Band 28: "Arena der Götter"

Autor: Jo Zybell

Rulfan und Aruula sind mit der Twilight of the Gods, Smythes Luftkissenboot, auf dem Weg nach Meeraka. Unterwegs begegnen sie einem Schiff der Nordmänner. Diese sind kurz zuvor von den Kindern, die sie von den Dreizehn Inseln entführt hatten, überwältigt worden. Natürlich wollen die Kinder jetzt zurück in ihre Heimat. Doch Rulfan überzeugt sie, auf der früheren Insel Island zunächst einmal Wasser und Proviant zu besorgen.
Auf Island erhält der Göttersprecher Thul' anymo eine Warnung von seinem Gott Thul'an'aizir. Der Angriff des bösen Gottes Liob'hal'bakor steht kurz bevor, und die Izekos sollen sich gegen ihn rüsten. Wie immer wird der böse Gott seine Diener, die Dra'flais, in den Kampf schicken.
Als Aruula und Rulfan in Island landen, werden sie Zeuge dieses Angriffs. Ohne lange zu zögern, kämpfen sie auf der Seite der Izekos und werden von diesen als Götterboten verehrt. Zwar hat Thul'an'aizir Schiffe in seinem Reich verboten, und die Izekos werden diese auch bald vernichten, aber den Götterboten und den Kindern wird Respekt gezollt. Ihnen zu Ehren veranstaltet man ein Fest, bei dem sich Rulfan und Aruula sehr nahe kommen.
Zwei Entitäten, bei denen es sich um die sogenannten Götter handelt, unterhalten sich, und bald wird klar, daß die Izekos und die Dra'flais nichts anderes sind als Mitwirkende eines gewaltigen Experimentes. Oft wird von Verbesserungen und Modifizierungen gesprochen.
Thul'anymo befiehlt unterdessen, die Schiffe zu versenken. Aruula, die heimlich gelauscht hat, weiß davon, und gemeinsam mit Rulfan kann sie verhindern, daß die Boote vernichtet werden. Fast gleichzeitig sind die Dra'flais Liob'hal'bakors ins Lager eingebrochen und haben einige der Kinder verschleppt. Rulfan und Aruula machen sich zu Liob'hal'bakors Wohnstätte auf, die im alten Reykjavik liegt.
Es gelingt ihnen, die Eiskuppel zu durchdringen und die Kinder zu finden. Sie wissen nicht, daß die beiden Entitäten mittlerweile zu dem Entschluß gekommen sind, daß sie die Nervensysteme Rulfans und Aruulas brauchen. Mit knapper Not können die beiden entkommen, nachdem sie die Kinder aus einem ehemaligen Genlabor befreien konnten. Aruula und Rulfan machen sich wieder auf den Weg nach Meeraka.

Jo Zybells Romane sind, wie Mad Mike das so schön auf der Leserseite beschreibt, das Knochengerüst, auf das die anderen Autoren Fleisch packen. Für diesen Roman stimmt wenigstens der erste Teil des Vergleichs.
Erneut greift Jo auf Motive des Hardcovers zurück und gibt damit dem roten Faden der Serie eine neue Richtung. Die beiden Entitäten auf Island erinnern doch - auch vom Aufbau ihrer Namen her - an die im Hardcover erwähnten Entitäten, die in Christopher-Floyd saßen. Sind sie an der Degeneration der Menschheit und an den zahlreichen Mutationen schuld? Hmm, das letztere scheint der Roman indirekt zu bestätigen. Schließlich ist ja immer die Rede von Modifikationen und bionischem Material. Die Gen-Fabrik, in der Liob'hal'bakor lebt - es lebe Copy und Paste ;-) - ist ein weiterer Beweis dafür. Offenbar scheinen die Eintitäten einen Ausweg aus einer kritischen Lage zu suchen. Das verspricht ja noch sehr interessant zu werden. Ansonsten spult sich die Handlung sehr routiniert ab. Jo versteht sein Handwerk. Jedoch fehlt dem Rezensenten das gewisse Etwas. Es ist halt sehr nett geschrieben und nett erzählt, aber halt nichts Besonderes. Eben nett.
Aruulas Verbitterung ist nachvollziehbar, aber einen derart harten Charakterzug hätte man jetzt nicht ohne weiteres an ihr erwartet. Ihr kleines Schäferstündchen mit Rulfan hat die Fans schon etwas erregt - nein, nicht in dem Sinne ;-) (* Oh, wer weiß, Christian, wer weiß...? ;-) Heike) - aber da Matt im letzten Band ja auch... Zudem, sind unsere Moralvorstellungen so ohne weiteres in eine ferne Zukunft übertragbar? Am Ende des Romans stellt Aruula jedoch eindeutig klar, daß die Sache mit Rulfan nur ein Ausrutscher war. Und wir atmen erleichtert auf. ;-)

Fazit:
Der Roman ist routiniert erzählt und erhellt einiges von dem Rätsel, das den Kometen umgibt. Man darf gespannt sein, was die nächsten Bände bringen.
8 Punkte

Christian Spließ