Reginald
Bull organisiert die Verteidigung des Solsystems, denn ein
arkonidischer Angriff ist jetzt jederzeit zu erwarten. Der
Zellaktivatorträger befindet sich am Rand des physischen
Zusammenbruchs.
Die Terraner vertrauen noch immer primär auf die
Aagenfelt-Barriere. Mehrere zusätzliche WÄCHTER-Geschwader
werden in Position gebracht, um eine möglichst effektive
Verteidigung zu gewährleisten. Trotz der erdrückenden
arkonidischen Übermacht, die inzwischen im Orion-Delta-System
auf den Angriffsbefehl wartet, hofft die LFT-Regierung noch immer,
eine Invasion erfolgreich zurückschlagen zu können.
Die gesamte LFT-Flotte hat sich im Solsystem versammelt. Die
Schiffszahlen wirken auf den ersten Blick beeindruckend, doch Terra
verfügt nur über wenige wirkliche Großkampfschiffe.
Der größte Teil der aufgebotenen Verbände besteht aus
Kreuzern, Korvetten und Raumjägern. Die Flotte der Posbis wird
daher sehnlichst erwartet. Auch die Neue USO hat ein
Schiffs-Kontingent zur Verteidigung Sols abgestellt. Kommandant des
Verbandes ist Roi Danton.
Bei einer Lagebesprechung mit Perry Rhodan auf der LEIF ERIKSSON
trifft Reginald Bull mit dem gefangenen Bostich zusammen. Dieser
fordert für seine Hilfe gegen SEELENQUELL nochmals einen
Zellaktivator. Rhodan und Bull lehnen erneut ab.
Über Hyperfunk erfahren die Terraner, daß die Arkoniden
sie für einen Mordanschlag auf Bostich auf dem Planeten
Urankan-5 im Hayok-Sternenarchipel verantwortlich machen. Der neue
Imperator Bostich II. erklärt der LFT kurze Zeit später
förmlich den Krieg. Perry Rhodan löst daraufhin Vollalarm
für das Solsystem aus.
Im Orion-Delta-System taucht die arkonidische Thronflotte auf. Kurze
Zeit später nehmen die dort versammelten 380.000 arkonidischen
Kampfeinheiten Fahrt auf. Ihr Ziel ist das Solsystem. Die
arkonidischen Verbände beenden ihren Überlichtflug an den
Grenzen des Systems, noch außerhalb der Aagenfelt-Barriere. Sie
greifen jedoch nicht an, sondern warten ab. Auch die Kommandeure
Arkons kennen den Grund dafür nicht. Mascant Kraschyn ist jedoch
sicher, daß SEELENQUELL einen weiteren Trumpf
bereithält.
Die Arkoniden registrieren das Auftauchen von 40.000 Fragmentraumern
der Posbis, doch bevor Mascant Kraschyn den Angriffsbefehl geben
kann, gehen die Posbi-Einheiten wieder in den Überlichtflug und
verschwinden im Solsystem. Dort formieren sie sich nochmals - und
greifen die terranischen Blockadegeschwader an.
Die Posbis nehmen auf eigene Verluste keinerlei Rücksicht. In
kurzer Zeit vernichten sie mehrere Geschwader der WÄCHTER und
bringen damit die Aagenfelt-Barriere zum Zusammenbruch. Eine
Simulation NATHANs zeigt, daß die Terraner unter diesen
Voraussetzungen keine Chance mehr haben, das Solsystem zu
verteidigen. Hohe Verluste würden nur hinauszögern, was
letztlich nicht mehr zu verhindern ist.
Perry Rhodan steht vor einer der schwersten Entscheidungen seines
Lebens: Er erteilt den Befehl zur Auslösung des Notfallplanes
"Karthagos Fall", der für diese Situation vorbereitet wurde. Das
Solsystem wird aufgegeben. Während die arkonidischen Flotten in
das System einfliegen, erhalten die Einheiten der LFT-Flotte den
Befehl, sich abzusetzen; sie sollen sich im Raumsektor Gamma-Cenix,
800 Lichtjahre von Sol entfernt, wieder sammeln. Rhodan hofft, auf
diese Weise wenigstens die Verluste in Grenzen zu halten.
Vier Raumer der ENTDECKER-Klasse bringen die Solare Residenz, die
selber nicht überlichtflugfähig ist, trotz des Angriffs
arkonidischer Verbände in Sicherheit. Rhodan verabschiedet sich
von Bull, der sich in der Solaren Residenz befindet.
Im Sektor Gamma-Cenix wird Bilanz gezogen: Die Verluste der LFT
halten sich erstaunlicherweise in Grenzen. Rhodan erfährt,
daß Roi Danton sein Raumschiff während der Schlacht mit
einem Jäger verlassen hat. Sein Flugziel ist unbekannt; es gibt
keine Lebenszeichen mehr von ihm.
Die Haluter setzen sich mit ihrer Flotte in ihr Heimatsystem ab, um
Halut gegen SEELENQUELL zu verteidigen.
Derweil nimmt Morkhero Seelenquell/Julian Tifflor Terra für
SEELENQUELL in Besitz.
Das war es dann.
Das Solsystem ist gefallen. Damit hat die LFT de facto zu existieren
aufgehört. Die Arkoniden werden keine große Mühe
haben, den Rest der Systeme unter ihre Kontrolle zu bringen. Terra
wird in der Galaxis demnächst wohl nur noch unter der
arkonidischen Bezeichnung Larsaf III laufen. An den Folgen dieses
Tages werden die Helden der Serie, allen voran Rhodan und Bull, noch
lange und schwer zu beißen haben.
