Zum
Inhalt:
Noki und Reddy sind Zeitpolizisten auf Strafpatrouille. Beaufsichtigt
werden sie dabei von einem körperlosen Wesen namens Planer, und
unter anderem gehört es zu ihrem Job, die Galaxis Spiral 174 zu
inspizieren, deren hervorstechendstes Merkmal es ist, daß sie
das alleinige Spielzeug des Leiters des positiven Universums ist.
Dummerweise ist dem Planungsamt jedoch ein kleiner Fehler
unterlaufen, und statt Spiral 174 wurde die danebenliegende Galaxis
Wolke 123 zum Sperrgebiet erklärt. Nun müssen die beiden
Zeitpolizisten und ihr körperloser Begleiter also auch noch eine
Galaxis aufräumen und alles aus ihr hinauswerfen, was nicht
ursprünglich in sie hineingehörte.
Auf der Erde hat jedoch Seidamont eine Zeitmaschine erfunden, um mit
ihrer Hilfe aus dem Jahr 1996 ins Jahr 1966 zurückzuspringen und
dort eine UFO-Sichtung mitzubekommen - und nebenbei noch durch
Wettgewinne und Erfindungen sowohl Ruhm wie auch Reichtum zu
erlangen.
Und nebenbei gibt es auch noch Alfred, seines Zeichens Gruppenleiter
der Straßenmeisterei und Anfang Mai 1996 im Urlaub, da er im
Winter Urlaubssperre hat...
"Aller Anfang ist schwer" - wie wir alle ja nun zur Genüge
wissen. Dem Rezensenten jedoch offenbart sich inzwischen eine
vollkommen neue Bedeutung dieses Ausspruchs: Angesichts dieses Romans
fehlen ihm einfach die Worte.
Dies liegt nun weniger daran, daß "Auf Zeitmaschinen gibts kein
Patent" nicht besonders gut - wenn auch erst recht nicht besonders
schlecht - wäre. Vor allem anderen ist dieser Roman erst einmal
besonders seltsam.
Sicher - zunächst einmal ist er ziemlich vergnüglich, doch
wenn man direkt nach Erreichen der letzten Seite wieder zum Anfang
zurückblättern muß, wenn man einen kurzen
Handlungsanriß zu Tastatur bringen möchte, dann gibt dies
zu denken...
Vergnüglich - ja, genau das ist dieser Roman. Andererseits
jedoch auch im eher naiv zu nennenden Stil des Autoren sehr
oberflächlich und platt in der Handlung. Angesichts des Fehlens
jeglicher Spannung, dafür aber mit eher platt karikierenden
Beschreibungen menschlicher Gewohnheiten und des Ursprungs
menschlichen Lebens sowie einer mehr als nur schrägen Auffassung
der biblischen Schöpfungsgeschichte, verbunden mit einer in ihre
kleinsten Logikteile zerlegbaren Handlung, sollte man eigentlich
erwarten, daß dieser Roman eher in den untersten Schichten der
Wertungsskala zu finden sein sollte.
Doch dem ist dann beileibe nicht so. Denn dieser Roman hat trotz
aller Unzulänglichkeiten einen großen Pluspunkt
aufzuweisen: Ihn zu lesen, macht einfach Spaß! Auch wenn man
nach dem Zuklappen des Buchdeckels kaum noch etwas von der Handlung
in Erinnerung behält, weiß der Leser eins: Dem Autor hat
das Schreiben dieses Romans Spaß gemacht - und dieser
Spaß überträgt sich auf den Leser. Die Fragen nach
dem Sinn des Romans rücken angesichts der guten Unterhaltung in
den Hintergrund.
Sicherlich bleiben auch andere Fragen im Gedächtnis des Lesers
haften. So z.B.: "Gibt es einen Grund für den christlichen
Hintergrund?" Oder auch: "Warum wurde Jesus erwähnt, nach seinem
Verbleib gesucht und am Ende noch nicht mal mit einem Wort auf ihn
eingegangen?" Nicht unerwähnt soll bleiben: "Warum wird dieser
Urlaubssäufer am Anfang eingeführt, im Mittelteil schlicht
unterschlagen und am Ende dann halbwegs wichtig?" Und vielleicht die
wichtigste Frage von allen: "Welchen Sinn hat eigentlich die Handlung
dieses Romans?" Bei all diesen offenen Fragen bleibt eins jedoch
sicher: Der Leser hat sich gut unterhalten - bei aller Naivi- und
Trivialität der Handlung, bei allen nicht vorhandenen
Charakterbeschreibungen, bei allem Unverständnis bezüglich
der verwendeten Technik, bei allem wissenschaftlichen Unsinn bleibt
dem Leser vor allem eins im Gedächtnis: Er hat sich gut
unterhalten, er hat mit diesem Roman Spaß gehabt. Und dies ist
am Ende das wichtigste. Denn Spaß ohne Sinn kann durchaus
unterhaltsam sein - Sinn ohne Spaß eben nicht. Von daher hat
"Auf Zeitmaschinen gibts kein Patent" das Soll mehr als
erfüllt.
Und auch das rein "technische" Preis-Leistungsverhältnis stimmt
hier. Knapp 200 Seiten im Taschenbuchformat im kartonierten Hardcover
aus einem Kleinverlag sind zu diesem Preis durchaus als ziemlich
günstig anzusehen. (Dies nur als Randbemerkung.)
Fazit:
Wer bereit ist, einfach nur Spaß am Lesen zu haben, wird hier
sicherlich nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu so mancher
Wegwerf-Literatur vermag Konrad Rudziks Roman selbst in seinem nicht
vorhandenen logischen Unterbau gut zu unterhalten. Das ist dann
durchaus befriedigend.
8 Punkte.
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