Das Erbe der Macht

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Band 1: "Erbe des Lichts"

Autor: Mike Hard

Karsten Hartmann, Multimillionär und seit dem Tod seiner Frau durch einen Succubus ein gnadenloser Fechter für das Gute, erhält eine Nachricht von seinem alten Feind Thorsten Thielmann. Er fordert ihn auf der Traumebene heraus, eine Dimension, in der die Gedanken des Einzelnen sekundenschnell real werden können. Karsten ahnt nicht, daß Thorsten drei Prismen gefunden hat, mit denen er unbemerkt in das von Projektoren (!) gesicherte Hauptquartier der von Karsten ins Leben gerufenen Lightforce eindringen kann. Thorsten gelingt es, Karstens Bewußtsein von seinem Körper zu trennen. Karsten stirbt.
Sein Sohn Michael, vom Vater seit Jahren geschult, tritt das Erbe an. Er versucht herauszufinden, was eigentlich genau passiert ist. Karstens Tod hat keine natürliche Ursache, das weiß er. So setzt er die Mitglieder der Lightforce auf die Sache an. Zum Erbe seines Vaters gehört auch ein Amulett, das sich automatisch auf den neuen Träger einstellt und gegen die Kräfte des Bösen wirkt. (Hmm, das kennen wir doch irgendwoher...)
Während eines Versuchs im Labor - hierbei soll der von dem Quantenphysiker Jürgen erfundene Materiekopierer erprobt werden - kommt es zu einem geplanten Unfall. Ein von Thorsten geschickter Dämon setzt die Maschine in Gang, und sämtliche Anwesende, immerhin fast die gesamte Mannschaft der Lightforce, werden in ihre Atome aufgespalten und auf einem Datenspeicher festgehalten. Leider kann dieser die Bewußtseine und Körper aufgrund eines Defektes nur rund 24 Stunden speichern. Zudem hat der Dämon auch noch eine Zeitbombe im Labor deponiert.
Michael begibt sich auf die Traumebene, um Näheres über den Tod seines Vaters zu erfahren. Dort trifft er auf Karstens Bewußtsein, das in der Traumebene gefangen ist. Karsten warnt seinen Sohn vor erneuten Attacken Thorstens und informiert ihn auch über die Prismen, die eine Art Weltentor darstellen.
Zur selben Zeit dringt ein Dämon in Michaels Wohnräume ein und macht sich an dessen Amulett zu schaffen. Ein sogenannter Todesfaktor wird im Amulett verankert, eine Art magische Zeitbombe. Sobald Michael das Amulett benutzt, wird er von diesem Faktor vernichtet werden...

Der Erstlingsband einer neuen Serie hat immer das Problem, die Hauptpersonen einführen zu müssen und nebenbei auch noch eine spannende Handlung zu entwickeln. Nun ja, an der Handlung mangelt es diesem Erstling beileibe nicht. Kaum werden die Helden vorgestellt, prasselt es schon von allen Seiten auf sie ein. Daß dabei die Charakterisierung der Protagonisten auf der Strecke bleibt, versteht sich von selbst. Nun ja, vielleicht wird das noch nachgeholt.
Es ist zwar löblich, daß der Autor versucht, so viele Hintergrundinformationen wie möglich einzubauen, aber er ballert den Leser schon auf der ersten Seite derart zu, daß dieser nicht weiß, wo ihm der Kopf steht. Das hätte man geschickter lösen können. Jedenfalls gibt es einige nette Einfälle. Dazu zählen nicht nur die Prismen, die Weltentore sind, sondern auch der Materiekopierer. Wobei dieser Kopierer wohl mit dem Replikator von Star Trek verwandt ist. Was es aber mit den Projektoren auf sich hat, kann man nur vermuten. Es sind wohl keine Dia-Projektoren. ;-)
Für selbstgeschriebene Horror-Serien scheint das Internet geradezu das ideale Medium zu sein, bietet es doch theoretisch weltweiten Zugriff auf die Texte, und zudem muß sich der Autor nicht mit Verlegern rumschlagen. Der Nachteil dabei ist wie bei den BODs, daß sich meist kein Lektor die Texte durchgesehen hat.
Das schlägt sich auch in diesem Roman nieder - sehr häufig wird der Lesegenuß von recht argen Rechschreibfehlern unterbrochen. Das fängt schon mit der Titelunterschrift an: "Ein Kämpfer des guten stirbt." Hmm. Im weiteren Verlauf stößt man dann auch auf einige Zeichensetzungsfehler, und zudem ist sich der Autor bei der Wahl der Erzähl-Zeit etwas unschlüssig. Einmal steht ein Satz in der Gegenwartsform, der nächste ist dann eindeutig wieder Vergangenheit. Der Wechsel mag ja ein Stilmittel sein, aber in diesem Roman ist er es eindeutig nicht. Hier ist er einfach nur nervig.
Nun denn, der erste Frank MacLachlan war gewiß auch kein Highlight. Warten wir mal ab, wie sich die Serie entwickelt.

Fazit:
Die Serie scheint durchaus Potential zu haben. Ärgerlich sind die häufigen Rechschreib- und Zeichensetzungsfehler sowie die Verwendung von Mark-Hellmann-Motiven beim Cover.
6 Punkte

Christian Spließ