Atlan
begegnet auf der INT-CROZEIRO Tayrobo, einem Ritter von Dommrath, und
erfährt den ersten Teil der Geschichte der Ritter.
Vor 2,8 Millionen Jahren unternahmen die Kosmokraten den Versuch, die
Galaxis Kohagen-Pasmereix zu einem zentralen Sitz der Ritter der
Tiefe zu machen. Auf dem Planeten Dommrathi entstand der Dom
Dommrath. Die Mächte des Chaos ließen dies jedoch nicht
zu, und so kam es zu einer verheerenden Schlacht gegen die Helfer der
Kosmokraten, die mit der Vernichtung dieser Galaxis endete.
Die extrem langlebigen Kimbaner sind zu dieser Zeit das beherrschende
Volk im untergehenden Kohagen-Pasmereix. Sie warten darauf, daß
die Kosmokraten eingreifen und ihre Galaxis retten. Zyn Kascha, einer
der führenden Wissenschaftler seines Volkes, will seinem Volk
Zeit verschaffen. Er begibt sich zu einem verlassenen Planeten der
ausgestorbenen Chhatt, die das technologisch führende Volk von
Kohagen-Pasmereix waren. Mit Hilfe von Temporalgeneratoren werden
hundert Sonnensysteme in "Zeitblasen" gehüllt, in denen die Zeit
wesentlich langsamer verläuft als außerhalb. Doch die
"Hohen Mächte" lassen keinerlei Aktivität erkennen. Sie
haben Kohagen-Pasmereix einfach vergessen.
Nach 500 Jahren geht dem Temporalgenerator die Energie aus. Das
Gerät versagt den Dienst, die Zeitblase bricht zusammen. Alle
anderen ebenfalls mit Zeitblasen umgebenen Sonnensysteme existieren
nicht mehr. Da die Kimbaner die Technik der Chhatt nicht
enträtseln können, bleibt ihnen keine Wahl: Sie müssen
Kohagen-Pasmereix verlassen. Außerhalb der Zeitblase sind
inzwischen 1,7 Millionen Jahre verstrichen. 200 Raumschiffe machen
sich auf den Weg in die Nachbargalaxis Pooryga, doch nur 80 erreichen
ihr Ziel. Auf dem Planeten Rinxxa wird eine neue Kolonie
gegründet.
In Pooryga toben heftige Kriege zwischen den dort beheimateten
Völkern. Im Verlauf dieses Krieges wird auch die neue Heimat der
Kimbaner vernichtet; es gibt nur wenige Überlebende. Diese
siedeln sich schließlich im System der ausgestorbenen Crozeiren
(vgl. PR 1987, 1988) an, das von einem undurchdringlichen
Energieschirm vor jedem Feind geschützt ist.
Die 4.000 noch lebenden Kimbaner erkennen, daß ihr Volk keine
Zukunft mehr hat, doch sie wollen dem Universum ihr Wissen und ihre
moralisch hochstehenden Erkenntnisse hinterlassen. Sie wollen u. a.
die Ideen des Doms Dommrathi und des Ritterordens neu beleben.
So benennen sie die Galaxis Pooryga in "Dommrath" um. Außerdem
wollen sie den Kontakt zu den Kosmokraten und ihren Beauftragten
wiederherstellen. Zyn Kascha wird als Bote in die Galaxis
Erranternohre geschickt, in der sich die Aktivitäten der
Kosmokraten konzentrieren. Dort erfährt der Kimbaner jedoch,
daß sein Volk in den Plänen der Kosmokraten keine Rolle
mehr spielt.
Die neue Heimat der Kimbaner soll auch ohne die Kosmokraten zu einer
Keimzelle des Friedens werden. Die Kimbaner gründen daher einen
eigenen Ritterorden, die Ritter von Dommrath. Die ersten Versuche zur
Befriedung der Galaxis Pooryga/Dommrath werden gestartet. Nach dem
Tod Zyn Kaschas tritt dessen Tochter Yie Kascha'de an seine
Stelle.
Die technisch überlegenen Kimbaner nehmen Kontakt zu anderen
Völkern auf. Es kommt zu einer Begegnung mit den Zamfochen, die
den Kimbanern eine Kooperation anbieten. So entsteht der Plan, ganz
Dommrath mit einem Transmitter-Netz auszustatten.
Ein Asteroid, der Kohagen-Pasmereix vor der Apokalypse verlassen
haben muß, wird geortet. Yie Kascha'de findet in seinem Inneren
22 schwarze Obelisken, die keinen Schatten werfen. Sie bewachen ein
kugelförmiges Objekt, bei dem es sich um die Überreste der
Superintelligenz PULCIA DIE HEILERIN handelt. Diese hat ihre Galaxis
vor dem Untergang an Bord des Asteroiden verlassen. PULCIA droht sich
auf seltsame Weise zum Negativen hin zu verändern. Die
Superintelligenz weiß, daß sie dadurch zu einer Gefahr
wird, und bittet Yie Kascha'de, sie zu töten. Diese
erschießt die Überreste der Entität.
In den nächsten Jahrtausenden dehnen die Kimbaner ihren
Einfluß über Dommrath langsam, aber stetig aus. Sie
befrieden Teile der Galaxis. Die Ritter von Dommrath werden zu einem
Mythos; sie treten selbst so gut wie nie in Erscheinung. Das
Transmitter-Netz wird ausgebaut.
