Tom Arden:

"Die Nebelprinzessin"

(Der Kreis des Orokon 6)
OT: Third Book of the Orokon: Sultan of the Moon and Stars (Parts 3-5)
Ü: Wolfgang Thon
GB 1999
(414 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24834, ISBN 3-442-24834-5, DM 22,- / EUR 11,-)
- erschienen: Februar 2001 -

Jem wandert durch die unheimliche Traumwelt des Zauberers Almoran. Ohne Aussicht auf einen Ausweg ist er darauf angewiesen, seinen Freunden zu vertrauen. Die haben aber nicht minder ihre eigenen Probleme. Während Rajal sich mit den Dieben des Orients herumschlagen muß, gelangt Cata zunächst in die Fänge ihres alten Widersachers Polty. Der ist ganz und gar enttäuscht, daß die Gute seine Zuneigung verschmäht, und droht ihr damit, Grausames zu tun.

Oje - wie habe ich die ersten beide Romane dieses Zyklus doch genossen, und wie habe ich unter den letzten gelitten. Vielleicht tue ich dem armen Tom Arden ja irgendwo unrecht; vielleicht verstehe ich das Genie einfach nur nicht, das hinter seinen Geschichten steckt.
Fest steht auf jeden Fall, daß "Die Nebelprinzessin" sich nahtlos in die Tradition der letzten Bände eingliedert. Das mag jeder für sich bewerten; ich für meinen Teil bin da eher skeptisch bis ganz und gar nicht einverstanden.
Es fehlt einfach die Linie hinter den bloßen Worten, die den Roman zu einer Geschichte und nicht zu einem wirren Ablaufen unterschiedlicher Handlungen und Episoden macht.
Derzeit erweckt dieser Zyklus nur den Eindruck, gemächlich vor sich hin zu driften. Dadurch, daß für mich keinerlei klare Strukturen oder Rahmen zu entdecken sind, gibt es auch keinen Höhepunkt, sondern nur ein langweiliges Dahintreiben - wohin das auch immer gehen mag.
Zudem fehlt in diesem Roman auch einfach die erzählerische Größe, die vielleicht über die eine oder andere Schwierigkeit hinweghelfen könnten. Da wird z.B. zu Beginn die Geschichte des Kalifats erzählt. Leider ist das alles aber so banal, wenn nicht sogar albern, daß man den Roman lieber zur Seite legen würde, statt sich mühsam durch den Rest zu kämpfen.

Fazit:
Viel gibt's da einfach nicht mehr zu sagen; und da Band 6 sich nahtlos in die Reihe der letzten Romane einreiht, gibt's auch diesmal ein ähnliches Ende dieser Rezi. Schade eigentlich, denn alles hatte doch einmal so hoffnungsfroh begonnen.
2 Punkte

Alexander Haas


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