Band 2073: "Welt der Kralasenen"

Autor: Ernst Vlcek

Der Residenzfunk überträgt per Hyperfunk in die Galaxis, wie Perry Rhodan und Bostich I. formell ihren Pakt besiegeln.
Reginald Bull und Gucky warnen den Terranischen Residenten nochmals vor zu viel Vertrauen in den Arkoniden, doch Perry Rhodan schlägt diese Warnungen in den Wind. Bostich hat sich bei der Eroberung der arkonidischen Thronflotte immerhin als sehr kooperativ erwiesen.
Rhodan präsentiert dem Arkon-Imperator die Überreste seines "Nachfolgers". Der Roboter hatte den Terranern an Bord seines Flaggschiffes erbitterten Widerstand geleistet und war "erschossen" worden. Bostich ist außer sich.
Der Ara Zheobitt hat eine Erfolgsmeldung vorzuweisen: Es ist ihm gelungen, ein Medikament zu entwickeln, das er Multi-Zheosin nennt. Bisher starben die "Hände" SEELENQUELLs, wenn man sie durch das Überstreifen eines PsIso-Netzes aus der mentalen Gewalt der Superintelligenz befreite. Multi-Zheosin soll dies vermeiden. Das Präparat ist allerdings nicht ganz billig: Der Ara überläßt es den Terranern - wenn auch mitsamt der Herstellungsformel - nur zu einem horrenden Preis.
Die LFT-Flotte fliegt den Sektor Morgenrot an. Dort soll die arkonidische Thronflotte an Bostich zurückgegeben werden. Deren Besatzungen sind auf zwei ENTDECKER-Schiffen interniert. Die "Aktion Seelensturz" verläuft ohne größere Probleme. Alle KrIso-Netze werden durch die terranischen Pendants ersetzt; die Besatzungen können nun nicht mehr von SEELENQUELL übernommen werden. Zheobitts neues Medikament besteht seine Bewährungsprobe.
Rhodan und Bostich haben erneut Differenzen über Bostichs Rolle im Kampf gegen SEELENQUELL. Der Arkonide ist nicht bereit, sich zu einem Handlanger der Terraner machen zu lassen. Bostich will weitere arkonidische Kräfte gegen die Superintelligenz mobilisieren. Er denkt an die Kralasenen, die "Bluthunde des Imperators", eine Eliteeinheit des arkonidischen Geheimdienstes.
Deren Basis befindet sich auf dem Planeten Trumschvaar. Bostich begibt sich per Transmitter dorthin. In seiner Begleitung befinden sich die beiden USO-Katsugo-Kampfroboter TOMCAT und SHECAT.
Es gelingt Bostich nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Kralasenen auf seine Seite zu bringen. Sein wichtigster Helfer hierbei ist der Bekümmerte Kucurrt, ein Dryhane. Dieser Kolonialarkonide ist eine Art Quartiermeister, der Bostichs Räumlichkeiten auf Trumschvaar betreut. Der Dryhane hat eine besondere psionische Affinität zu Bostich und kann diesen so zweifelsfrei identifizieren.
Die Kralasenen werden mit PsIso-Netzen ausgestattet; mehrere "Hände" SEELENQUELLs können enttarnt werden.

