Das
LFT-Schlachtschiff PAPERMOON landet auf der Hundertsonnenwelt. An
Bord befindet sich die Kosmopsychologin Bré Tsinga. Sie soll
die Posbis offiziell für Terra um Hilfe für den Kampf gegen
Arkon bitten. Doch das bisher so umgängliche Zentralplasma hat
sich auf seltsame Weise zu verändern begonnen. Es hat dem Schiff
lediglich Landeerlaubnis erteilt und schweigt seither. Schon die
übliche Begrüßung ist unterblieben.
Die Posbis und ihre Schiffe sind komplett mit Syntroniken
ausgestattet und deshalb anfällig gegen KorraVir. Die
Umrüstung der Fragmentraumer - von denen es schätzungsweise
zwischen 150.000 und 300.000 gibt (so genau wissen das auch die
Terraner nicht) - auf Positronik-Betrieb läuft jedoch.
Auch die Matten-Willys verhalten sich seltsam: Sie leiden unter der
Veränderung des Zentralplasmas, und einer von ihnen war derart
verzweifelt, daß er sich kurz zuvor von einem Gebäude der
terranischen Niederlassung in den Tod gestürzt hat. Soweit sich
die Terraner erinnern, war dies der erste Selbstmord, den man je bei
einem Matten-Willy erlebt hat.
Da das Zentralplasma sich deutlich Zeit läßt, Bré
Tsinga anzuhören, beschließt diese, sich zunächst um
die Matten-Willys zu kümmern, um den Grund für deren
Verzweiflung zu erfahren. Doch dies ist zunächst erfolglos. Die
Willys zeigen Resignation, sind desinteressiert - und schweigsam.
Die Kosmopsychologin erinnert sich an ein altes Rezept Reginald
Bulls, um die Willys zum Reden zu bringen. Sie organisiert auf der
PAPERMOON Alkohol und kehrt zurück. Bré Tsinga trifft auf
den Willy Bruno, der bei seinem Volk als "Technopionier" gilt, denn
er ist der einzige Matten-Willy, der etwas (!) von Technik
versteht.
Bruno hat sein eigenes Mittel, um seinen Artgenossen aus ihrer
Depression zu helfen, und schließlich vertraut er Bré
Tsinga unter dem Siegel der Verschwiegenheit seinen Plan an. Er will
"hochwirksame Psychopharmaka" für die Willys herstellen: Er
beabsichtigt, terranischen Vurguzz zu brennen. Eine Fabrik dafür
hat er bereits eingerichtet, und das Rezept hat er aus uralten
Überlieferungen seines Volkes, die wiederum auf Reginald Bull
zurückgehen. Um die Anlage zum Laufen zu bekommen, fehlt dem
Willy noch ein wichtiges Bauteil, eine Pumpe, die er aber
schließlich von den Posbis stehlen kann. Die Maschinerie
funktioniert allerdings immer noch nicht, denn ihr fehlt der Strom.
Es ist Bré Tsinga zu verdanken, daß Bruno dies
schließlich merkt.
Inzwischen nimmt die Terranerin ihren Termin beim Zentralplasma wahr.
Das Plasma erklärt, daß es zur Unterstützung der LFT
bereit sei, vertröstet die Terranerin jedoch noch um zwei
weitere Tage. Es stellt Bré Tsinga bis dahin einen Posbi als
Führer zur Verfügung. Auf sein seltsames Verhalten
angesprochen, weist das Plasma auf umfangreiche Umbauarbeiten an der
Zentralsyntronik hin, die dazu dienen sollen, das Gehirn auf
hyperinpotronischen Betrieb zurückzurüsten. Diese Arbeiten
blockierten das Plasma immer wieder, weshalb die Kommunikation mit
Außen nicht mehr richtig funktioniere.
Von ihrem Posbi-Führer erfährt Bré, daß die
achtzig Plasma-Kuppeln von den Posbis mit gigantischen PsIso-Netzen
überzogen wurden, um das Zentralplasma vor dem Einfluß
SEELENQUELLs zu schützen.
Währenddessen feiern die Matten-Willys mit dem von Bruno
gebrannten Vurguzz eine Orgie. Bré Tsinga gerät
kurzzeitig zwischen die feiernden Willys, bevor sie entnervt die
Flucht ergreift. Am nächsten Tag stellt Bruno nach dem Aufwachen
fest, daß seine Vurguzz-"Fabrik" von Unbekannten zerstört
wurde. Es stellt sich jedoch heraus, daß er selbst im
Vollrausch die Anlage verwüstet hat. Eine neue Einspritzpumpe
muß her. Auf der Suche danach dringt der Technopionier in die
Zentralsyntronik ein. Dort entdeckt er einen unbekannten Humanoiden.
