Band 32: "Seelenträger"

Autor: Bernd Frenz

2005: Ein russisches U-Boot fährt seine Route durch den Pazifik. Es ist die Zeit der Religionskriege, das neuentwickelte U-Boot daher ein begehrtes Ziel für Terroristen. Und tatsächlich wird das U-Boot von arabischen Terroristen überfallen. Was die Mannschaft des U-Bootes jedoch nicht ahnt: Ihr Kommandant Nikolai Wolkow macht mit den Terroristen gemeinsame Sache. Kaltblütig läßt er seine Mannschaft für Geld über die Klinge springen. Diese verladen Container mit der Aufschrift CK-512 an Bord. Offenbar beinhalten diese Container ein hochgiftiges Nervengas.
Gegenwart: Matt wird von einer merkwürdigen Stimme aus dem Schlaf geschreckt, die ihn wider seinen Willen zum Fluß drängt. Dort wird Matt von Hydriten empfangen - und zu seiner Überraschung befindet sich Me'rol darunter. Matt ist dem Hydriten in England begegnet, kurz vor der Ermordung Quart'ols. Diese wird nun Matt zur Last gelegt, und gegen seinen Willen schleppen die Hydriten ihn in ein Labor, verpassen ihm Kiemen und transportieren ihn zu ihrer Unterwasserstadt.
2005: Nachdem das Gift an Bord ist, kommen dem Schwager Wolkows, Bajgarin, nach einem Gespräch mit dem jungen Terroristen Hamid Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns. Schließlich soll das Nervengift gegen Washington eingesetzt werden. Bajgarin entschließt sich, das Schiff zu versenken. Dazu blockiert er eine Torpedoluke - der Torpedo explodiert so mitten im Schiff und reißt es in die Tiefe.
Nach und nach erfährt Matt, daß er seit seinem Aufenthalt in England die Seele Quart'ols in sich trägt; eine Erkenntnis, die er erstmal verdauen muß. Jetzt wollen die Hydriten Quart'ols Seele in einen neuen Körper verpflanzen. Die Klon-Technik der Hydriten ermöglicht ihnen dies ohne Probleme. Beim anschließenden Prozeß gegen Matt stellt sich Quart'ol in seinem neuen Körper auf Matts Seite. Doch bis auf weiteres verfügt der Rat der Hydriten, daß Matt bei den Hydriten bleiben soll.
Währenddessen rosten die Fässer mit dem Nervengas vor sich hin...

Wer ist Bernd Frenz, wird sich der Leser fragen - aber die Leserseite klärt das rasch: Brian Frost und Bernd Frenz sind identisch. Ein Schritt, der zu begrüßen ist.
Drei Handlungsebenen sind in diesem Roman miteinander verbunden, wobei die Ebene im Jahr 2005 zuerst nichts mit den Geschehnissen um Matt und die Hydriten - die übrigens eine Begegnung mit Jules Vernes hatten, nettes Detail am Rande - zu tun hat. Aber da das Cover von Band 33 schon als Rückenwerbung bei PR benutzt wurde, wissen wir ja ungefähr, was die Ereignisse miteinander verbindet. Schließlich taucht Matt ja nicht ohne Grund zu einem UFOwrack hinunter. ;-)
Die Kultur der Hydriten ist schon faszinierend - da lebt ein ganzes Volk jahrhundertelang zusammen mit den Menschen, und wir wissen davon gar nichts. Fragt sich nur noch, woher die Hydriten ursprünglich stammen. Es gelingt Bernd, dieser Kultur Faszination zu verleihen. Auch die Szenen rund um das U-Boot sind gelungen; der Autor hat hier gut recherchiert, und der tragische Charakter von Bajgarin, der eigentlich wie Mephisto das Gute will, aber das Böse schafft, verleihen diesen Szenen Dramatik und Spannung.
Und außerdem sind da noch die kleinen netten Details am Rande - Jules Verne gehört dazu, ebenso die Werbung für die Urzeitkrebse und der Verweis auf Marvels Submariner. Das lockert den Roman richtig auf und gibt ihm eine bisweilen recht ironische Note.

Fazit:
So macht Maddrax Spaß - eine faszinierende Kultur, eine spannende Handlung, die gleichzeitig die Serienhistorie etwas beleuchtet, und ein Submariner namens Matt. ;-)
12 Punkte

Christian Spließ

Startseite