Ein schwacher Roman, aber das merkt man erst gegen Ende.
Hier hat entweder das Exposé nicht für ein ganzes Heft ausgereicht, oder aber Ernst Vlcek hat sich mit der Einteilung des Stoffes gnadenlos verzettelt.
Es gibt zwei Handlungsebenen, die gegen Ende des Heftes zusammenlaufen sollen. Die Geschehnisse um Rhodan, Bostich und die Rückgabe der Thronflotte werden solide umgesetzt, und hier gibt es nichts zu mäkeln.
Die andere Hälfte des Romans spielt auf Trumschvaar, der Welt der Kralasenen. Bostich taucht hier erst auf Seite 48 auf, und der Platz bis dahin soll überbrückt werden. Die Person des Dryhanen Kucurrt als solche ist durchaus interessant, reicht aber wohl nicht aus. So behilft sich der Autor mit einer Nebenhandlung: Unter der Kralasenen-Festung existiert eine psionische Wesenheit namens Mooruut, die in grauer Vorzeit von einem unbekannten Volk geschaffen und dort eingekerkert wurde, nachdem sie für ihre Schöpfer zu einer Bedrohung geworden war. Dieses Wesen versucht nun, aus seinem Gefängnis auszubrechen, und entwickelt sich zu einer Bedrohung für die Arkoniden. Kucurrt kann auf Grund seiner empathischen Fähigkeiten mit Mooruut in Verbindung treten.
So weit, so gut. Ganz nett, man hatte schon schlimmere "Füll"-Geschichten. Nur wird diese völlig abrupt fallengelassen wie die sprichwörtliche heiße Kartoffel, und zwar just in dem Moment, als Bostich auf der Bildfläche erscheint, getreu dem Motto: "Die Sahara ist nicht der einzige Ort, wo alles im Sand verläuft".
Da kommt man schon schwer ins Nachdenken. Offensichtlich hatte Ernst Vlcek keinen Platz mehr, um die beiden Stories zusammenlaufen zu lassen - aber wenigstens hätte er die Nebenhandlung zu einem Ende bringen müssen. Das hat er leider nicht getan, wodurch sich mehr als ein Drittel des Romans als vollkommen sinn- und zwecklos herausstellt. Daß derartige Dinge einem so erfahrenen Autoren unterlaufen, schmerzt doppelt.
Ansonsten gibt es nicht viel, das erwähnenswert wäre: Bostich und Rhodan agieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten, und mit den Kralasenen hat man weitere Verbündete gegen SEELENQUELL aufgetan.
Was macht man aber mit denjenigen Kralasenen, die zur Handlungszeit nicht auf Trumschvaar anwesend sind? Und wie lange läßt SEELENQUELL die Kralasenen gewähren? Die nächste arkonidische Flotte kommt bestimmt vorbei, das wurde bereits im letzten Roman deutlich.
So gesehen, bringt der Roman außer der Rückgabe der Thronflotte an Bostich nicht viel. Vor allem bringt er die Handlung nicht weiter - das war eher Aktion "Sinnlos".

Fazit:
Der Kampf gegen SEELENQUELL hat so seine Tücken - und Ernst Vlcek einen ungewohnten Beinahe-Ausfall. Schade.
4 Punkte

Hans-Joachim Kleimann

Die Co-Rezension von Winfried Brand wird mit dem nächsten Flash nachgereicht.

Hmmm - tja... Mal wieder die Kralasenen, die Bluthunde des Imperators. Fragt sich, ob man wirklich einen halben Roman dafür opfern muß, um diese Gruppe nochmals zu charakterisieren. Eigentlich nicht, denn der Leser weiß, wie die Kralasenen ausgebildet werden, auch, daß sie dem Imperator unterstehen, und so weiter und so fort. Nun gut, jetzt weiß man, wo sich die Hauptwelt und die Zentrale der Bluthunde befindet und wie diese aussieht - als hätte man es sich nicht denken können...
In dieser Hinsicht bringt der Roman also nicht viel. Aber auch die Nebenhandlung, in der ein Kollektivwesen aus dem Hut gezaubert wird und dieses dann am Ende wohl mehr oder weniger vernichtet wird, ist auch nicht besonders prickelnd. Weder das Wesen an sich noch die Geschichte seiner Entstehung ist sonderlich spannend. Die x-te Variation des Frankenstein-Mythos halt. Kennt man mehr oder weniger.
Was als einziges an diesem Roman interessant ist, ist die Entdeckung von Zheobitts Serum gegen den Einfluß von SEELENQUELL. Das Serum dürfte mit Sicherheit noch eine Rolle spielen. Damit hat man mal endlich ein wirksames Mittel gegen SEELENQUELL zur Hand. Oder glaubt jemand wirklich, die Shifting-Flotte der Galornen könnte irgendwie gegen die SI bestehen? SEELENQUELL wird die mit Sicherheit mal eben im Vorbeigehen einkassieren.
Warum Vlcek Zheobitt nochmals so ausführlich - und vor allem langweilig - vorstellen muß, bleibt sein Geheimnis. Warum die anderen Figuren auch nicht besonders lebendig wirken, wohl auch... Abgesehen mal davon, daß der Name "Der Bekümmerte Kucurrt" reichlich merkwürdig gewählt ist. Na ja, der Dryhane wird wohl kaum mehr in der Serie auftauchen.
Worüber ich nachgegrübelt habe, ist die Bedeutung des Satzes: "Er konnte tatsächlich nur geduldig zuwarten." Wußte gar nicht, daß man auf etwas zielgerichtet warten kann, kann man natürlich, aber heißt das dann nicht eher abwarten? Österreicher halt...

Fazit:
Außer der Erkenntnis, daß man jetzt ein Mittel gegen SEELENQUELLS Beeinflussung hat - das auch funktioniert - bringt dieser Roman die Serie nicht unbedingt voran. Leider bringt auch die Nebenhandlung keine Farbe in diesen Roman.
2 Punkte

Christian Spließ

Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesucht

Da Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy.

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