Bruno verfolgt ihn und stellt fest, daß es sich um einen
Arkoniden handelt. Ein Kommando der Eliteeinheit des
Arkon-Geheimdienstes, der Kralasenen, ist auf der Hundertsonnenwelt
gelandet. Die Arkoniden führen seltsame Gespräche über
PsIso- und KrIso-Netze, die Bruno nicht versteht.
Der Willy wird entdeckt. Die Kralasenen drohen, ihn zu töten.
Später kann Bruno sich an diesen Vorfall nicht mehr erinnern, da
er eimerweise mit Vurguzz übergossen wurde.
Bei einem abschließenden Gespräch mit dem Zentralplasma
erfährt Bré Tsinga, daß mittlerweile 40.000
Fragmentraumer, 10.000 mit 3.000 Metern und 30.000 mit je 2.000
Metern Kantenlänge, wieder komplett auf positronischen Betrieb
umgestellt wurden. Das Plasma stellt den Terranern diese Schiffe zur
Verfügung. Die Flotte bedarf jedoch noch einiger letzter
Programmierungen, die das Zentralplasma in den nächsten Stunden
durchführen will. Danach sollen die Schiffe die PAPERMOON nach
Terra begleiten.
Nach der Verabschiedung machen sich die PAPERMOON und die 40.000
Fragmentraumer auf den Flug nach Sol.
Hier hat man wieder einmal einen typischen Roman von Horst Hoffman
vor sich.
Die Story dreht sich schwerpunktmäßig um die Matten-Willys
und ihr seltsames Verhalten. Obwohl die Grundstimmung eher
pessimistisch ist, brennt der Autor eine Reihe von Gags ab. Die
schunkelnden und lallenden Plasma-Wesen in ihrer Einfalt und mit all
ihren bizarren Problemen und Verhaltensweisen kennen wir schon aus
der Frühzeit der Serie. Hier hat sich nichts geändert, der
Autor hat die Matten-Willys exquisit geschildert. Etliche Lacher sind
garantiert.
Doch bei allem vordergründigen Humor wird auch das eigentliche
Thema nicht vernachlässigt. Die Posbis sind offensichtlich
bereits unter SEELENQUELLs Einfluß geraten. Die negative
Entität hat einen weiteren wichtigen Teilerfolg erreicht. Statt
der - vorgeblichen (terranischen) - PsIso-Netze hat das Zentralplasma
offensichtlich die arkonidische Variante installiert. Damit ist es
aus mit dem Schutz vor SEELENQUELL; im Gegenteil kann man nun davon
ausgehen, daß die Superintelligenz das Zentralplasma der
Hundertsonnenwelt und damit auch die komplette Roboterzivilisation
der Posbis voll unter seine Kontrolle gebracht hat.
Dabei haben die Terraner von alledem nichts mitbekommen. Horst
Hoffmann benutzt schlauerweise einen Matten-Willy, um dem Leser diese
so wichtigen Informationen zu vermitteln. Da Matten-Willys aber von
alledem keine Ahnung haben, bleiben zunächst Zweifel
zurück. Diese kann man aber im Hinblick auf die
Serien-Dramaturgie getrost vergessen.
So sind die 40.000 Fragmentraumer, die nun in Richtung Sol starten,
wohl kaum eine Hilfe für die LFT. Eine kampfstarke Flotte, schon
mehr als eine fünfte Kolonne SEELENQUELLs, befindet sich auf
direktem Weg zur Erde. Die Aagenfelt-Barriere, ein ohnehin schon
löchriger Schutz, wird damit als Abwehrwaffe gegen die Arkoniden
vollkommen unwirksam, denn sie kann nun bequem von innen her
aufgerollt werden.
Das Ende der LFT wird immer gewisser. Und dazu braucht SEELENQUELL
nun nicht einmal mehr die ebenfalls unter seiner Herrschaft stehenden
Blues.
Fazit:
Kein wirklich spektakulärer Roman, aber PR-Unterhaltung auf
hohem Niveau. Die Willys machen Spaß.
12 Punkte
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Und weiter geht's - diesmal sind die Posbis gefragt, sich
auf die Seite Terras zu stellen. Diese sind dazu
natürlich auch bereit, auch wenn sie gerade wieder
zurück auf Positroniken umstellen und einen Schutz vor
der Einflußnahme durch SEELENQUELL aufbauen. |
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Es ist ja eigentlich nicht die Aufgabe des Rezensenten,
etwas zum Cover zu sagen, aber in diesem Falle kann ich
einfach nicht widerstehen: Das sind eindeutig die
häßlichsten Matten-Willys, die ich je gesehen
habe. (* Zugegeben, ich hatte mir Matten-Willys ja auch
ein wenig anders vorgestellt... vor allen Dingen meine ich,
sie eher als transparent-rosa in Erinnerung zu haben...
Heike) Sorry, Ralph Voltz, aber das mußte mal
gesagt werden. Abgesehen davon, daß auch Bré
irgendwie merkwürdig aussieht - na ja, Schwamm
drüber. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |