Professor
Zamorra wird von seinem alten Studienkollegen Norman Peace nach
Schottland gerufen. Dort leitet dieser ein Internat für junge
Männer, deren Eltern schwerreich und/oder prominent sind und die
an dieser Schule eine besonders kostenintensive Lehrzeit
absolvieren.
Natürlich ist auch Nicole Duval, Zamorras Geliebte,
Kampfgefährtin und Sekretärin, mit von der Partie. Bereits
kurz nach ihrem Eintreffen stoßen sie auf die völlig
aufgelöste Lehrkraft Elsa Radcliffe, die aus einem Klassenraum
flüchtet, wo sie gerade eine Lektion in Sachen Wissen von einer
kleinen Gruppe Schüler vermittelt bekam.
Genau das ist das Problem, wie Nicole und Zamorra kurz darauf von
Peace erfahren. Die Jungs wissen mehr, als sie wissen dürften
oder könnten, sie strotzen geradezu vor Wissen.
Zamorra stellt sich der betreffenden Klasse, in denen Alexander,
Mortimer und James die Rädelsführer sind. Als Gastdozent
referiert er abseits des Lehrplans, erzählt Episoden aus selbst
erlebten Trips in die Vergangenheit. Am Abend bekommen die beiden
Besuch von einem Geist. Eine Gestalt in einer weißen Kutte mit
gleichermaßen weißer Kapuze taucht ebenso schnell und
spurlos auf, wie sie wieder verschwindet. Letzteres jedoch nicht,
ohne vorher auf das Zimmer von Norman Peace zu zeigen.
Dieser weiß angeblich nichts davon, daß es an der Schule
spukt, doch Nicole findet heraus, daß seit 1701 alle hundert
Jahre alle Personen spurlos verschwinden.
Am nächsten Tag referiert Zamorra wieder vor der Klasse. Als er
den in den Unterlagen gefundenen Begriff "fili noctus" nennt, zucken
die Schüler zusammen. Am Ende findet er sich bewußtlos
geschlagen am Fußboden wieder.
Norman sucht Zamorra auf und berichtet von einem Fund im Keller. Als
der Dämonjäger das auf den Erdboden gezeichnete Pentagramm
sieht, wird ihm klar, daß dieses nichts mit dem Fall zu tun
hat. Urplötzlich tauchen jetzt wieder in weiße Kutten
gekleidete Gestalten auf, die auf Peace deuten, wobei nur Zamorra die
Gestalten sehen kann.
Derweil hegt Nicole den Verdacht, daß Peace mehr weiß,
als er vorgibt. Was, wenn die Schüler nur Werkzeuge sind, er
aber ihr Lenker ist?
Nachdem Zamorra und Peace sich wieder getrennt haben, trifft der
Franzose auf Elsa Radcliffe, die ein paar Tage verreisen möchte.
Zamorra spricht sie auf die "fili noctus" an; außerdem
wünscht sie ihm und Peace für die kommende Nacht
Glück. Noch bevor Zamorra nachhaken kann, wird die Lehrerin von
einer unsichtbaren Macht gepackt und über die Brüstung in
die Tiefe geschleudert.
Nicole Duval, die zwischenzeitlich MERLINS STERN zu sich gerufen
hatte, weil sie in einer kleinen Kammer von magischen Kräften
eingesperrt wurde, wird von einem Jungen namens Alfred befreit.
Zamorra findet das Büro von Peace verlassen vor; allerdings
findet er starke Schmerzmittel. Alexander beobachtet dies durch seine
neu erhaltenen, magischen Kräfte. Er weiß, daß Peace
zu sterben droht, denn dieser hat einen Tumor im Kopf.
Nicole erfährt unterdessen, daß Alfred alle hundert Jahre
an diesen Ort kommt, um die Schüler zu "erhöhen";
allerdings muß er verhindern, daß sie die "Erhöhung"
vollenden. Er streitet jedoch ab, ein Dämon oder ähnliches
zu sein.
Alfred bestätigt Nicoles Vermutung, daß er das Wissen und
die magischen Kräfte der Schüler mit seinen
Fähigkeiten steigert.
Gleichzeitig ist es aber auch seine Aufgabe, die Vollendung des
Prozesses zu verhindern. Dies ist etwas, das er weder sich selbst
noch Nicole genauer erklären kann.
Alfred zeigt ihr eine Tür, hinter der Nicole keinen Raum und
keine andere Dimension, sondern einfach "nichts" sieht.
Jetzt taucht auch Kenneth auf. Ein Schüler, der 1701 bereits an
der Schule war und damals zum ersten Mal auf Alfred stieß.
Damals tötete Alfred einen wahnsinnigen Mönch, der damals
wie heute gegen ihn kämpft.
Da Zamorra Magie - MERLINS STERN - einsetzt, glauben Alfred und
Kenneth, der Franzose würde zur anderen Seite gehören.
Nicole teleportieren sie kurzerhand an die freie Luft.
Zamorra sieht sich in der Zwischenzeit mit einer Armee von Geistern
konfrontiert, die aus dem Keller kommen und ihn vor sich her in das
obere Stockwerk treiben.
Alexander beratschlagt derweil mit Bruder Drummond das weitere
Vorgehen - jenem Mönch, der 1701 von Alfred getötet wurde
und der Alexander in seinen Bann gezogen und ihm die "Erhöhung"
versprochen hat.
Auf dem Dachboden stößt Zamorra dann zu den Jugendlichen,
die ihn um Hilfe bitten. Als Peace hört, daß Radcliffe
ermordet wurde, geht er auf Alexander los, wird jedoch von dem
untoten Mönch aufgehalten.
Nicole setzt im Treppenhaus derweil MERLINS STERN gegen Alfred ein.
Noch bevor es jedoch aktiv werden kann, landet es bei ihrem
Geliebten, der es zu sich gerufen hat und um den sich ein
Schutzschild gegen das anrückende Geisterheer aufbaut.
Und dann setzt er Merlins Zauberspruch ein...
Nach dem magischen Superschlag von MERLINS STERN findet Nicole Duval
nach dem Betreten des Dachbodens die meisten Schüler
bewußtlos vor; Peace wurde von einem herabstürzenden
Balken erschlagen.
Alfred kündigt an, in hundert Jahren wiederzukommen. Und Nicole
meint, daß sie dann vielleicht auch wiederkommen
würden...
Das ist es, was ich an Romanen von Claudia Kern so mag.
Einerseits gibt es den einen oder anderen Wiedererkennungseffekt. Das
"Grauen im Keller" rief bei mir eine Erinnerung an "7 Days" wach. Die
sich verändernden Schüler erinnerten mich an "Disturbing
Behavior".
Und dennoch kam (wie immer) ein eigenständiger Roman dabei raus,
kein Klon eines bestehendes Werks.
"Schule des Satans" (wo war das halbnackte Mädchen von der
Titelseite eigentlich?!) erweist sich als unheimlicher Thriller im
klassischen Sinne, der beständig das Tempo steigert und bei dem
der Leser nicht weiß, worum es geht.
Der Schachzug, parallel zu den Ereignissen in der Gegenwart die
Tagebuchaufzeichnungen von Kenneth aus dem Jahre 1701 zu bringen, ist
sicher nicht neu, trug aber zum Spannungsaufbau bei.
Und so ganz klar, nach einem altbackenen Schema, kam die
Auflösung dann auch nicht, was für den Roman spricht.
12 Punkte