Band 2067: "Angriffsziel Terra"

Autor: Hubert Haensel

Reginald Bull organisiert die Verteidigung des Solsystems, denn ein arkonidischer Angriff ist jetzt jederzeit zu erwarten. Der Zellaktivatorträger befindet sich am Rand des physischen Zusammenbruchs.
Die Terraner vertrauen noch immer primär auf die Aagenfelt-Barriere. Mehrere zusätzliche WÄCHTER-Geschwader werden in Position gebracht, um eine möglichst effektive Verteidigung zu gewährleisten. Trotz der erdrückenden arkonidischen Übermacht, die inzwischen im Orion-Delta-System auf den Angriffsbefehl wartet, hofft die LFT-Regierung noch immer, eine Invasion erfolgreich zurückschlagen zu können.
Die gesamte LFT-Flotte hat sich im Solsystem versammelt. Die Schiffszahlen wirken auf den ersten Blick beeindruckend, doch Terra verfügt nur über wenige wirkliche Großkampfschiffe. Der größte Teil der aufgebotenen Verbände besteht aus Kreuzern, Korvetten und Raumjägern. Die Flotte der Posbis wird daher sehnlichst erwartet. Auch die Neue USO hat ein Schiffs-Kontingent zur Verteidigung Sols abgestellt. Kommandant des Verbandes ist Roi Danton.
Bei einer Lagebesprechung mit Perry Rhodan auf der LEIF ERIKSSON trifft Reginald Bull mit dem gefangenen Bostich zusammen. Dieser fordert für seine Hilfe gegen SEELENQUELL nochmals einen Zellaktivator. Rhodan und Bull lehnen erneut ab.
Über Hyperfunk erfahren die Terraner, daß die Arkoniden sie für einen Mordanschlag auf Bostich auf dem Planeten Urankan-5 im Hayok-Sternenarchipel verantwortlich machen. Der neue Imperator Bostich II. erklärt der LFT kurze Zeit später förmlich den Krieg. Perry Rhodan löst daraufhin Vollalarm für das Solsystem aus.
Im Orion-Delta-System taucht die arkonidische Thronflotte auf. Kurze Zeit später nehmen die dort versammelten 380.000 arkonidischen Kampfeinheiten Fahrt auf. Ihr Ziel ist das Solsystem. Die arkonidischen Verbände beenden ihren Überlichtflug an den Grenzen des Systems, noch außerhalb der Aagenfelt-Barriere. Sie greifen jedoch nicht an, sondern warten ab. Auch die Kommandeure Arkons kennen den Grund dafür nicht. Mascant Kraschyn ist jedoch sicher, daß SEELENQUELL einen weiteren Trumpf bereithält.
Die Arkoniden registrieren das Auftauchen von 40.000 Fragmentraumern der Posbis, doch bevor Mascant Kraschyn den Angriffsbefehl geben kann, gehen die Posbi-Einheiten wieder in den Überlichtflug und verschwinden im Solsystem. Dort formieren sie sich nochmals - und greifen die terranischen Blockadegeschwader an.
Die Posbis nehmen auf eigene Verluste keinerlei Rücksicht. In kurzer Zeit vernichten sie mehrere Geschwader der WÄCHTER und bringen damit die Aagenfelt-Barriere zum Zusammenbruch. Eine Simulation NATHANs zeigt, daß die Terraner unter diesen Voraussetzungen keine Chance mehr haben, das Solsystem zu verteidigen. Hohe Verluste würden nur hinauszögern, was letztlich nicht mehr zu verhindern ist.
Perry Rhodan steht vor einer der schwersten Entscheidungen seines Lebens: Er erteilt den Befehl zur Auslösung des Notfallplanes "Karthagos Fall", der für diese Situation vorbereitet wurde. Das Solsystem wird aufgegeben. Während die arkonidischen Flotten in das System einfliegen, erhalten die Einheiten der LFT-Flotte den Befehl, sich abzusetzen; sie sollen sich im Raumsektor Gamma-Cenix, 800 Lichtjahre von Sol entfernt, wieder sammeln. Rhodan hofft, auf diese Weise wenigstens die Verluste in Grenzen zu halten.
Vier Raumer der ENTDECKER-Klasse bringen die Solare Residenz, die selber nicht überlichtflugfähig ist, trotz des Angriffs arkonidischer Verbände in Sicherheit. Rhodan verabschiedet sich von Bull, der sich in der Solaren Residenz befindet.
Im Sektor Gamma-Cenix wird Bilanz gezogen: Die Verluste der LFT halten sich erstaunlicherweise in Grenzen. Rhodan erfährt, daß Roi Danton sein Raumschiff während der Schlacht mit einem Jäger verlassen hat. Sein Flugziel ist unbekannt; es gibt keine Lebenszeichen mehr von ihm.
Die Haluter setzen sich mit ihrer Flotte in ihr Heimatsystem ab, um Halut gegen SEELENQUELL zu verteidigen.
Derweil nimmt Morkhero Seelenquell/Julian Tifflor Terra für SEELENQUELL in Besitz.

