andere als
angenehm, aber es nutzt die Chance.
Zur gleichen Zeit geht Raniel Morar der Meldung eines
Poltergeist-Phänomens nach. Er findet zwar, daß das reine
Zeitverschwendung ist, aber Dienst ist Dienst. Seine Verfolgung durch
Gestaltlose bemerkt er erst, als es schon längst zu spät
ist.
Roosevelt und das Team erreichen eine Lagerhalle im Bostoner Hafen.
Nachdem sie zwei Wächter passiert und eine Stahltür
durchschritten haben, befindet sich das Team in der Wohnstatt der
Hüter. Sie werden von D'Arroyo empfangen. Das Treffen dient
tatsächlich dazu, das Team mit den Hütern vertraut zu
machen. Die Hüter bewohnen ein Schloß, das den Augen der
Welt verborgen ist.
Am nächsten Morgen durchstreifen Jane und Donna die
Räumlichkeiten und gelangen schließlich in einen
kirchenähnlichen Raum. Dort werden sie von einem Feuerball
angegriffen. Es gelingt Jane, den Angriff mit ihren hexerischen
Fähigkeiten zu stoppen. Sie und Donna kommen mit leichten
Verletzungen und dem Schrecken davon.
Als D'Arroyo von den Vorfällen hört, ist er sehr
bestürzt. Er vermutet, daß jemand durch das Tor in Boston
in die Residenz der Hüter eingedrungen ist. Das Team jedoch
meint, daß einer der Hüter selbst hinter den Angriffen
steckt. Es gibt eine Methode, die fremde Magie
zurückzuverfolgen. Da die Wächter des Tores
bestätigen, daß niemand das Tor durchquert hat, kann sich
der Angreifer nur in der Burg selbst befinden. Jane findet den
Verräter, der sie augenblicklich auf der Terrasse des Schlosses
angreift. Frank gelingt es, Jane aus der Schußlinie des
Attentäters zu bringen, während ein Hüter mit dem
Verräter ringt. Während des Zweikampfes fallen beide
über die Terrasse in einen tiefen Abgrund.
Bedrückt verabschiedet D'Arroyo das Team. Er ahnt nicht,
daß der Angriff des Attentäters nur eine Finte von
MacDonald war, der damit vom echten Maulwurf Morar ablenken
wollte.
Jack Claim entdeckt in Boston, daß die Lagerhalle, durch die
das Team in die Residenz der Hüter gelangt ist, durch einen
Vorfahr von ihm erbaut worden war - mit Namen Jack Claim.
Steve Byrons Erstlingsroman liest sich über weite Strecken ganz
gut und sehr flüssig - auch wenn sein Stil sich wohl noch etwas
entwickeln muß, aber dazu später. Das ist schon mal ein
Pluspunkt. Kommen wir zu den weniger schönen Stellen des
Romans...
Endlich lernt das Team also D'Arroyo selber kennen. Nun, von den
Hütern sind sie ja schon einiges gewohnt - der Rezensent
würde sich jedenfalls nicht so ohne weiteres einem vollkommen
Fremden anvertrauen. Auch wenn er behauptet, einer der Hüter zu
sein. Kann ja sein, daß Roosevelt sich irgendwie ausgewiesen
hat, aber da es nicht explizit im Roman steht - wie gesagt, der
Rezensent wäre da doch sehr, sehr mißtrauisch.
Die Helden kommen also an dieses Bostoner Tor, das von zwei Wachen
kontrolliert wird. Merkwürdig, daß diese von der geplanten
Begegnung nichts wissen. Das spricht doch nicht sehr für eine
gut organisierte Gemeinschaft, wenn die rechte Hand nicht weiß,
was die linke tut. (* He, da könnte doch jeder kommen und
behaupten, durch das Tor zu dürfen... Was also tut ein guter
Wächter? Er mißtraut - und zwar jedem. Heike)
Möglich wäre ja, daß D'Arroyo wirklich nur Roosevelt
von seinem Wunsch erzählt hat. Möglich auch, daß die
Wachen nicht zu den Hütern gehören. Das scheint einige
Seiten später bestätigt zu werden. Nun ja... Okay,
schlechte Lichtverhältnisse führen des öfteren dazu,
daß man den eigenen Mann nicht erkennt. (* Oh ja. Auf diese
Weise sind leider schon häufig Verbündete um ihr Leben
gekommen
Heike) Und das mit dem Codewort ist ja einige
Sätze später noch geschickt hineingemogelt worden. Dennoch
- hmmm.
Kommen wir zu D'Arroyo selbst. Wie alt ist der Mensch eigentlich? In
früheren Romanen tritt er eigentlich sehr selbstbewußt
auf. In diesem Roman jedoch wirkt er eher wie ein
verschüchtertes Kleinkind denn wie der Führer eines Ordens.
Mag sein, er hat die Möglichkeit eines internen Verrats nicht
vorhergesehen - aber gerade er als Oberster Hüter sollte dann
nicht bedrückt und betrübt danebenstehen, sondern handeln.
Aber weitestgehend überläßt er dem Team die
Initiative. In der Szene nach dem Angriff auf Jane ist es zum
Beispiel Jack, der vorschlägt, doch mal nachzusehen, ob wirklich
keiner durch das Tor gekommen ist. Jack ist es auch, der in der
Bibliothek nachsieht. Da sollte sich D'Arroyo doch besser auskennen,
oder?
Nun ja, es wäre nett, wenn sich die Autoren mal auf ein
stimmiges Bild einigen könnten. Abgesehen davon, daß
D'Arroyo sich hier etwas seltsam verhält, schwafelt er auch
noch
"Mir wurde auferlegt, der Oberste Hüter der Macht zu
sein, ein Begriff, der Ihnen, nach all dem Schrecken, der über
Sie hereinbrach in der letzten Zeit, nicht mehr fremd sein
dürfte." Sätze wie dieser sollen zwar pathetisch wirken,
sind aber leider nur Geschwafel und wirken sehr lächerlich.
Abgesehen davon, daß Bandwurmsätze dem Leser nicht gerade
entgegenkommen - es sei denn, man heißt Kleist oder Thomas
Mann, dann darf man sowas. ;-) Da muß Steve Byron doch noch ein
bißchen an seinem Stil feilen.
Fazit:
Zwar ist dieser Roman ordentlich geschrieben, doch angesichts der
Tatsache, daß D'Arroyo hier enorm schwafelt und es einige
merkwürdige Stellen gibt, kommt es zu folgender
Punktewertung:
5 Punkte