Ursula K. LeGuin:

"Die Regenfrau"

(271 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9132, ISBN 3-453-18271-5, DM 14,90)
- erschienen: Januar 2001 -

Klatsand ist ein ziemliches kleines amerikanisches Dorf am Pazifik. Hier treffen die unterschiedlichsten Menschen aufeinander - zumeist am Ende ihres Lebens - und träumen in den Tag hinein, bzw. sich in die Welt hinaus.

An sich halte ich von Frau LeGuin eine Menge, und ihr Erdsee-Zyklus gehört für mich zu den absoluten Top 10 der Fantasy, aber was ich von diesem Roman hier halten soll, weiß ich leider nicht.
Zum einen gehört er eigentlich gar nicht ins Flash, denn mit Fantasy oder ähnlichem hat er überhaupt nichts zu tun. Vielmehr werden hier in kurzer und oftmals zusammenhangloser Weise einfach nur knappe Schilderungen von Personen dargestellt, die in Klatsand ihre Existenz fristen. Meist handelt es sich um Leute, die anderswo mit ihrem Leben nicht zurechtkommen oder sich ganz einfach hier auf ihr Altenteil zurückgezogen haben.
Ganz selten findet man mal den einen oder anderen wieder, d.h. er taucht in einer anderen Geschichte auf, aber ansonsten verschwinden die meisten nach ganz kurzer Zeit wieder.
Was das Ganze dann soll, weiß ich auch nicht, aber vielleicht verstehe ich dieses Buch auch einfach nur nicht. Das mag ja durchaus sein. Fakt aber ist, daß ich mich oftmals sehr stark überwinden mußte, um die paar Seiten in die Hand zunehmen und endlich zu Ende zu lesen. Für mich war überhaupt kein inhaltlicher Zusammenhang zu erkennen, und so wurden die einzelnen Episoden immer mehr zur Qual.
Gut - man muß zugeben: Ursula K. LeGuin ist eine vorzügliche Schriftstellerin und berherrscht einen Stil, der absolut verzaubernd ist. Hier jedoch kann das irgendwann auch nicht mehr helfen. Zu groß ist das Dilemma des Inhalts, zu groß die Langeweile.

Fazit:
Ein Roman, den ich vermutlich einfach nicht verstanden habe und der auch überhaupt nicht ins Genre der Phantastik paßt; deshalb mag ich mir auch gar keine Wertung anmaßen. Ich will nur jene warnen, die etwas im Stil von Erdsee erwarten. Für jene heißt es: "Finger weg."

Alexander Haas


Interesse? Hier kannst Du dieses Buch direkt bei amazon.de bestellen, und das Flash damit auch ein wenig finanziell unterstützen.