Vor rund
1000 Jahren starb der Herrscher des Khmer-Reiches, Chapei I, bei
einem Jagdausflug durch eine Attacke des Elefanten-Dämons
Srang.
Auf dem Sterbebett übergab er seinen beiden Söhnen Preah
und Rana je einen Armreif. Mit diesen hatte Chapei I das Wetter
kontrollieren und somit sein Reich aufbauen können.
Preah, der "böse" der beiden Brüder, wollte jedoch die
ganze Macht für sich und hatte es schon bald auf seinen Bruder
und dessen Armreif abgesehen.
In der Gegenwart stößt eine alte Freundin von Nicole
Duval, Yvonne Berthemy, in den Tempeln von Angkor auf dämonische
Aktivitäten, was sie dazu veranlaßt, die Freundin und
deren Lebensgefährten um Hilfe zu bitten.
Als sie in Phnom Penh eintreffen, wurde Yvonne bereits von Dienern
des Elefanten-Dämons entführt, der ebenfalls scharf auf die
magischen Gegenstände ist.
Aus den Klauen der im dämonischen Auftrag handelnden
Ex-MI5-Agentin Carol Putney wird Yvonne jedoch auf dem Weg zur
Höhle Srangs von Roten Khmer "befreit" und zu Mara, deren
Kommandanten, gebracht. In ihm hat sich der Geist von Preah
manifestiert, der immer noch auf der Jagd nach dem zweiten Armreif
ist.
Dieser wurde jedoch bereits kurz vor Ranas Tod von diesem selbst
zerstört, da er die dunklen Triebe in seinem Bruder sah. Auch
Rana mischt in der Gegenwart mit; er kontrolliert den Geist eines
LKW-Fahrers, der Nicole und Zamorra in den Dschungel begleitet.
Ty Senaca hat ebenfalls von den magischen Gegenständen
gehört, ist nach Kambodscha gereist, operiert aber
unabhängig von den beiden Franzosen. Aufgrund seiner
Skrupellosigkeit findet er auch schneller eine geheime Kammer in
einem Tempel, wo er auf Mara und dessen Männer trifft und wo es
zu einem Kampf um den vermeintlichen zweiten Armreif kommt.
Der Endkampf aber findet in einer Zwischenwelt statt, dem
"Khmer-Universum", zu dem Rana ein Tor öffnet und an dessen Ende
der Sieg über den Elefanten-Dämon und Preah in seiner
menschlichen Gestalt als Mara steht.
Ein Abenteuer-Roman wie in diesem Fall liegt Martin Barkawitz ganz
offensichtlich besser als Fantasy-Werke in fremden Welten ("Der
Spinnenreiter" oder "Höllen-Amazonen").
Die Action-Szenen waren für diese Serie relativ brutal (ein
Leibwächter Senacas kotzt im wahrsten Sinne des Wortes seinen
Blutvorrat aus, Mara taucht mit halbem Schädel wieder auf u.a.),
womit ich mich jedoch nicht dagegen aussprechen möchte.
Die Beschreibungen des geschichtlichen Hintergrunds Kambodschas
gefielen mir ebenfalls; auf Hundertschaften von dämonischen
Gegner wurde diesmal auch verzichtet.
Befriedigend.