Robert Rankin:

"Armageddon - Das Menü"

Ü: Axel Merz
(Band 2 der Armageddon-Trilogie)
(443 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 24285, ISBN 3-404-24285-8, DM 14,90)
- erschienen: April 2001 -

Eine Inhaltsangabe zu diesem Roman ist eine recht schwierige Angelegenheit, aber der Rezensent probiert es dennoch. (* Inhaltsangaben zu Rankin-Büchern sind immer schwierig. Nicht zuletzt deshalb wollte ich ja auch nicht mehr... Heike) Es geht um Rex Mundi, dem Leser noch aus dem ersten Band ("Armageddon - Das Musical") bekannt. Nachdem nun in der Zukunft wahrhaft paradiesische Zustände herrschen, beginnt Rex, sich ein klein wenig zu langweilen. Aber daß jemand ihn mittels einer altertümlichen magischen Formel aus der Zukunft in die Vergangenheit transportiert - in eine Zeit, kurz bevor die zivilisierte Welt in einem Holocaust untergeht - ist doch zuviel des Guten.
Kein anderer als der berühmte Autor Jack Doveston hat Rex in die Vergangenheit geholt - na ja, der in ferner Zukunft berühmt werdende Autor - und das vollkommen unbeabsichtigt. Denn ein Computerprogramm ist in die Datenbank der Arkham-University eingebrochen und hat aus irgendeinem unerfindlichen Grund in den digitalisierten Grimoires nach diesem Zauberspruch gesucht. Eigentlich sollte man doch wissen, daß man mittelalterliche Texte nicht unbedingt laut lesen kann.
Währenddessen sucht Elvis nach Wormwood - dem Präsidenten, der dereinst die Atomraketen auslösen wird. Genau das will der King verhindern. Kaum hat er Wormwood gefunden, trifft er schon auf Rex und Jack, die sich auf der Flucht vor paramilitärischen Kräften befinden. Um das Chaos komplett zu machen, gibt es da noch die Handlungsebene um das große Schwungrad, das die Erde auf ihrem Weg um die Sonne hält. Scheint es auf den ersten Blick so, als hätten die verschiedenen Handlungsebenen nichts miteinander zu tun (* ...wie immer bei Rankin... Heike), so ergeben sich nach und nach sehr bizarre Querverbindungen... (* ...wie immer bei Rankin... Heike) Und die sind wirklich bizarr... (* Hmmmm, soll ich's jetzt noch ein drittes Mal schreiben? ;-))) Heike)

Der Rezensent hat den Leser gewarnt: Die Inhaltsangabe zu einem derart irrwitzigen Buch zu erstellen, ist fast schon ein unmögliches Unterfangen.
Rankin ist neben Pratchett ein unbestrittener Meister der Komik. Und er packt derart viele Gags in diesen Roman hinein, daß man kaum zum Luftholen kommt. Dazu läuft die Handlung nicht selten parallel ab, verdreht und verzweigt sich unglaublich und fächert sich in viele kleine Einzelteile auf. Eine solcherart abgedrehte Handlung birgt natürlich die Gefahr, daß der Leser vor lauter Verwirrung nicht mitkommt. Doch Rankin jongliert problemlos mit den Handlungsebenen, schafft es dabei, sich mühelos selbst zu zitieren - meist aus dem "Buch der allerletzten Wahrheiten" aus dem Hugo-Rune-Zyklus - und es gelingt ihm hervorragend, diese verschiedenen Ebenen zu einem kompletten Ganzen zu fügen.
Was soll man noch dazu sagen - entweder man liebt Rankins Bücher, oder man haßt sie. Ein Zwischending ist da nicht möglich.

Fazit:
Die Fortsetzung von "Armageddon - Das Musical" ist noch irrwitziger, noch unglaublicher und vor allem noch spaßiger. Bei Fortsetzungen ist sowas sehr selten.
Wer den ersten Teil mochte, wird von diesem begeistert sein.
15 Punkte

Christian Spließ


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