Malcovic, der ehemalige Diener McDonalds, holt zum großen
Schlag gegen den Höllenfürsten aus. Um diesen
endgültig vom Thron zu stoßen, bedient er sich der Kugel
der Macht. (Diese hat er bei den Ereignissen um C'tulls Tempel in
Brasilien an sich genommen, Altleser werden sich daran erinnern.)
Diese - in Verbindung mit Desteros Schwert - ermöglicht ihm, die
Kontrolle über fünf Hüter zu erlangen.
Währenddessen deutet Julian dem Team gegenüber an,
daß umwälzende Ereignisse bevorstehen. Den Auftakt dazu
bildet der Hilferuf D'Arroyos. Das Verschwinden der fünf
Hüter ist natürlich nicht unbemerkt geblieben.
Nachdem Julian das Tor stabilisiert hat, durch das die von Malcovic
kontrollierten Hüter gegangen sind, verschwindet er. Kurze Zeit
später stellen das Team und die Gruppe der Hüter, die sie
begleiten, erstaunt fest, daß Malcovic McDonald in der
Seelenburg angreift. Wobei die Situation eher nach einem klassischem
Patt aussieht - bis das Team und die Hüter eingreifen. Frank
nutzt eine vermeintliche Schwäche McDonalds und pirscht sich an
ihn heran. Er hofft, ihn mit Eoin tödlich zu treffen. Doch Frank
hat nicht mit der Geistesgegenwart von McDonald gerechnet, der sofort
eine magische Attacke gegen ihn losläßt. Eine Attacke, die
weder Frank noch Jane überleben.
Erst, als Jack die Kugel der Macht gegen McDonald schleudert, wird
dieser getroffen und räumt das Schlachtfeld. Malcovic gelingt es
zwar, Jack zu verwunden, doch er muß sich der Übermacht
der Hüter letztendlich beugen.
Nach der Schlacht, die eigentlich von keiner Partei richtig gewonnen
wurde, trifft Jack die Vorbereitungen für eine Zeitreise, um den
Tod von Jane und Frank zu verhindern. Und diese Zeitreise gelingt ihm
wohl auch, wie eine kurze Szene zu Beginn des Romans zeigt. Ob er
allerdings den Tod von Frank und Jane verhindern kann, steht auf
einem anderen Blatt.
Marc H. Romain liefert, wenn man nach der Titelvorschau auf der Seite
geht, den Auftakt zu einem Dreiteiler ab. Dieser wird sich jetzt, da
die Serie wieder monatlich erscheint, also über drei Monate
hinziehen. Dies ist zwar sehr schade, aber wohl nicht zu
ändern.
Gut, kommen wir zum Roman selbst. Malcovic führt also den
entscheidenden Schlag gegen McDonald aus. Daß der Gestaltlose
schon seit einiger Zeit Bestrebungen in diese Richtung entwickelt,
weiß der Leser. Allerdings sollte Malcovic wissen, daß
man einen Gegner besser nicht direkt in seiner Basis angreift. Da hat
man als Angreifer nur Nachteile: Man kennt das Gebäude nicht -
gut, Malcovic dürfte die Seelenburg einigermaßen kennen,
aber trotzdem - und der Gegner hat haufenweise Möglichkeiten,
sich zu verstecken. Abgesehen mal davon, daß McDonald mit
Sicherheit sein magisches Waffenarsenal ganz in der Nähe hat,
auf das er dann problemlos zugreifen könnte. Besser, man lockt
den Gegner auf ein Terrain, das man besser kennt als er selbst. Na
ja, vielleicht ist Malcovic nicht so klug, wie er sich gerne sieht.
;-)
Neuleser werden sich vielleicht irritiert fragen, woher Malcovic auf
einmal die Kugel der Macht hat. Da wäre ein kleiner Einschub,
der ein wenig auf die Ereignisse um den C'tull-Tempel in Brasilien
eingeht, nicht verkehrt gewesen.
Die Szenen am Ende des Romans hätten auch gern ein wenig ruhiger
erzählt werden können. Teilweise legt der Autor ein solches
Tempo vor, daß man sich regelrecht zwingen muß, die
Stellen langsam zu lesen, damit man auch alles mitbekommt, was da vor
sich geht.
Soso, Julian hat also seine eigenen Pläne - jedenfalls
läßt sich dies aus seinen ominösen Anmerkungen
schließen. Da scheint ja noch was auf den Leser zuzukommen.
Daß Julian mal wieder etwas rätselhafter wirkt, ist gar
nicht so verkehrt. Man vergißt zuweilen, daß der
Hexenmeister aus der Hölle zwischen Gut und Böse schwankt;
und durch solche Verhaltensweisen wird man wieder daran erinnert.
Positiv ist auch, daß Frank den Mord an Claudia White immer
noch nicht verarbeitet hat - in den letzten Bänden ist das sehr
in den Hintergrund geraten.
Nun gut, das Team wird wohl nicht wirklich das Zeitliche gesegnet
haben - Serienhelden sterben bekanntlich nie, oder wenn, dann in der
letzten Folge, und diese Prämisse trifft hier ja doch nicht zu.
;-) Ich bin mal gespannt, was sich die Autoren einfallen lassen
werden, um diese Misere zu beheben. "Der Tod des Lichts", Titel des
nächsten Romans, läßt eigentlich nichts Gutes hoffen.
Schaun mer mal.
Fazit:
Es gibt gute Seiten und schlechte Seiten an diesem Roman. Gut sind
die Verweise auf die Serienhistorie und die Charakterisierung
Julians. Die schlechten Seiten sind die manchmal zu rasch
erzählten Action-Sequenzen am Ende und die Tatsache, daß
Malcovics Angriff auf McDonald wohl nicht von Logik geleitet worden
ist.
7 Punkte