Karsten
Hartmann, Multimillionär und seit dem Tod seiner Frau durch
einen Succubus ein gnadenloser Fechter für das Gute, erhält
eine Nachricht von seinem alten Feind Thorsten Thielmann. Er fordert
ihn auf der Traumebene heraus, eine Dimension, in der die Gedanken
des Einzelnen sekundenschnell real werden können. Karsten ahnt
nicht, daß Thorsten drei Prismen gefunden hat, mit denen er
unbemerkt in das von Projektoren (!) gesicherte Hauptquartier der von
Karsten ins Leben gerufenen Lightforce eindringen kann. Thorsten
gelingt es, Karstens Bewußtsein von seinem Körper zu
trennen. Karsten stirbt.
Sein Sohn Michael, vom Vater seit Jahren geschult, tritt das Erbe an.
Er versucht herauszufinden, was eigentlich genau passiert ist.
Karstens Tod hat keine natürliche Ursache, das weiß er. So
setzt er die Mitglieder der Lightforce auf die Sache an. Zum Erbe
seines Vaters gehört auch ein Amulett, das sich automatisch auf
den neuen Träger einstellt und gegen die Kräfte des
Bösen wirkt. (Hmm, das kennen wir doch irgendwoher...)
Während eines Versuchs im Labor - hierbei soll der von dem
Quantenphysiker Jürgen erfundene Materiekopierer erprobt werden
- kommt es zu einem geplanten Unfall. Ein von Thorsten geschickter
Dämon setzt die Maschine in Gang, und sämtliche Anwesende,
immerhin fast die gesamte Mannschaft der Lightforce, werden in ihre
Atome aufgespalten und auf einem Datenspeicher festgehalten. Leider
kann dieser die Bewußtseine und Körper aufgrund eines
Defektes nur rund 24 Stunden speichern. Zudem hat der Dämon auch
noch eine Zeitbombe im Labor deponiert.
Michael begibt sich auf die Traumebene, um Näheres über den
Tod seines Vaters zu erfahren. Dort trifft er auf Karstens
Bewußtsein, das in der Traumebene gefangen ist. Karsten warnt
seinen Sohn vor erneuten Attacken Thorstens und informiert ihn auch
über die Prismen, die eine Art Weltentor darstellen.
Zur selben Zeit dringt ein Dämon in Michaels Wohnräume ein
und macht sich an dessen Amulett zu schaffen. Ein sogenannter
Todesfaktor wird im Amulett verankert, eine Art magische Zeitbombe.
Sobald Michael das Amulett benutzt, wird er von diesem Faktor
vernichtet werden...
Der Erstlingsband einer neuen Serie hat immer das Problem, die
Hauptpersonen einführen zu müssen und nebenbei auch noch
eine spannende Handlung zu entwickeln. Nun ja, an der Handlung
mangelt es diesem Erstling beileibe nicht. Kaum werden die Helden
vorgestellt, prasselt es schon von allen Seiten auf sie ein.
Daß dabei die Charakterisierung der Protagonisten auf der
Strecke bleibt, versteht sich von selbst. Nun ja, vielleicht wird das
noch nachgeholt.
Es ist zwar löblich, daß der Autor versucht, so viele
Hintergrundinformationen wie möglich einzubauen, aber er ballert
den Leser schon auf der ersten Seite derart zu, daß dieser
nicht weiß, wo ihm der Kopf steht. Das hätte man
geschickter lösen können. Jedenfalls gibt es einige nette
Einfälle. Dazu zählen nicht nur die Prismen, die Weltentore
sind, sondern auch der Materiekopierer. Wobei dieser Kopierer wohl
mit dem Replikator von Star Trek verwandt ist. Was es aber mit den
Projektoren auf sich hat, kann man nur vermuten. Es sind wohl keine
Dia-Projektoren. ;-)
Für selbstgeschriebene Horror-Serien scheint das Internet
geradezu das ideale Medium zu sein, bietet es doch theoretisch
weltweiten Zugriff auf die Texte, und zudem muß sich der Autor
nicht mit Verlegern rumschlagen. Der Nachteil dabei ist wie bei den
BODs, daß sich meist kein Lektor die Texte durchgesehen
hat.
Das schlägt sich auch in diesem Roman nieder - sehr häufig
wird der Lesegenuß von recht argen Rechschreibfehlern
unterbrochen. Das fängt schon mit der Titelunterschrift an: "Ein
Kämpfer des guten stirbt." Hmm. Im weiteren Verlauf
stößt man dann auch auf einige Zeichensetzungsfehler, und
zudem ist sich der Autor bei der Wahl der Erzähl-Zeit etwas
unschlüssig. Einmal steht ein Satz in der Gegenwartsform, der
nächste ist dann eindeutig wieder Vergangenheit. Der Wechsel mag
ja ein Stilmittel sein, aber in diesem Roman ist er es eindeutig
nicht. Hier ist er einfach nur nervig.
Nun denn, der erste Frank MacLachlan war gewiß auch kein
Highlight. Warten wir mal ab, wie sich die Serie entwickelt.
Fazit:
Die Serie scheint durchaus Potential zu haben. Ärgerlich sind
die häufigen Rechschreib- und Zeichensetzungsfehler sowie die
Verwendung von Mark-Hellmann-Motiven beim Cover.
6 Punkte