Mr. Black
und Mr. White, Mitglieder der Running Men und damit Gegner des
Weltrats, kehren von einem mehr oder weniger erfolgreichem
Außeneinsatz in ihre Zentrale zurück. Schon seit langer
Zeit planen sie, gegen den Weltrat vorzugehen, und die erste Phase
dieses Plans, bei dem ein Fishmantacan und ein gewisser Mac eine
Rolle spielen, ist bereits eingeleitet. Diese beiden liegen in einer
Art Kryogentank. Zudem versuchen sie, Matt in ihre Zentrale zu
bekommen. Diesmal leibhaftig und nicht nur virtuell.
Matt fällt im Pentagon die Decke auf den Kopf, und so
beschließt er, Waashton allein zu erkunden. Entgegen seinen
Erwartungen läßt Crow ihn auch ziehen - Matt ahnt nicht,
daß er einen Peilsender unter der Haut trägt, mit dem man
ihn jederzeit aufspüren kann.
Kurz nachdem Matt an der Oberfläche ist, beobachtet er zwei
Mitglieder des Weltrats, die offenbar auf der Suche nach jemandem
sind. Matt läßt sie ziehen und trifft kurze Zeit
später auf Yellow Kid - ein ehemaliger Bewacher von
Lagerhäusern. Er und Matt freunden sich an. Am nächsten
Morgen unterstützt Matt mehrere Fischer, die etwas Großes,
Echsenartiges an Land ziehen. Dadurch erhält er Zugang zur Bande
von Pancake Kid. Jugendbanden wie die von Pancake beherrschen die
Außenbezirke Washingtons. Als die Gang kurze Zeit später
unerwartet von einer feindlichen Bande überfallen wird, tauchen
wie aus dem nichts die Technos auf und metzeln alle Kids nieder. Matt
ist entsetzt über diese Roheit.
Zurück im Pentagon erklärt ihm Hymes, daß diese
Roheit notwendig war. Endlich erzählt er Matt von den Running
Men - und davon, wie zwei Klone eines Tages Amok liefen, General
Crows Tochter vergewaltigten und seitdem die Leiter der Running Men
sind.
Diese versuchen unterdessen fieberhaft, Matt in die Finger zu
bekommen. Und nachdem Matt eine heiße Liebesnacht mit Dayna
verbracht hat, begibt er sich erneut an die Oberfläche, um
Kontakt zu den Widerständlern aufzunehmen. Diesmal allerdings
auf eigene Faust - glaubt er zumindest. Erneut trifft er auf eine
Gang. Auf die Frage nach Mr. Black reagiert der Anführer - und
bald darauf taucht Mr. Black auch auf. Allerdings ist der
Anführer der Gang ein Agent des Weltrats. Im Kugelhagel wird
sein Partner, Mr. White, getötet. Matt selbst wird, durch einen
Schlag auf den Kopf blind, zu den Running Men geführt.
Rückblick: Mr. Black und Mr. White bekommen den Auftrag, die
Tochter von General Crow zurückzubringen. Das Serum, das den
Technos das Überleben an der Oberfläche ermöglicht,
ist noch in der Testphase. Da die Kandidaten allerdings nicht ins
Pentagon zurückkommen - und Crows Tochter gehört zu den
Kandidaten - weiß man noch nicht so recht, ob das Serum wirkt.
Mr. Black und Mr. White stoßen bald darauf auf Crows Tochter,
die sich mit einem Gang-Anführer eingelassen hat. Dummerweise
will sie gar nicht zurück. Halbnackt bringen Black und White sie
in die Nähe des Pentagon. Die Umstände sprechen gegen sie -
und da Black und White schon vorher Zweifel am System des Weltrats
gehabt haben, verschwinden sie im Untergrund.
Matts Kontaktaufnahme mißlingt erneut - wieder funkt der
Weltrat dazwischen. Mr. Black, in dem Matt Arnold Schwarzenegger
erkennt (verständlich, da die Zellen für den Klon vom
ehemaligen Präsidenten stammen), wird festgenommen, und Matt
landet mal wieder im Pentagon. Er hat jetzt endgültig die Nase
voll. Nachdem der Peilsender entfernt worden ist, kehrt er dem
Weltrat endgültig den Rücken.
Erstaunlich - dieser Roman ist von Ronald M. Hahn, und wenn man jetzt
nicht auf die Rota-Seite blicken würde, würde man es gar
nicht glauben. Nun gut, es gibt einige Stellen, die den Band als
Hahn-Roman kennzeichnen, aber das sind wirklich nur wenige. Aber dazu
später mehr.
Den Stellenwert dieses Romans für die Serie wird man wohl erst
feststellen können, wenn die Handlung wieder nach Washington
zurückkehrt. Daß sie das tun wird, verrät der sehr
offene Schluß des Romans. Und offen bleiben auch die Ziele, die
der Weltrat verfolgt. Man kann anhand der Organisation und der Taten
nur schlußfolgern, daß diese Ziele nicht so hehr sind,
wie sie in Band 29 dargestellt wurden. Auch bleibt unklar, was die
Running Men eigentlich vorhaben - man erinnere sich an die Tanks.
Aber da werden die nächsten Bände wohl Licht ins Dunkel
bringen.
Ansonsten hat man bisweilen das Gefühl, daß die losen
Handlungsabschnitte zu lose sind. Die Szenen an sich sind ja nicht
schlecht und gefallen - die Diskussionen zwischen Black und White zum
Beispiel sind überaus amüsant - doch beschleicht einen hin
und wieder das Gefühl, daß der große Handlungsbogen
ab und an leicht durchhängt.
Ein Kritikpunkt des Rezensenten ist die Stelle, an der Hymes das Land
der Deutschen als "das Land der Dichter und Henker" bezeichnet. Das
ist ein echter Mißgriff - nicht, daß sich der Rezensent
hier in die überflüssige Diskussion, ob man als Deutscher
auf sein Land stolz sein darf, einmischen will, aber man hätte
es doch anders formulieren können. Vielleicht ist der Rezensent
nicht Zyniker genug, um diese Stelle würdigen zu
können.
Ansonsten hat sich Ronald hier sehr zurückgehalten; Kapriolen
wie im "Zürich"-Band fehlen gänzlich. Nett sind die Szenen,
in denen White und Black ihre genetischen Erinnerungen verarbeiten,
und amüsant ist auch, daß ein gewisser Gott "Gangsta"
erwähnt wird. Ab und an blitzt also doch der Hahn-typische Humor
auf.
Fazit:
Im Grunde erfährt der Leser dieses Romans nicht viel Neues - man
könnte ihn als Füllroman bezeichnen. Die Handlung ist
spannend und abwechslungsreich umgesetzt, bisweilen aber hängt
sie etwas durch. Auch der Hahn-typische Humor kommt hier etwas zu
kurz - leider.
9 Punkte