Im Orbit um die Riesensonne Mattane wird ein gigantisches,
pilzähnliches Artefakt entdeckt. Forschungsstationen werden
gebaut, um das Artefakt zu enträtseln. Auf der Westside
Dommraths begegnet die Ritterin Rissa Kascha'de einem gigantischen,
zylinderförmigen Raumschiff, von dem aus ebenfalls ein Teil
Dommraths befriedet wurde. Es handelt sich um Paumyr, die
Inzaila-Onda aus Segafrendo.
Uwe Anton erzählt die Geschichte der Ritter von Dommrath in
einem Doppelband. Da der Rezensent derzeit den zweiten Teil der Story
noch nicht kennt, ist es naturgemäß schwierig, einer
"halben" Chronik eine angemessene Wertung zukommen zu lassen.
Die Fortsetzung zu den Heften 1987 ("Der Mörderprinz") und 1988
("Die Diener der Materie") vermag zu gefallen, wenngleich sie nicht
der ganz große Wurf ist. Es ist wieder einmal einer dieser mit
einer Unmenge Stoff angefüllten Hintergrundbände, mit denen
kosmische Geschehnisse in einen Zusammenhang gerückt werden.
Diese Aufgabe hat der Autor mit Bravour gelöst.
Mußte der Rezensent bei manchen Ideen der Expo-Factory in der
letzten Zeit schon den einen oder anderen "Aussetzer" unterstellen
(genannt seien hier nur die Entstehungsgeschichte der
Superintelligenz ES, PR 2046, und der arkonidische "Robot-Imperator",
PR 2066), so wird man hier doch äußerst angenehm
überrascht. Mit dem vorliegenden Heft werden riesige
Zeiträume und Handlungsbögen zu einer stimmigen
Hintergrundgeschichte verwoben. Das ganze Thoregon-Konzept, das (mit
Ausnahme der SOL) in der letzten Zeit weitgehend in den Hintergrund
gerückt ist, wird wieder aufgegriffen und über Dommrath
unter neuen Aspekten in die Serie eingebracht.
Vieles bleibt nach wie vor mysteriös, und so weiß auch der
langjährige Leser nicht, was man weiter von Thoregon erwarten
kann/darf. Die Spannung auf zukünftige Entwicklungen ist mit
diesem Band aber eher gestiegen, und das ist schon recht
beachtlich.
Nahtlos werden die Schauplätze der Handlung um die "Diener der
Materie" aufgegriffen, und sogar die 18 Millionen Jahre alten
Geschehnisse in der Galaxis Segafrendo haben noch Auswirkungen... Wer
den "kosmischen Touch" bei PR bevorzugt, kommt mit diesem Roman auf
seine Kosten. Auch die Einschübe, in denen Uwe Anton
schlaglichtartig Ereignisse aus der Vergangenheit der Serie
beleuchtet, tragen zu einer Stimmungsdichte bei, wie sie für
einen derartigen Band erforderlich ist, wenn er beim Leser "ankommen"
soll.
So findet auch der Archivplanet der Crozeiren, Mthiesen III, als "ein
sagenumwobenes Zentrum des Wissens, [...] Lieferant
galaktischer Daten, Fakten und Querverbindungen" würdige
Erwähnung (PR-Fan Michael Thiesen, der für die
unvergleichlichen "Zeitraffer" verantwortlich zeichnet), und die
Einschübe in Form der Chroniken dürften wohl auf das
Datengerüst von Heiko Langhans ("Die Jahrmillionen-Chronik" -
für ernsthafte Fans, aber auch gerade für die Autoren
mittlerweile ebenfalls unentbehrlich) zurückgehen.
Durch die Stoffmenge gelingt es Uwe Anton jedoch nicht, seinen
Figuren eine besondere Tiefe zu verleihen. Die Protagonisten bleiben
blaß; der eigentliche Schwerpunkt ist die Geschichte. Die zu
beschreibende Zeitspanne ist immens, und selbst bei den langlebigen
Kimbanern reicht es da nicht zu einer Hauptperson. So wird dieser
erste Teil des Doppelbandes quasi als eine Art "Familiengeschichte"
über mehrere Generationen geschildert. Nun ja, das sei den
"Machern" der Serie zugestanden. Irgendwie hatte ich erwartet, diese
Ritter seien unsterblich - aber es müssen ja nicht immer
Zellaktivatorträger o ä. her. Die gewählte Lösung
geht in Ordnung, ist allerdings nicht mit Romanen wie "BARDIOC" (PR
850) oder "Laire" (PR 900) auf eine Stufe zu stellen.
Dann reicht der Stoff noch für einen (allerdings lauten) Lacher.
Die Superintelligenz PULCIA DIE HEILERIN wird erschossen, richtig mit
einem Strahler. Ist das schon der Vorgriff auf die Lösung des
SEELENQUELL-Problems? Ich glaube nicht daran.
Fazit:
Ein schöner Roman, der die Erwartungshaltung für den
zweiten Teil noch steigert. Die (mutmaßliche) Vorgeschichte zu
Enthüllungen, die man im folgenden Heft serviert kriegen
dürfte.
12 Punkte
|
So langsam scheint man im PR-Team dazu überzugehen,
die wirklich handlungsrelevanten, die Schlüsselromane
Uwe Anton zu geben - eine Vorgehensweise, der ich nur
vorbehaltlos zustimmen kann. |
|
Dieser Roman klärt einige Fragen, die den Leser
schon seit einiger Zeit bewegt haben. Die Vermutung,
daß die Ritter der Tiefe mit jenen von Dommrath
identisch seien, hat sich nicht bestätigt. Nun, etwas
haben die Ritter von Dommrath durchaus mit den Rittern der
Tiefe gemein: Sie besitzen wie diese eine Aura. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |