Martin Kay:

"Konvoi"

(Rettungskreuzer Ikarus - Band 6)
D 2001
(86 Seiten, Paperback, books on demand, Arkham-Press, DM 12,90)
- erschienen: März 2001 -
www.rettungskreuzer-ikraus.de

Templeton Ash ist auf der Liebenfels stationiert. Seit geraumer Zeit scheint einiges auf diesem Leichten Kreuzer nicht zu stimmen. Die Mannschaft wird nach und nach ausgetauscht, so daß am Ende nur noch Männer da sind, die dem Kapitän treu ergeben sind. Nach und nach erfährt Templeton, daß er mitten in einer riskanten Lage ist: Die Mannschaft der Liebenfels ist in eine Verschwörung von größerem Ausmaß verwickelt.
Nachdem die Ikarus im letzten Band gesprengt wurde, verbringt die Mannschaft erstmal eine kurze Erholungspause auf Vortex Outpost. Diese wird von einem eigentlich routinemäßigen Auftrag unterbrochen: Die Mannschaft der Ikarus soll zwei Trägerschiffe sowie deren Begleiter bei einem Konvoi begleiten. Vor kurzem ist ein neues System entdeckt worden, das noch nicht an das Sprungtorsystem angeschlossen ist. Die Einzelteile dieser Sprungtore sind so riesig, daß sie nur von speziellen Schiffen transportiert werden können. Die Ikarus-Mannschaft benutzt dazu ein Lazarett-Schiff, das sie im vierten Band geborgen hat.
Zuerst scheint tatsächlich alles nach Plan zu gehen, aber dann startet die Liebenfels ein Manöver gegen eines der Trägerschiffe. Es gelingt ihr, dem Schiff einige Verwüstungen beizubringen. Sentenza bleibt nichts anderes übrig, als das Lazarettschiff mit der Liebenfels kollidieren zu lassen.
Kurze Zeit später findet sich Templeton Ash unvermittelt unter Raumsoldaten wieder. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich dem Enterkommando anzuschließen. Nach und nach findet sich auch die Ikarus-Besatzung ein und stößt mit Templeton zusammen. Dieser weiß zwar nicht, was gespielt wird, aber er und die Crew tun sich gegen die Raumsoldaten zusammen. Und es gelingt ihnen auch, diese gehörig unter Druck zu setzen.
Doch weder die Crew noch die Raumsoldaten rechnen mit Sally McLennane, die in letzter Sekunde auftaucht und der Ikarus-Crew zur Seite steht. Denn Sally hat schon geahnt, daß irgendwas nicht stimmt. Und sie sollte recht behalten.

Der neue Ikarus-Roman bietet nicht nur einen neuen Autor - sondern auch ein neues Design. Es gibt diesmal ein Rundum-Cover, das sich von den vorherigen wohltuend abhebt. Ein neuer Schriftzug und die Nennung des Autors auf dem Umschlag vervollkommnen den guten Eindruck. Wer auch immer Klaus G. Schimanski sein mag, der dieses Cover gestaltet hat, er versteht sein Handwerk.
Widmen wir uns also dem Roman selbst. Martin Kay ist als neuer Autor ins Team der Serie eingestiegen, und sein Debut ist spannend und gut erzählt. Zu Beginn wird man wohl die eine oder andere Anspielung an Star Trek finden, aber sie stören nicht weiter und sind recht nett gemacht.
Nun gut, die eigentliche Handlung kann man schon nach einigen Seiten vorausahnen - sonderlich originell ist sie nicht, das hat man schon mal so oder ähnlich gelesen - doch das ist kein Makel, denn so kann sich der Leser auf die zahlreichen Actionszenen konzentrieren. Martin Kay gelingt das Kunststück, diese intelligent zu erzählen, sie machen beim Lesen einfach Spaß. Und Spaß hat der Autor beim Verfassen dieses Romans wohl gehabt.
Besonders gut gefallen hat dem Rezensenten die Ironie, die teilweise durchschimmert. Etwa, als Templeton, der ja eigentlich auf der guten Seite steht, sich von den Robotern des Lazarettschiffs betäuben lassen muß. Denn die sind nunmal so programmiert, daß sie der Mannschaft der Liebenfels automatisch eine starke Betäubungsspritze setzen. Da hat Templeton einfach Pech gehabt.
Endlich einmal bekommt Arthur Trooid einen eigenen Handlungsstrang. Einen wichtigen eigenen Handlungsstrang, wohlgemerkt. Daß die Liebe zwischen ihm und der Androidin für medizinische Notfälle tragisch endet, ist für den Leser eine Überraschung. Schließlich wäre der Holo- hoppla, die Androidin eine Bereicherung für die Ikarus II gewesen.

Fazit:
Obwohl "Konvoi" eine sehr vorausschaubare Handlung bietet, vermag der Roman doch durch spannende Actionszenen und lebendige Charaktere zu fesseln. Der Spaß, den der Autor beim Schreiben dieses Romans gehabt hat, überträgt sich auch auf den Leser.
12 Punkte

Christian Spließ

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