Der Untergang der LFT ist eine wahrhaft große Story. Hubert
Haensel hat dieses Glanzthema würdig umgesetzt. Tragik,
Dramatik, eine Vielzahl guter Charaktere - dieser Roman bietet
beinahe alles: Der Kommandant des terranischen Raumfrachters PALLAS
opfert sich und sein Schiff, damit wichtige Daten über die
Aagenfelt-Barriere nicht in arkonidische Hände fallen.
Heldenhaft - und beinahe hollywoodreif. Tragisch, daß sein
Opfer letztlich nichts nützt. Da sind dann noch die Eltern, die
ihren Sohn auf einem Frachter sicherer wähnen als an Bord eines
Kriegsschiffes der LFT. Tragisch, daß dieser Frachter
ausgerechnet PALLAS heißt...
Reginald Bull und Perry Rhodan können als
Entscheidungsträger endlich wieder einmal überzeugen.
Während sie die Verteidigung des Solsystems in die Hand nehmen,
versuchen die Politiker der LFT, Rhodan zu einem Lagebericht vor das
Parlament zu zerren. Der hat indes Wichtigeres zu tun.
Und die Schlacht um das Solsystem endet nicht in einem riesigen
Gemetzel, sondern der Solare Resident tut das einzig Richtige: Auch
ein Perry Rhodan muß einsehen, wann er verloren hat, und er tut
dies erstaunlich schnell. So kann wenigstens noch ein großer
Teil der Raumflotte in Sicherheit gebracht werden.
Roi Danton ist am Ende des Romans wieder einmal verschollen. Die
Exposé-Factory hat also mit ihm noch etwas vor. Michael Rhodan
als Widerstandskämpfer auf Terra wie in den Zeiten der
Aphilie?
Auch über die solare Ökonomie erfährt man in
Nebensätzen noch einiges: Börsencrash, Zusammenbruch der
Produktion - man merkt, daß Hubert Haensel hauptberuflich
für eine Bank arbeitet. Sonst war über diese Themen kaum
einmal etwas zu lesen.
Insgesamt wirkt das Szenario äußerst lebendig.
Kritikpunkte sind kaum zu finden. Nur ein Wermutstropfen ist
erwähnenswert, und der betrifft nicht den Roman als solchen: Die
Rißzeichnung der LEIF ERIKSSON ist viel zu klein. Details sind
kaum zu erkennen. Das hat diese äußerst aufwendige Arbeit
nicht verdient. Auch früher wurden RZs auf zwei Hefte verteilt.
Die eigentliche Zeichnung darf schon die Mittelseite ausfüllen;
den Text kann man durchaus später bringen, wenn denn der Platz
nicht reicht. Vielleicht bringt die PRFZ dieses Schiff noch einmal
als großes Poster. (Na, wie wäre das?)
Mit diesem Band wären dann die Fronten endgültig
abgesteckt: Die Terraner führen einen Partisanenkampf gegen eine
negative Superintelligenz. Das dürfte einige Zeit dauern, denn
wenn man jetzt SEELENQUELL mit Band 2099 schon wieder abserviert,
wäre das lachhaft. Bereiten wir uns also auf eine längere
Auseinandersetzung vor. Und daraus kann man eine Menge machen:
SEELENQUELL wird sich auf längere Sicht wohl ES' gesamte
Mächtigkeitsballung aneignen wollen. Da könnte man auch
endlich wieder einmal in die Magellanschen Wolken oder nach Andromeda
umblenden - die Terraner haben jetzt jede Hilfe nötig. Was
machen beispielsweise die Maahks und die Tefroder? Diese Völker
sind irgendwann auch Ziele SEELENQUELLs?!?
Und Bostich? Irgendwann schließt wohl auch Perry Rhodan einen
"Pakt mit dem Teufel" - so jedenfalls der Titel des PR-Heftes 2072.
In vier Wochen geht es weiter mit dieser Ebene. Und zwischendurch
taucht jetzt noch die SOL in Dommrath auf, und die Geheimnisse der
Ritter von Dommrath werden gelüftet. Man darf sich also auf
spannende Romane freuen.
Fazit:
Handlungsmäßig der bisherige Höhepunkt des Zyklus,
toll präsentiert. Man sieht: Eine gute Dramaturgie funktioniert
auch ohne Kosmokraten.
15 Punkte
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Nun ist es also geschehen: Das Sol-System ist von den
Arkoniden erobert worden, und der Großteil der
LFT-Flotte hat dies nur überstanden, weil Perry Rhodan
den Fluchtbefehl gegeben hat... |
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Jetzt haben wir also den Salat: Die Arkoniden besetzen
Terra, und Perry flieht mit der Solaren Residenz. Ich kann
mich erinnern, daß innerhalb des
Flash-Rezensententeams schon sowas gemutmaßt wurde -
jedoch war das zu Beginn des Zyklus. Daß es jetzt
passiert, kommt doch überraschend. Und es ist
keineswegs so, daß diese Entwicklung nicht passen
würde. SEELENQUELL braucht als junge Superintelligenz
Zeit, um zu wachsen und sich zu entwickeln. Dabei sind die
Terraner natürlich im Weg. Besser gesagt: Die
Zellaktivatorträger. Zudem festigt SEELENQUELL so seine
Position. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |