Ein
mittelalterliches Schlachtfeld in Frankreich. Nachdem die
Überlebenden abgezogen sind, machen sich fünf
Leichenfledderer an ihre Arbeit. An ihren Funden werden sie jedoch
nicht allzulange ihre Freude haben. Urplötzlich bricht die Erde
auf, und ein fürchterlicher Dämon entsteigt ihr, der prompt
über die Leichenfledderer herfällt und sich dann auf die
Suche nach Seelen macht.
Gegenwart: Isaac kann es nicht fassen. Er befindet sich in Fort
Bragg, seinem Ausbildungszentrum. Hier also verstecken sich Mathrigo
und seine Anhänger. Ohne lange darüber nachzudenken, braust
Isaac mit einem Jeep in Richtung seines Hauses, um sein altes Ich zu
warnen. Doch dieser Versuch ist, wie man weiß, sinnlos. So
beschließt Torn, wenigstens Rebecca zu retten, die am
nächsten Tag von den Grak'ul ermordet wird. Tatsächlich
gelingt es ihm, einige dieser Dämonen zu vernichten, doch als
deren Anführer, Morgo der Henker, auftaucht, gelingt es diesem
beinahe, Torn zu vernichten. In letzter Sekunde wird er von Aeternos
in den Raum zwischen den Dimensionen gebracht. Torn ist entschlossen,
das Experiment zu unterbinden, und er bittet Aeternos, ihn wieder
zurückzuschicken.
Währenddessen hat Mathrigo eine Störung im Gefüge
wahrgenommen. Er weist seine Diener an, alles genau zu beobachten und
ihm alle Vorkommnisse zu melden.
Derweil versucht Torn erneut, das Experiment zu stoppen. Diesmal
wendet er sich direkt an Commander Malvil. Doch dieser glaubt ihm
nicht - schließlich ist der gefesselte und geknebelte Calvin
gefunden worden, in dessen Gestalt Torn immer noch unterwegs ist. Als
Malvil die Wachen ruft, um Torn festnehmen zu lassen, verwandelt sich
dieser in eine Kopie des Commanders und nutzt das Tohuwabohu, um zu
entkommen. Dabei wird er jedoch von einer Horde Grak'ul aufgehalten -
und Mathrigo weiß durch Malvils Bericht definitiv, daß
das erste Experiment gelungen ist.
Torn hetzt eine Kompanie Soldaten auf die Dämonen und taucht in
Malvils Gestalt vor seinem älteren Ich auf. Erneut versucht er,
ihn zur Einsicht zu bringen - erneut vergeblich. Wachsoldaten feuern
auf ihn, und er landet erneut im Raum zwischen den Dimensionen. Dort
erklärt ihm Aeternos, daß es nur noch einen Weg gibt, das
Experiment zu verhindern: Torn muß zeitgleich mit seinem
älteren Ich den Vortex durchschreiten. Dadurch wird ein
Paradoxon erzeugt, und somit werden die Geschehnisse aufgehoben.
Der Plan ist gar nicht so einfach auszuführen; schließlich
ist Mathrigo Torn auf den Fersen. Wenige Sekunden, bevor Torns
älteres Ich den Vortex durchschreitet, stehen sich Mathrigo und
der Wanderer Torn gegenüber. Doch wenn Torn sich jetzt auf einen
Kampf einließe, bliebe keine Zeit mehr. Da greift Aeternos in
das Geschehen ein, und es gelingt Torn, rechtzeitig mit seinem
älteren Ich den Vortex zu durchschreiten - und er landet erneut
im Raum zwischen den Dimensionen.
Dort erwartet ihn Severos. Er teilt ihm mit, daß es Torn
gelungen ist, das Experiment zu verhindern. Die Folge: Isaac Torn und
Torn der Wanderer sind zu einer Person verschmolzen - es hat in der
Gegenwart nie einen Major Torn gegeben. Und Aeternos hat beim Kampf
mit Mathrigo seine Existenz aufgegeben, weil er sich eingemischt hat.
Severos überträgt nun Torn die Aufgabe, auf die Menschheit
aufzupassen. Denn Mathrigo und dessen Dämonen sind immer noch
auf der Erde und werden nichts unversucht lassen, das Siegel beim
nächsten Äonenwechsel zu brechen. Severos stattet Torn mit
dem Schwert Lux und seinem Gardian - eine Art Wächter - aus, bei
dem es sich um Aeternos in der Gestalt eines Capes handelt.
Vergangenheit: Auf dem mittelalterlichen Schlachtfeld wütet
Morgo der Henker. Schließlich taucht Torn in der Gestalt eines
Ritters auf. Morgo erkennt ihn erst, als Torn als Wanderer der Zeit
auftritt. Um ihn zu reizen, erzählt Morgo ihm von seinem Kind,
das Rebecca in sich trug. Torn ist regelrecht geschockt, und im
folgenden Zweikampf unterliegt er beinahe dem Dämon. Doch in
letzter Sekunde schlägt Torn Morgo den Kopf ab.
Nun ja - das erste Drittel des Romans kennt der Leser schon. Er
erlebt noch einmal die Versuche Torns, sich selbst vor dem Experiment
zu retten. Damit hätten wir dann einen Bogen zu den Ereignissen
im ersten Heft geschlagen - interessant gemacht, aber irgendwie nicht
ganz so spannend. Der Leser weiß halt, daß die Versuche
Torns, sich selbst zu retten, nicht funktionieren werden.
Aeternos ist immer noch der gute alte Großvater, der sich am
Ende sogar selbst opfert, um das Experiment zu unterbrechen. Und ganz
so wie ein alter Großvater neigt Aeternos zum Schwafeln. Da ist
Severos ja noch sympathischer, obwohl er gegen Torn eingestellt
gewesen ist. Bei ihm merkt man wenigstens, dass die Lu'cen nicht von
dieser Welt sind.
Ansonsten plätschert die Handlung so vor sich hin und gewinnt
erst auf den letzten Seiten an Drive. Aber: Den Sense-of-Wonder
vermißt der Rezensent. Die Handlung ist zwar nett, aber mehr
auch nicht. Das ändert sich auch nicht, als MJP das
Paradoxien-Problem umgeht und Torn und seine Geschichte einfach auf
dem Zeitlauf ausradiert. Von Zeitschleifen à la PR bleibt der
Leser also zum Glück verschont.
Mit diesem Band haben wir also die große Einstiegs-Trilogie
hinter uns gelassen und starten nun in die "eigentliche" Serie. Im
Rückblick fragt man sich, ob die drei Bände wirklich
nötig gewesen sind. Gut, das Material läßt sich wegen
seiner Fülle nicht in einen einzigen Roman quetschen, aber zwei
Bände hätten es ja wohl auch getan. Man streiche die ersten
Seiten des zweiten Bandes, raffe einige Szenen des dritten, und voila
- dann hätte man auch einen passablen zweiten Band gehabt.
Fazit:
Der Abschluß der Einstiegs-Trilogie ist nett, aber mehr auch
nicht.
5 Punkte
|
Torn zum Dritten, und wieder einmal gibt es keine
wirklich interessante Story - um dies gleich
vorwegzunehmen. |