Templeton
Ash ist auf der Liebenfels stationiert. Seit geraumer Zeit scheint
einiges auf diesem Leichten Kreuzer nicht zu stimmen. Die Mannschaft
wird nach und nach ausgetauscht, so daß am Ende nur noch
Männer da sind, die dem Kapitän treu ergeben sind. Nach und
nach erfährt Templeton, daß er mitten in einer riskanten
Lage ist: Die Mannschaft der Liebenfels ist in eine Verschwörung
von größerem Ausmaß verwickelt.
Nachdem die Ikarus im letzten Band gesprengt wurde, verbringt die
Mannschaft erstmal eine kurze Erholungspause auf Vortex Outpost.
Diese wird von einem eigentlich routinemäßigen Auftrag
unterbrochen: Die Mannschaft der Ikarus soll zwei Trägerschiffe
sowie deren Begleiter bei einem Konvoi begleiten. Vor kurzem ist ein
neues System entdeckt worden, das noch nicht an das Sprungtorsystem
angeschlossen ist. Die Einzelteile dieser Sprungtore sind so riesig,
daß sie nur von speziellen Schiffen transportiert werden
können. Die Ikarus-Mannschaft benutzt dazu ein Lazarett-Schiff,
das sie im vierten Band geborgen hat.
Zuerst scheint tatsächlich alles nach Plan zu gehen, aber dann
startet die Liebenfels ein Manöver gegen eines der
Trägerschiffe. Es gelingt ihr, dem Schiff einige
Verwüstungen beizubringen. Sentenza bleibt nichts anderes
übrig, als das Lazarettschiff mit der Liebenfels kollidieren zu
lassen.
Kurze Zeit später findet sich Templeton Ash unvermittelt unter
Raumsoldaten wieder. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als
sich dem Enterkommando anzuschließen. Nach und nach findet sich
auch die Ikarus-Besatzung ein und stößt mit Templeton
zusammen. Dieser weiß zwar nicht, was gespielt wird, aber er
und die Crew tun sich gegen die Raumsoldaten zusammen. Und es gelingt
ihnen auch, diese gehörig unter Druck zu setzen.
Doch weder die Crew noch die Raumsoldaten rechnen mit Sally
McLennane, die in letzter Sekunde auftaucht und der Ikarus-Crew zur
Seite steht. Denn Sally hat schon geahnt, daß irgendwas nicht
stimmt. Und sie sollte recht behalten.
Der neue Ikarus-Roman bietet nicht nur einen neuen Autor - sondern
auch ein neues Design. Es gibt diesmal ein Rundum-Cover, das sich von
den vorherigen wohltuend abhebt. Ein neuer Schriftzug und die Nennung
des Autors auf dem Umschlag vervollkommnen den guten Eindruck. Wer
auch immer Klaus G. Schimanski sein mag, der dieses Cover gestaltet
hat, er versteht sein Handwerk.
Widmen wir uns also dem Roman selbst. Martin Kay ist als neuer Autor
ins Team der Serie eingestiegen, und sein Debut ist spannend und gut
erzählt. Zu Beginn wird man wohl die eine oder andere Anspielung
an Star Trek finden, aber sie stören nicht weiter und sind recht
nett gemacht.
Nun gut, die eigentliche Handlung kann man schon nach einigen Seiten
vorausahnen - sonderlich originell ist sie nicht, das hat man schon
mal so oder ähnlich gelesen - doch das ist kein Makel, denn so
kann sich der Leser auf die zahlreichen Actionszenen konzentrieren.
Martin Kay gelingt das Kunststück, diese intelligent zu
erzählen, sie machen beim Lesen einfach Spaß. Und
Spaß hat der Autor beim Verfassen dieses Romans wohl
gehabt.
Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten die Ironie, die teilweise
durchschimmert. Etwa, als Templeton, der ja eigentlich auf der guten
Seite steht, sich von den Robotern des Lazarettschiffs betäuben
lassen muß. Denn die sind nunmal so programmiert, daß sie
der Mannschaft der Liebenfels automatisch eine starke
Betäubungsspritze setzen. Da hat Templeton einfach Pech
gehabt.
Endlich einmal bekommt Arthur Trooid einen eigenen Handlungsstrang.
Einen wichtigen eigenen Handlungsstrang, wohlgemerkt. Daß die
Liebe zwischen ihm und der Androidin für medizinische
Notfälle tragisch endet, ist für den Leser eine
Überraschung. Schließlich wäre der Holo- hoppla, die
Androidin eine Bereicherung für die Ikarus II gewesen.
Fazit:
Obwohl "Konvoi" eine sehr vorausschaubare Handlung bietet, vermag der
Roman doch durch spannende Actionszenen und lebendige Charaktere zu
fesseln. Der Spaß, den der Autor beim Schreiben dieses Romans
gehabt hat, überträgt sich auch auf den Leser.
12 Punkte