Das war es dann.
Das Solsystem ist gefallen. Damit hat die LFT de facto zu existieren aufgehört. Die Arkoniden werden keine große Mühe haben, den Rest der Systeme unter ihre Kontrolle zu bringen. Terra wird in der Galaxis demnächst wohl nur noch unter der arkonidischen Bezeichnung Larsaf III laufen. An den Folgen dieses Tages werden die Helden der Serie, allen voran Rhodan und Bull, noch lange und schwer zu beißen haben.
Der Untergang der LFT ist eine wahrhaft große Story. Hubert Haensel hat dieses Glanzthema würdig umgesetzt. Tragik, Dramatik, eine Vielzahl guter Charaktere - dieser Roman bietet beinahe alles: Der Kommandant des terranischen Raumfrachters PALLAS opfert sich und sein Schiff, damit wichtige Daten über die Aagenfelt-Barriere nicht in arkonidische Hände fallen. Heldenhaft - und beinahe hollywoodreif. Tragisch, daß sein Opfer letztlich nichts nützt. Da sind dann noch die Eltern, die ihren Sohn auf einem Frachter sicherer wähnen als an Bord eines Kriegsschiffes der LFT. Tragisch, daß dieser Frachter ausgerechnet PALLAS heißt...
Reginald Bull und Perry Rhodan können als Entscheidungsträger endlich wieder einmal überzeugen. Während sie die Verteidigung des Solsystems in die Hand nehmen, versuchen die Politiker der LFT, Rhodan zu einem Lagebericht vor das Parlament zu zerren. Der hat indes Wichtigeres zu tun.
Und die Schlacht um das Solsystem endet nicht in einem riesigen Gemetzel, sondern der Solare Resident tut das einzig Richtige: Auch ein Perry Rhodan muß einsehen, wann er verloren hat, und er tut dies erstaunlich schnell. So kann wenigstens noch ein großer Teil der Raumflotte in Sicherheit gebracht werden.
Roi Danton ist am Ende des Romans wieder einmal verschollen. Die Exposé-Factory hat also mit ihm noch etwas vor. Michael Rhodan als Widerstandskämpfer auf Terra wie in den Zeiten der Aphilie?
Auch über die solare Ökonomie erfährt man in Nebensätzen noch einiges: Börsencrash, Zusammenbruch der Produktion - man merkt, daß Hubert Haensel hauptberuflich für eine Bank arbeitet. Sonst war über diese Themen kaum einmal etwas zu lesen.
Insgesamt wirkt das Szenario äußerst lebendig. Kritikpunkte sind kaum zu finden. Nur ein Wermutstropfen ist erwähnenswert, und der betrifft nicht den Roman als solchen: Die Rißzeichnung der LEIF ERIKSSON ist viel zu klein. Details sind kaum zu erkennen. Das hat diese äußerst aufwendige Arbeit nicht verdient. Auch früher wurden RZs auf zwei Hefte verteilt. Die eigentliche Zeichnung darf schon die Mittelseite ausfüllen; den Text kann man durchaus später bringen, wenn denn der Platz nicht reicht. Vielleicht bringt die PRFZ dieses Schiff noch einmal als großes Poster. (Na, wie wäre das?)
Mit diesem Band wären dann die Fronten endgültig abgesteckt: Die Terraner führen einen Partisanenkampf gegen eine negative Superintelligenz. Das dürfte einige Zeit dauern, denn wenn man jetzt SEELENQUELL mit Band 2099 schon wieder abserviert, wäre das lachhaft. Bereiten wir uns also auf eine längere Auseinandersetzung vor. Und daraus kann man eine Menge machen: SEELENQUELL wird sich auf längere Sicht wohl ES' gesamte Mächtigkeitsballung aneignen wollen. Da könnte man auch endlich wieder einmal in die Magellanschen Wolken oder nach Andromeda umblenden - die Terraner haben jetzt jede Hilfe nötig. Was machen beispielsweise die Maahks und die Tefroder? Diese Völker sind irgendwann auch Ziele SEELENQUELLs?!?
Und Bostich? Irgendwann schließt wohl auch Perry Rhodan einen "Pakt mit dem Teufel" - so jedenfalls der Titel des PR-Heftes 2072. In vier Wochen geht es weiter mit dieser Ebene. Und zwischendurch taucht jetzt noch die SOL in Dommrath auf, und die Geheimnisse der Ritter von Dommrath werden gelüftet. Man darf sich also auf spannende Romane freuen.

