Rulfan und
Aruula sind mit der Twilight of the Gods, Smythes Luftkissenboot, auf
dem Weg nach Meeraka. Unterwegs begegnen sie einem Schiff der
Nordmänner. Diese sind kurz zuvor von den Kindern, die sie von
den Dreizehn Inseln entführt hatten, überwältigt
worden. Natürlich wollen die Kinder jetzt zurück in ihre
Heimat. Doch Rulfan überzeugt sie, auf der früheren Insel
Island zunächst einmal Wasser und Proviant zu besorgen.
Auf Island erhält der Göttersprecher Thul' anymo eine
Warnung von seinem Gott Thul'an'aizir. Der Angriff des bösen
Gottes Liob'hal'bakor steht kurz bevor, und die Izekos sollen sich
gegen ihn rüsten. Wie immer wird der böse Gott seine
Diener, die Dra'flais, in den Kampf schicken.
Als Aruula und Rulfan in Island landen, werden sie Zeuge dieses
Angriffs. Ohne lange zu zögern, kämpfen sie auf der Seite
der Izekos und werden von diesen als Götterboten verehrt. Zwar
hat Thul'an'aizir Schiffe in seinem Reich verboten, und die Izekos
werden diese auch bald vernichten, aber den Götterboten und den
Kindern wird Respekt gezollt. Ihnen zu Ehren veranstaltet man ein
Fest, bei dem sich Rulfan und Aruula sehr nahe kommen.
Zwei Entitäten, bei denen es sich um die sogenannten Götter
handelt, unterhalten sich, und bald wird klar, daß die Izekos
und die Dra'flais nichts anderes sind als Mitwirkende eines
gewaltigen Experimentes. Oft wird von Verbesserungen und
Modifizierungen gesprochen.
Thul'anymo befiehlt unterdessen, die Schiffe zu versenken. Aruula,
die heimlich gelauscht hat, weiß davon, und gemeinsam mit
Rulfan kann sie verhindern, daß die Boote vernichtet werden.
Fast gleichzeitig sind die Dra'flais Liob'hal'bakors ins Lager
eingebrochen und haben einige der Kinder verschleppt. Rulfan und
Aruula machen sich zu Liob'hal'bakors Wohnstätte auf, die im
alten Reykjavik liegt.
Es gelingt ihnen, die Eiskuppel zu durchdringen und die Kinder zu
finden. Sie wissen nicht, daß die beiden Entitäten
mittlerweile zu dem Entschluß gekommen sind, daß sie die
Nervensysteme Rulfans und Aruulas brauchen. Mit knapper Not
können die beiden entkommen, nachdem sie die Kinder aus einem
ehemaligen Genlabor befreien konnten. Aruula und Rulfan machen sich
wieder auf den Weg nach Meeraka.
Jo Zybells Romane sind, wie Mad Mike das so schön auf der
Leserseite beschreibt, das Knochengerüst, auf das die anderen
Autoren Fleisch packen. Für diesen Roman stimmt wenigstens der
erste Teil des Vergleichs.
Erneut greift Jo auf Motive des Hardcovers zurück und gibt damit
dem roten Faden der Serie eine neue Richtung. Die beiden
Entitäten auf Island erinnern doch - auch vom Aufbau ihrer Namen
her - an die im Hardcover erwähnten Entitäten, die in
Christopher-Floyd saßen. Sind sie an der Degeneration der
Menschheit und an den zahlreichen Mutationen schuld? Hmm, das
letztere scheint der Roman indirekt zu bestätigen.
Schließlich ist ja immer die Rede von Modifikationen und
bionischem Material. Die Gen-Fabrik, in der Liob'hal'bakor lebt - es
lebe Copy und Paste ;-) - ist ein weiterer Beweis dafür.
Offenbar scheinen die Eintitäten einen Ausweg aus einer
kritischen Lage zu suchen. Das verspricht ja noch sehr interessant zu
werden. Ansonsten spult sich die Handlung sehr routiniert ab. Jo
versteht sein Handwerk. Jedoch fehlt dem Rezensenten das gewisse
Etwas. Es ist halt sehr nett geschrieben und nett erzählt, aber
halt nichts Besonderes. Eben nett.
Aruulas Verbitterung ist nachvollziehbar, aber einen derart harten
Charakterzug hätte man jetzt nicht ohne weiteres an ihr
erwartet. Ihr kleines Schäferstündchen mit Rulfan hat die
Fans schon etwas erregt - nein, nicht in dem Sinne ;-) (* Oh, wer
weiß, Christian, wer weiß...? ;-) Heike) - aber da
Matt im letzten Band ja auch... Zudem, sind unsere Moralvorstellungen
so ohne weiteres in eine ferne Zukunft übertragbar? Am Ende des
Romans stellt Aruula jedoch eindeutig klar, daß die Sache mit
Rulfan nur ein Ausrutscher war. Und wir atmen erleichtert auf.
;-)
Fazit:
Der Roman ist routiniert erzählt und erhellt einiges von dem
Rätsel, das den Kometen umgibt. Man darf gespannt sein, was die
nächsten Bände bringen.
8 Punkte