Professor Zamorra

Band 700: "Para-Hölle Spiegelwelt"

Nach einem Abenteuer in Schottland benutzen der Parapsychologe Professor Zamorra und seine Kampfgefährtin Nicole Duval, wie so oft, die Regenbogenblumen, die einen zeitlosen Transport von einem Ort zum anderen - oder wahlweise auch zu einer anderen Dimension - ermöglichen. An jedem Ort muß zum einen eine solche Kolonie aus Regenbogenblumen wachsen, und andererseits müssen die Benutzer eine klare gedankliche Vorstellung des Ziels haben.
Das Ziel der beiden ist Chateau Montagne in Frankreich. Dort treten sie auch aus den Regenbogenblumen hervor. Nur daß Zamorra während des Transports kurz abgelenkt war... Was wäre, wenn es einen bösen Zamorra gäbe, jemanden, der nicht auf Seiten des Lichts stünde, sondern stattdessen mit dem Bösen paktieren würde?
Wie schon einmal, als die Regenbogenblumen Benutzer unerwartet durch die Zeit transportierten, landen die beiden diesmal in einem Spiegeluniversum.
Dort herrscht ein brutaler Zamorra, ein Schwarzmagier, der das Dorf unterhalb des Chateaus unter seiner Kontrolle hält.
Wie zum Beispiel Pater Ralph. Als dieser seinen Unmut über den Schloßherrn äußert und Zamorra davon erfährt, fährt er zum Dorf hinunter und setzt seine magischen Kräfte ein: Der Pater schlägt im wahrsten Sinne des Wortes Wurzeln, und die anderen Dorfbewohner müssen den Pater, der von den Beinen an in einen Baum verwandelt wurde, aus der Erde buddeln.
Die "echten" Dämonenjäger wundern sich zwar über Kleinigkeiten, die sich seit ihrer Abreise geändert haben. Wirklich klar wird ihnen die Situation aber erst, als sie von bewaffneten Männern attackiert werden.
Parallel dazu fahren Carsten Möbius und Michael Ullich nach der Beerdigung des alten Möbius aus dem Harz nach Frankfurt zurück. Carsten wundert sich, daß Zamorra nicht zur Beerdigung seines alten Freundes gekommen ist. Noch schwieriger wird die Lage aber, als er kurze Zeit später vom Eintreffen Ty Senecas erfährt, der ihm stolz verkündet, daß er nun Eigentümer des Möbius Konzerns sei.
Im Chateau kristallisiert sich heraus, daß die Nicole Duval dieser Welt ein Verhältnis mit Pascal Lafitte hat, einem engen Freund der beiden "echten" Schloßherren, mit dem die echte Duval jedoch niemals ein Verhältnis eingehen würde.
Auch Fooly existiert in dieser Welt; er wird von Zamorra gefangengehalten und dazu gezwungen, Menschen zu jagen, die aus dem Schloß flüchten. Wie zum Beispiel Zamorra und Nicole, die jedoch nach einer kurzen Gefangennahme von Zamorra mit dessen Parakräften gestellt und zum Chateau zurückgebracht werden, wo die beiden ein erstes Mal ihre Kräfte proben.

Harter Tobak, genial umgesetzt, geradezu fies für eine 14täglich erscheinende Serie!
Ein starker Auftakt für einen Vierteiler, den Werner K. Giesa zusammen mit Heike, Nicky Pressburger und Claudia Kern ausgearbeitet hat und den Claudia und Werner verfaßt haben.

Den ersten Teil eines Mehrteilers zu bewerten, ist natürlich immer schwierig. Aber dieser Einstieg ist vor allem eines: rundum perfekt vom Aufbau her, auch die parallele Handlungsschiene mit der Übernahme des Möbius Konzerns durch Ty Seneca (ob dieser aus der Spiegelwelt stammt, wohin er am Ende des Mehrteilers wieder verschwindet?).
Äußerst ominös auch das Auftauchen von Luc Avenge, der in dieser Welt keine großartig andere Rolle spielt als in der "echten" Welt.

15 Punkte.

Guido Latz