Fazit:
Handlungsmäßig der bisherige Höhepunkt des Zyklus, toll präsentiert. Man sieht: Eine gute Dramaturgie funktioniert auch ohne Kosmokraten.
15 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

Nun ist es also geschehen: Das Sol-System ist von den Arkoniden erobert worden, und der Großteil der LFT-Flotte hat dies nur überstanden, weil Perry Rhodan den Fluchtbefehl gegeben hat...
Hubert Haensel ist die Aufgabe zugefallen, dieses traurige Kapitel der PR-Geschichte in eine lesbare From zu fassen; herausgekommen ist dabei, soviel sei schon verraten, einer der besten Rhodan-Romane der letzten Zeit, der nur sehr, sehr wenige Schwächen aufzuweisen hat.
Der markantesten Schwäche möchte ich mich zuwenden, bevor ich zu den nachfolgenden Lobhudeleien ansetze: Bullys Zusammentreffen mit Bostich.
Was hat Hubert Haensel für eine großartige Charakterisierung des "zweiten Mannes" in "Mein Freund der Tod" abgeliefert - und was folgt hier? Bully agiert angesichts der äußeren Umstände eigentlich vollkommen normal; halt etwas impulsiver als Rhodan, wie es so seine Art ist, aber ansonsten... Nichts ist davon zu merken, daß er hier dem eigentlichen Verursacher seiner Qualen gegenübersteht. Selbst als er Bostich von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht, beschränken sich seine Emotionen dem ehemaligen Imperator gegenüber auf das "normale" Maß, das er jemandem entgegenbringt, der für die Entwicklung in der Milchstraße verantwortlich ist. Daß dieser Jemand auch für seine ganz persönlichen Qualen, seine ganz persönliche Hölle die Verantwortung trägt, kommt ihm nicht einmal im Entferntesten in den Sinn. Man mag darüber spekulieren, ob Hubert hier gespart hat, um den Rest des Romans auf Heftlänge erzählt zu bekommen - was bleibt, ist jedoch der Eindruck von einem Reginald Bull, der anscheinend nie in die Gefangenschaft der Arkoniden gelangt ist. Dies ist dann die wohl schwächste Stelle des Romans.
Genug hiervon. Andere Schwachpunkte beziehen sich dann eher auf den technischen Bereich.
Da wendet ein Raumer, anstatt Gegenschub zu geben (S. 13, 2. Spalte)...
Da befindet man sich getarnt in den Trümmern eines Topsid-Frachters und stürzt der Sonne entgegen, kann aber innerhalb von wenigen Sekunden nicht nur die Tarnung abwerfen, sondern auch die Eintauchgeschwindigkeit für den Hyperraumflug erreichen - man verschwindet praktisch aus dem Stand (S. 26, 1. Spalte)...
Aber nun wirklich genug mit der (zugegeben: vielleicht etwas kleinlichen) Kritik - wenden wir uns der Lobhudelei zu, derer es dann auch genug gibt. Denn Hubert Haensel gelingt ein packender Roman um den Untergang Terras. Die Tragik und die Tiefe der emotionalen Schilderungen lassen dem Leser keine Atempause - dieser Roman ist einer jener seltenen, die man nicht vor seinem Ende aus der Hand legen kann.
Haensel gelingt es, der Handlung eine emotionale Tiefe zu geben, die man selten in einem Heftroman findet. Er spielt geradezu mit den Gefühlen des Lesers, der am Ende alles für möglich hält. Selbst der von NATHAN hochgerechnete Verlauf der Schlacht wirkt auf den unbedarften Leser wie eine Realitätsschilderung, wobei er angesichts der recht umfassenden Zerstörung des Sonnensystems schon kaum noch fähig ist, nach Luft zu schnappen; fast treibt es ihm die Tränen in die Augen, während er versucht, sich mit den einschneidenden Veränderungen des PR-Kosmos abzufinden. Die Erleichterung darüber, daß dies alles nur eine Simulation war, ist dann kaum noch in Worte zu fassen.
An solchen Stellen setzt beim Leser der Verstand förmlich aus, wird von den Gefühlen überrollt. Sicher weiß er, daß das Autorenteam nicht so weit gehen würde (es würde wohl auch zu viele Leser vor den Kopf stoßen, das Sol-System einfach so zu vernichten), doch hat diese Erkenntnis der Vernunft kaum eine Chance, gegen die aufgewühlte Gefühlswelt anzukommen, sich bemerkbar zu machen. Diese Szenen gehören sicherlich zum Besten, was die PR-Serie zu bieten hat.
Selten konnte man sich in einem PR-Roman so verlieren wie in diesem. Der Leser wird in jegliche Gefühlszustände versetzt, die ein Autor mit seinem Werk nur hervorrufen kann. Selbst als die Posbis auftauchen, von denen der Leser auf rationaler Ebene praktisch weiß, daß sie Arkons fünfte Kolonne darstellen werden, durchfährt ihn ein Triumphgefühl, daß sich doch noch alles zum Guten wenden wird.
Natürlich geht die Sache denn doch nicht gut aus, und Karthagos Fall beginnt. Die LFT-Flotte zieht sich zurück, nimmt die Residenz mit - womit sich Robert Feldhoffs kryptische Ankündigung auf dem Mainzer Weltcon vor nunmehr bald anderthalb Jahren erfüllt hätte. Und Terra wird darniederliegen...
Sicher, solch eine Handlung ist gewagt - wie die ersten Reaktionen im Internet zeigen. Dieser Roman polarisiert wieder einmal die Fangemeinde: Auf der einen Seite stehen diejenigen, die ihn für ein großartiges Stück PR-Literatur halten, auf der anderen Seite die, die sich mit dem (vorläufigen) Verlust des Sol-Systems nicht abfinden können, die die Terraner nur als die strahlenden Sieger sehen wollen. Letzterer Gruppe sei gesagt: Gemach, gemach, immer ruhig mit den jungen Pferden. Wartet erst einmal das Ende des Zyklus ab. Es gibt Gesetze des Heftromans, die noch nicht einmal die PR-Autoren verletzen dürfen. Sie haben eben nur etwas mehr Handlungsspielraum als bei Serien, die nichts anderes als abgeschlossene Romane bieten. Auch bei Rhodan lautet die Frage nicht, ob, sondern wann sich die Sache wieder einrenken wird. Von diesem Gesichtspunkt aus ist die derzeitige Handlung nur noch großartig zu nennen. Denn, mal ganz ehrlich: Ein immer und ewig siegender Perry hätte wohl kaum 40 Jahre überdauert, oder? Außerdem: Je tiefer der Fall, desto grandioser der Wiederaufstieg...
(Abgesehen davon, daß dies nun wirklich nicht das erste Mal ist, daß die Erde nicht mehr unter rhodanscher Herrschaft ist. Und schließlich ist wohl auch noch Rhodan junior da, der sich mit ziemlicher Sicherheit nach Terra abgesetzt hat. Mal sehen, wieviele "gute Nachbarn" diesmal dabei herauskommen...)
Endlich einmal geht es wieder wirklich ans Eingemachte. Darauf hat die Serie seit den Cantaro warten müssen - selten hat man dem nachfolgenden Band so entgegengefiebert, bzw. dem Nachfolger auf dieser Handlungsebene. Denn mit dem nächsten Band geht's erst einmal wieder zurück nach Dommrath, wohin es die SOL offensichtlich verschlagen hat. Immerhin erwähnte Arndt Ellmer auf der LKS, daß die SOL mit Band 2068 wieder in der Handlung auftauchen wird. Und die im Titel des nächsten Bandes enthaltenen "Sambarkin" sind schon länger als Dommrath-Bewohner bekannt. Da bleibt dann nur noch die Frage, wieviel Zeit (wenn überhaupt) die SOL entfernt ist. Und bezüglich der "Thoregon-Spekulation" in Dommrath, bzw. des vielleicht vorhandenen (Mega-)Pilzdoms, werden neue Möglichkeiten wach. Könnte sich die SOL vielleicht einfach nur verflogen haben? Oder wurde sie gezielt umgeleitet?!? Aber dies gehört wohl eher in den nachfolgenden Roman, in dem es H.G. Francis doppelt schwerhaben wird, ein vernünftiges Werk abzuliefern. Denn in direkter Nachfolge zu diesem hervorragenden Werk wird es sehr, sehr schwer, auch nur halbwegs das vorgegebene Niveau zu halten...

