Frank MacLachlan

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Band 32: "Die Abtei"

Autor: Roger Covey & B.J. Harvest

Erneut hat Frank Träume, die von Eoin stammen. Der Dolch enthüllt ein weiteres Detail aus seiner langen Geschichte.
Nachdem Eoin und Beagans Skelett von Rittern gefunden wurden, wird der Dolch vom Earl of Blakeley verwahrt. Dieser wird ihn auch bald benötigen. Denn das Böse macht sich in seinem Land breit.
Zuerst werden die Abtei und das Kloster von einer geheimnisvollen Feuersbrunst niedergebrannt. Das Banner eines schwarzen Drachen vor grauem Grund kündet von den neuen Bewohnern, schwarzvermummten Gestalten. Diese überfallen kurz darauf das nächste Dorf und verschleppen Frauen und Kinder in die Klosterruine. Dort werden grauenhafte Rituale vollzogen.
Edward, der Earl von Blakeley, hat von Gerüchten gehört und Gottfried von Warsmound losgeschickt, um die Angelegenheit zu untersuchen. Dabei trifft er auf einen Überlebenden, der von der zerstörten Abtei erzählt. Edward läßt das Nachtlager aufschlagen. Kurze Zeit danach führt er seinen Trupp in eine Schlacht gegen die schwarzvermummten Gestalten, denen nur Silber etwas anhaben kann.
Vorher jedoch muß sich Gottfried noch eines Werwolfes erwehren; bei dem Kampf kommt sein Kreuz ihm zugute, als sich der Leichnam nach dem Tod in den Flüchtling verwandelt, den Gottfried kurz zuvor getroffen hat.
Edward, Earl von Blakeley, erfährt von den Vorgängen. Sofort ordnet er Gegenmaßnahmen an und läßt die Schwerter mit Silber beziehen. Offenbar ist es nicht das erste Mal, daß er mit diesen Mächten zu tun hat. Es kommt zur finalen Schlacht, bei der Eoin den Earl unterstützt. Schließlich steht der Earl dem Meistermagier gegenüber. In der Ruine des alten Klosters kommt es zum entscheidenden Zweikampf; sowohl der Earl als auch der Schwarzmagier stürzen über die Klippen ins Meer...
Frank erwacht und erkennt, daß Eoin seinen bisherigen Besitzern stets den Tod gebracht hat.

Erneut gibt Eoin also etwas von seiner Vergangenheit preis. Die Gründe dafür liegen im Dunklen - vielleicht verbindet Eoin mit Frank eine gewisse Sympathie.
Wie dem auch sei, das Vergangenheitsabenteuer läßt auch diesmal einige Fragen offen. Anscheinend hat das Banner, das die vermummten Gestalten in die Klosterruine rammen, eine Bedeutung. Diese scheint Edward auch gut zu kennen; der Hinweis auf ein vergangenes Abenteuer läßt darauf schließen, daß er schon einmal mit diesen Mächten zusammengestoßen ist. Schade, es wird nicht näher erläutert, was da passiert ist. Stoff für einen weiteren Band? ;-)
Der Handlungsstrang um den Alten, der zum Werwolf wird, kommt dem Rezensenten zwar etwas deplaziert vor - sprich: So ganz scheint er nicht in die Handlung zu passen - aber er stört auch nicht weiter. Ansonsten haben wir eine routiniert erzählte Handlung vor uns, die sich zwar ohne große Überraschungen entwickelt, abgesehen von dieser Werwolf-Geschichte, die aber doch zu unterhalten weiß. Sonderliche Höhepunkte finden sich nicht, doch immerhin plätschert die Handlung auch nicht nur vor sich hin.

Fazit:
Das Vergangenheitsabenteuer bietet zwar keine besonderen Höhepunkte, versteht aber routiniert zu unterhalten. Nett halt.
8 Punkte

Christian Spließ

Erneut geht es um Eoin, den Druidendolch Frank MacLachlans, und dessen Geschichte. In einer weiteren Vision läßt die magische Waffe Frank das Wissen über den zweiten Besitzer des Dolches zukommen: Edward, Earl of Blakeley, der englische Treusasse auf den irischen Inseln. Als eine kleine Abtei von finsteren Mächten übernommen und zum Zentrum von Angst und Schrecken wird, bricht er mit seinen Gefolgsleuten zu diesem entweihten Ort auf. Er wird unterstützt von Luis de Bracey, seines Zeichens Komtur des Ordenshauses der Templer in York. In einem gewaltigen, verlustreichen Kampf gelingt es, die Diener der Finsternis zu bezwingen. Im Kampf gegen deren dämonischen Anführer verliert jedoch Edward von Blakeley ebenfalls sein Leben. Dieser Umstand beunruhigt wiederum Frank, der nun zum zweiten Mal "miterleben" kann, wie der Besitzer von Eoin eines unnatürlichen Todes stirbt.

Roger Covey und B. J. Harvest gehören zu den Autoren, die schon in mehreren Bänden ein Gespür für historische Details bewiesen haben. So ist es ihnen auch in diesem Band gelungen, ein detailliertes Bild vergangener Zeiten zu zeichnen, in dem man nur mit viel Aufmerksamkeit und ein klein wenig bösem Willen einige Mankos finden kann. Was jedoch noch weitaus wichtiger ist, es ist ihnen gelungen, einen durchgängig schlüssigen und fesselnden Handlungsbogen aufzubauen, der einen von Anfang bis Ende vergessen läßt, daß es sich dabei um eine Vision von Frank und nicht um aktuelle Geschehnisse handelt.
Zu bemängeln wäre Folgendes: So gut auch die vergangenen Ereignisse in Szene gesetzt werden, so hölzern sind die Passagen, die in der Jetztzeit spielen. Ich hatte den störenden Eindruck, daß diese irgendwie lustlos beigefügt wurden, um den aktuellen Bezug zu erhalten. Weiterhin fällt einmal wieder die Inkonsequenz im Umgang mit den Antagonisten auf. Hier wird leider nur wieder irgendeine namenlose Macht aus dem Boden gestampft, die als Auslöser für den Rest der Handlung herhalten muß und mit blutigen Opferriten und dergleichen sämtliche Klischees bedient. Da es sich dabei um eine schon häufig und von verschiedener Seite angeprangerte Schwäche der Serie handelt, bleibt dem Band die ansonsten wohlverdiente Höchstwertung von meiner Seite verwehrt. Wer sich daran nicht stört, mag sich frei fühlen, einen Punkt zu meiner Bewertung zu addieren.

14 Punkte

Martin Hoyer