Zum
Inhalt:
Elinn ist eines der vier "Marskinder" in der Kolonie. Des
öfteren bemerkt sie ein seltsames Leuchten, das von niemand
anderem wahrgenommen wird, und sie ist auch die einzige, die
seltsamen Artefakte findet, die für sie auf Marsianer hindeuten,
die jedoch allgemein als unmöglich angesehen werden.
Nach einem Regierungswechsel soll die Marsstation jedoch aufgegeben
werden, was nicht nur den Kolonisten gewaltig gegen den Strich geht,
sondern im besonderen Maße den vier Kindern, die die Erde nie
kennengelernt haben, dafür aber den Mars als ihre Heimat
ansehen. Vor allem Elinn hat kein gesteigertes Interesse daran, die
Erde intensiver kennenzulernen, da sie hier aufgrund eines
Lungendefekts nicht lange überleben könnte. Und so
müssen sich die Kinder etwas einfallen lassen, wie die
Marskolonie gerettet werden kann...
Andreas Eschbachs neuestes Werk richtet sich an die Zielgruppe der
12-14jährigen - und hier ist es wohl auch am besten aufgehoben.
Denn obwohl der Autor auch hier gut zu unterhalten weiß,
paßt er seinen Stil dem Wortschatz der primären Zielgruppe
an, vor allem in der wörtlichen Rede; teilweise verfällt er
aber auch bei den Beschreibungen in einen in mancher Hinsicht
schludrigen Stil. Dieser ist zwar der Zielgruppe angemessen, bewirkt
jedoch bei Erwachsenen schon das eine oder andere Mal ein
Kopfschütteln.
Allerdings kann dieser Roman durchaus auch im zielgruppenfernen
Bereich überzeugen. Es macht vor allem Spaß, ihn zu lesen.
Die Handlung ist zwar ein wenig jugendlichengerecht aufgebaut, und
manchmal scheint Andreas Eschbach (ganz entgegen seiner sonstigen
Gewohnheiten) ein wenig bei den logischen Zusammenhängen
geschlampt zu haben, doch fällt dies wahrscheinlich wirklich nur
dem intensiv lesenden Rezensenten auf. Wäre dies der einzige
Kritikpunkt, könnte man sicherlich problemlos darüber
hinweglesen und den reinen Spaß an den Beschreibungen in den
Vordergrund stellen. Doch das aus der Sicht eines Erwachsenen
herausragendste Problem des Romans findet sich sicherlich in der eher
mageren Faszination der Handlung.
Andreas Eschbach hat sich (aus der Sicht des SF-Fans gesehen, der
mindestens eine "2" am Anfang seines Alters stehen hat)
unglücklicherweise das Thema "Mars " für seinen Roman
ausgesucht. Vielleicht mögen Jugendliche hiermit noch nicht
übersättigt und von den Beschreibungen des Roten Planen
fasziniert sein, doch einem dem Teeniealter bereits entwachsenen
SF-Fan dürfte dies nur noch ein müdes Gähnen entlocken
können. Dieser hat sich wohl eher von Kim Stanley Robinsons
"Mars"-Trilogie verzaubern lassen, hat Greg Bears "Heimat Mars" noch
interessiert gelesen und ist dann bei Ben Bovas "Mars" bei den
Beschreibungen des fremden Planeten eingeschlafen. Und seit Brian
Aldiss'/Roger Penroses "Weißer Mars" ist dieses Thema ein rotes
Tuch für ihn. Der Markt wurde in den letzten rund zwei Jahren
mit Werken geradezu überschwemmt, die dieses Thema behandeln.
Folgerichtig geht die Faszination verloren.
Doch dieser Roman richtet sich hauptsächlich an jungendliche
Leser, und so sollte man dies nicht überbewerten.
Die Geschichte, die Andreas Eschbach erzählt, bewegt sich
jedenfalls auf recht hohem Jugendbuchniveau - und ist auch durchaus
für diejenigen gute Unterhaltung, die diesem Alter Lebewohl
gesagt haben. Das Ende allerdings schreit förmlich nach einer
Fortsetzung - und dann könnte es auch für den
"älteren" SF-Leser wirklich faszinierend werden.
Fazit:
Das Thema "Mars" ist inzwischen so ausgelutscht, daß selbst
Andreas Eschbach (zumindest in einem Jugendbuch) diesem keine
wirkliche Faszination mehr abgewinnen kann. Trotz allem bleibt ein
vergnüglicher Roman, der für die Zielgruppe mehr als nur
angemessen ist. Ältere SF-Leser sollten hier durchaus über
ihren Schatten springen und einen Blick riskieren. Gute Unterhaltung
bietet dieser Roman allemal, und der Spaß an der Lektüre
kommt auch nicht zu kurz.
Zielgruppenwertung:
13 Punkte
"Erwachsenen"-Wertung:
10 Punkte
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An dieses Buch bin ich mit einer gewissen Skepsis
herangegangen. |
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Für Andreas Eschbach scheint nichts beständiger
zu sein als der Wechsel. Nachdem seine vorherigen Romane das
Action-Genre gestreift, augenzwinkernd die ET-Problematik
behandelt und auch die Zeitreise mit ihren
Möglichkeiten abgeklopft haben, wendet sich Eschbach
nun dem Kinder- und Jugendroman zu. "Das Marsprojekt" wendet
sich an die Zielgruppe der Zwölf- bis
Vierzehnjährigen. |
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