Fazit:
Hubert Haensel gelingt einer der besten PR-Romane aller Zeiten. Er spielt virtuos auf der Klaviatur der menschlichen Gefühle, schaltet das rationale Denken des Lesers förmlich aus, der eigentlich genau weiß, wie es weitergehen wird. Wenn Terra schon untergehen muß, dann wenigstens in einem Roman dieser Güte.
Die Höchstnote verhindert hier nur der angesichts Bostichs etwas gefühlsarme Bully, den persönlich eher wenig mit dem ehemaligen Imperator zu verbinden scheint.
14 Punkte

Winfried Brand

Jetzt haben wir also den Salat: Die Arkoniden besetzen Terra, und Perry flieht mit der Solaren Residenz. Ich kann mich erinnern, daß innerhalb des Flash-Rezensententeams schon sowas gemutmaßt wurde - jedoch war das zu Beginn des Zyklus. Daß es jetzt passiert, kommt doch überraschend. Und es ist keineswegs so, daß diese Entwicklung nicht passen würde. SEELENQUELL braucht als junge Superintelligenz Zeit, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Dabei sind die Terraner natürlich im Weg. Besser gesagt: Die Zellaktivatorträger. Zudem festigt SEELENQUELL so seine Position.
Hubert Haensel hat mit diesem Roman hervorragende Arbeit geleistet. Vor dem Hintergrund der Bedrohung breitet er ein großangelegtes Panorama aus, gestaltet in den einzelnen Handlungssplittern die bedrückende Atmosphäre und läßt so den Leser zwischen Furcht und Hoffnung schwanken.
Da gerät die Haupthandlung fast ins Hintertreffen. Bully begegnet Bostich zum ersten Mal nach seiner Zeit im Golkana-Gefängnis. Da hätte man eigentlich mit einer heftigeren Reaktion gerechnet. Stattdessen aber reagiert Bully, als stände er einem x-Beliebigen gegenüber. Auf den ersten Seiten wird von ihm gesagt, daß er seine Erlebnisse verarbeitet hätte. Aber Erlebnisse dieser Art brauchen in der Regel doch etwas länger - und so lang liegt die Gefangenschaft Bullys nun auch nicht zurück.
Ich hatte es ja in der letzten Rezension gemutmaßt: Die Posbis sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Nun gut, diese Schlußfolgerung zu treffen, war nicht schwer, aber es befriedigt einen doch ungemein, wenn man recht behält. Dagegen helfen dann auch nicht die zusätzlichen Abwehrmaßnahmen, die man nach dem Fall Ertrus getroffen hat. Mit dieser Tatsache konnte man einfach nicht rechnen - und das verleiht der Handlung zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Wie es zur Zeit aussieht, scheint dieser Zyklus nicht mit 2099 abgeschlossen zu werden. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie man in dieser relativ kurzen Zeit ein passendes Finale findet - wobei mir natürlich die Holzhammermethode à la "ES kommt zurück, findet sein Haus besetzt vor und vertreibt den Eindringling" am wenigsten gefallen würde. Möglich, daß die Stargate-... Verzeihung, die Dommrath-Ebene natürlich, noch einige Überraschungen zu bieten hat. Und die Galornen mit ihrer Shifting-Flotte sind auch noch nicht aufgetaucht. Ich glaube aber nicht, daß diese jetzt noch erfolgreich sein können. Nun denn, schauen wir mal, was die Handlung in Dommrath bringen wird.

Fazit:
Ein ausgezeichneter Roman mit einer fesselnden Handlung. Der Auftakt zur neuen Handlungsebene ist vielversprechend.
13 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.