Peter F. Hamilton:

"Die Besessenen"

(Der Armageddon-Zyklus - Band 5)
OT: The Naked God, Part I (Kap. 1-14)
Ü: Axel Merz
USA 1999
(989 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 23233, ISBN 3-404-23233-X, DM 19,90)
- erschienen: Februar 2001 -

Immer noch haben die verschiedenen menschlichen Zivilisationen kein Mittel gefunden, um gegen die sich immer weiter ausbreitenden Besessenen vorzugehen. Als sie dann doch den einen oder anderen Erfolg erzielen, gelingt es der "Organisation" um Al Capone, sich einen neuen Plan auszudenken, der die Konföderation in Angst und Schrecken versetzt.
ABER: In Capones reihen gärt es. Es gibt viele, die den Planeten New California lieber aus diesem Universum zerren würden, als hier weiter gegen die Menschheit zu kämpfen; und nicht wenige dieser "Rebellen" sitzen in hohen Positionen.
Das sind aber noch lange nicht alle Kräfte, die in diesen "Krieg" eingebunden sind.
Kaum ist Joshua Calvert von seiner letzten schwierigen Mission nach Hause gekommen, wird er schon wieder ausgesandt. Diesmal muß er in ein Gebiet, in dem sich noch nie ein Mensch aufgehalten hat. Doch auf seinen Spuren befinden sich die Jagdhunde von Al Capone.
Unterdessen ist der Priester der Dunkelheit Quinn Dexter dabei, die Nacht auf die Erde zu bringen. Zwar sind auch hier die Offiziellen auf seiner Spur, doch Quinn hat seine Fähigkeiten noch lange nicht gänzlich ausgereizt.
Aber noch sind die Menschen nicht am Ende, und so haben einige von ihnen eine Waffe entwickelt, die noch entsetzlicher wirkt als der Planetenkiller von Dr. Mzu - und die sogar die friedlichen Kiint dazu bringt, sich endlich in den Konflikt einzumischen.

Es ist schwierig, für einen Roman wie diesen eine Inhaltsangabe zu machen. Zu viele Ebenen laufen hier nebeneinander her, als daß man mehr als nur ein paar Worte zu jeder sagen könnte. Das Schöne an ihnen ist aber: Sie gehören alle zusammen. Gemeinsam setzen sie die Atmosphäre zusammen, die es braucht, um einen Leser weiterhin an einem Werk zu halten, das mit diesem Roman fast 5000 Seiten hinter sich hat. Und ich kann wirklich nur jedem versprechen, der es bisher geschafft und der bisher auch Spaß an der Sache hatte: Es geht so unnachahmlich weiter wie bisher.
Die Handlung ist gewohnt komplex (wie die Inhaltsangabe hoffentlich schon zeigt) und weigert sich konsequent, von ihrem Pfad abzuweichen. Wer große Brüche oder Wechsel erwartet, der wird enttäuscht sein. Im großen und ganzen läuft es halt irgendwie darauf hinaus, daß das Problem mit den Besessenen gelöst werden muß und daß man ihnen irgendwie zeigen muß, daß es hinter der Welt, in der die verlorenen Seelen leben, doch noch etwas gibt. Immerhin haben es die anderen Rassen auch geschafft. Überhaupt kann man sagen, daß der außerirdische Faktor stark zunimmt und man nun endlich auch einen Blick in die Welt der Kiint bekommt. Die haben der Menschheit bisher ganz schön was vorgespielt, und so wie die Menschen sich verhalten, müssen die netten Außerirdischen doch noch aus ihrer Rolle heraus.
Man sieht: Trotz der konsequent fortschreitenden Handlung gelingt es dem Autor, doch ständig neue Elemente in die Geschichte einzubringen, die dafür sorgen, daß es nicht langweilig wird. Und das, was er (und vor allem: wie er es) einbaut, hat allerhöchste, exzellenteste Klasse. Fast ist es schon schade, wenn man bedenkt, daß "nur" noch ein Roman darauf wartet, gelesen zu werden.

Fazit:
Für alle, die große Space Operas mögen, sowie für alle, die sich gerne mit langen, ausschweifenden und ausführlichen Geschichten befassen, ist dieser Zyklus ein absolutes Muß.
SF von ihrer allerbesten Seite.
14 Punkte

Alexander Haas


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