Seit rund
hundert Tagen hat man David McKenzie in ein Verlies gesperrt. Dave,
der ein Kollege von Matthew Drax ist, wurde nach seiner Landung von
den Menen Berlins einkassiert. Die Gründe dafür weiß
David selbst nicht, der Leser jedoch ahnt sie schon: David ist mitten
in die Auseinandersetzung zwischen den Frawen und den Menen in Berlin
geraten.
Unerwarteterweise wird David freigelassen - der Krieg ist dank
Maddrax vorbei. Der Wissenschaftler in David nimmt zum ersten Mal
überhaupt die Veränderung der Landschaft und der Stadt
wahr. Bisher dachte er, er hätte nur rund fünf Monate
verpaßt. Nachdem er den Angriff eines Eluus überstanden
hat und Jenny Jensen gegenübersteht, weiß er, daß er
rund fünfhundert Jahre übersprungen hat. Er erfährt
zudem, daß Matt vor kurzem da war und daß dieser auf den
Weg nach London ist.
Nachdem sich David allmählich an das Leben in Berlin
gewöhnt hat, wächst in ihm das Verlangen, Matt zu suchen.
Dazu braucht er natürlich eine Maschine, die ihn über den
Kanal bringt.
Schon bei seiner Ankunft sind ihm die Überbleibsel von
ehemaligen Flugzeugen begegnet. Zusammen mit einer Abordnung, zu der
die attraktive Daanah gehört, macht er sich mit Feuereifer
daran, aus den Fragmenten und brauchbaren Teilen ein Flugzeug
zusammenzubauen.
Während David bei der Arbeit ist, häufen sich
merkwürdige Vorkommnisse in der Nähe von Berlin. Der Trupp,
der auf die Jagd geht, findet tote Wisaaun mit merkwürdigen
Wunden. Dann, nach einigen Tagen, begegnet ihnen Smythe mit seinen
Nosfera. Dieser metzelt einige Teilnehmer des Trupps nieder, und die
Überlebenden unterrichten Jenny von den Vorkommnissen. Kurze
Zeit später ist Smythe in persona da. Er fordert von Jenny im
Austausch gegen eine Geisel Benzin und das Wissen um den
Aufenthaltsort von Maddrax. Widerwillig muß Jenny ihm seine
Wünsche erfüllen - und hofft, daß ihre Warnung David
noch rechtzeitig erreicht.
Dieser teilt sein Bett mittlerweile mit Daanah und hat bald ein
zusammengeflicktes, aber funktionierendes Flugzeug gebaut. Als er
Jennys Warnung erhält, beschließt er, sich mit allen
Mitteln zu verteidigen. Doch dazu kommt es gar nicht - denn die Eluus
greifen Smythe und dessen Untergebene an und schlagen sie in die
Flucht. Nachdem Jenny und David den letzten Gruß Smythes - eine
Bombe - entsorgt haben, ist der Tag gekommen, an dem David zusammen
mit Daanah nach London fliegen will. Doch erneut greifen die Eluus
an, und Daanah stirbt im Kampf gegen sie. David braucht eine Weile,
um Daanahs Tod zu verarbeiten; dann jedoch macht er sich auf den Weg.
Aber erneut kreuzt ein Eluu seinen Weg - diesmal, als er in der
Nähe von Köln ist. Der Eluu beschädigt sein Flugzeug,
und David stürzt in den Rhein.
Nachdem der letzte Roman mit der Gegenüberstellung von Maddrax
und David geendet hat, erfahren wir nun in diesen und dem
nächsten Roman, was David widerfahren ist. Wobei, wenn man die
letzten Absätze in 33 aufmerksam liest, Maddrax erfreuter
darüber ist, David zu sehen, als umgekehrt. Nun ja, wer
weiß, wie lange der Weltrat den Wissenschaftler in seinen
Klauen hatte...
Dieser Roman spielt ca. ein halbes Jahr nach den Ereignissen in Band
16 - wobei David schon etliche Monate vorher in Berlin angekommen
sein muß, da er Matts Eingreifen wegen der Kerkerhaft
verpaßt. Der Leser erfährt nicht nur etliches über
die Fortschritte Jennys - das Zusammenleben der Frawen und Menen
gestaltet sich natürlich nicht so einfach, wie sie und Matt sich
das vorgestellt haben - sondern weiß jetzt auch, wie Smythe auf
Matts Spur gestoßen ist. Man weiß ja, wie das geendet
hat.
Jo Zybell ist ein sehr routinierter und in gewohnter Weise spannender
Roman gelungen, der an manchen Stellen vielleicht etwas zu langatmig
geraten ist. Langatmig deshalb, weil ich nicht so sehr jedes Detail
über einzelnen Flugzeugtypen erfahren möchte und auch nicht
unbedingt in allen Einzelheiten mitbekommen will, wie David nun sein
Flugzeug zusammenschraubt.
Die Beschreibungen von Berlin sind jedenfalls sehr dicht und geben
die Atmosphäre der verfallenen Stadt wieder. Gut geschildert ist
auch Davids Biographie. Vor allem ist es sehr angenehm, daß die
Serie wieder auf sich selbst zurückgreift und man endlich
erfährt, wie es in Berlin weitergegangen ist. Die Eluus als
Leitmotiv im Roman zu verwenden, spricht ebenfalls für Jos
Geschick.
Warum Daanah allerdings gegen Ende des Romans sterben muß, ist
nicht so ganz einleuchtend. Mußte das sein? David als Figur ist
dermaßen gut charakterisiert, daß es eigentlich nicht
notwendig war, ihm nochmals eine vertiefende Komponente mitzugeben.
Und von der Handlung her war es auch nicht notwendig.
Interessantes Detail am Rande: Jenny ist schwanger. Hmmm - von wem,
wissen wir ja, siehe Band 16. Ich bin mal gespannt, wie Matt
reagiert, wenn er eines fernen Tages zurück in Europa ist...
Fazit:
Wie gewohnt liefert Jo Zybell einen qualitativ hochwertigen Roman ab.
An manchen Stellen ist er etwas langatmig, im Großen und Ganzen
jedoch spannend und informativ. Schön, daß die Serie auch
auf Nebenfiguren eingeht und auf sich selbst zurückgreift.
10 Punkte