Professor Zamorra

Band 697: "Der Elefanten-Dämon"

Vor rund 1000 Jahren starb der Herrscher des Khmer-Reiches, Chapei I, bei einem Jagdausflug durch eine Attacke des Elefanten-Dämons Srang.
Auf dem Sterbebett übergab er seinen beiden Söhnen Preah und Rana je einen Armreif. Mit diesen hatte Chapei I das Wetter kontrollieren und somit sein Reich aufbauen können.
Preah, der "böse" der beiden Brüder, wollte jedoch die ganze Macht für sich und hatte es schon bald auf seinen Bruder und dessen Armreif abgesehen.
In der Gegenwart stößt eine alte Freundin von Nicole Duval, Yvonne Berthemy, in den Tempeln von Angkor auf dämonische Aktivitäten, was sie dazu veranlaßt, die Freundin und deren Lebensgefährten um Hilfe zu bitten.
Als sie in Phnom Penh eintreffen, wurde Yvonne bereits von Dienern des Elefanten-Dämons entführt, der ebenfalls scharf auf die magischen Gegenstände ist.
Aus den Klauen der im dämonischen Auftrag handelnden Ex-MI5-Agentin Carol Putney wird Yvonne jedoch auf dem Weg zur Höhle Srangs von Roten Khmer "befreit" und zu Mara, deren Kommandanten, gebracht. In ihm hat sich der Geist von Preah manifestiert, der immer noch auf der Jagd nach dem zweiten Armreif ist.
Dieser wurde jedoch bereits kurz vor Ranas Tod von diesem selbst zerstört, da er die dunklen Triebe in seinem Bruder sah. Auch Rana mischt in der Gegenwart mit; er kontrolliert den Geist eines LKW-Fahrers, der Nicole und Zamorra in den Dschungel begleitet.
Ty Senaca hat ebenfalls von den magischen Gegenständen gehört, ist nach Kambodscha gereist, operiert aber unabhängig von den beiden Franzosen. Aufgrund seiner Skrupellosigkeit findet er auch schneller eine geheime Kammer in einem Tempel, wo er auf Mara und dessen Männer trifft und wo es zu einem Kampf um den vermeintlichen zweiten Armreif kommt.
Der Endkampf aber findet in einer Zwischenwelt statt, dem "Khmer-Universum", zu dem Rana ein Tor öffnet und an dessen Ende der Sieg über den Elefanten-Dämon und Preah in seiner menschlichen Gestalt als Mara steht.

Ein Abenteuer-Roman wie in diesem Fall liegt Martin Barkawitz ganz offensichtlich besser als Fantasy-Werke in fremden Welten ("Der Spinnenreiter" oder "Höllen-Amazonen").
Die Action-Szenen waren für diese Serie relativ brutal (ein Leibwächter Senacas kotzt im wahrsten Sinne des Wortes seinen Blutvorrat aus, Mara taucht mit halbem Schädel wieder auf u.a.), womit ich mich jedoch nicht dagegen aussprechen möchte.
Die Beschreibungen des geschichtlichen Hintergrunds Kambodschas gefielen mir ebenfalls; auf Hundertschaften von dämonischen Gegner wurde diesmal auch verzichtet.
Befriedigend.

Guido Latz