1885:
Durch die Hitze Ägyptens stapft ein Regiment britischer
Dragoner. Deren Anführer, Major Barrington, haßt
Ägypten aus ganzem Herzen und will lieber heute als morgen aus
dem Land weg. Als einer seiner Männer in eine Höhle
fällt, sieht Barrington seine Chance. Denn die Höhle
erweist sich als eine antike Kultstätte - und für Major
Barrington ist das die Chance, nach England zurückzukehren.
Nachdem jedoch einer jener Männer, die den Leichnam des ersten
Mannes bergen sollten, verschollen bleibt, macht sich der Major
selbst auf den Weg.
Numquam: Torn sinnt über seine Vergangenheit nach. Doch der
Auftrag von Severus reißt ihn aus seinen Zweifeln. Torn soll in
einer sehr fernen Vergangenheit ein Kind retten. Wo genau, erkennt er
erst, als er aus dem Vortex heraustritt. Er befindet sich in
Ägypten, 2018 vor Christus.
Mube und Ayala, Nubier, versuchen sich vor den Horden der
Ägypter zu verstecken, die die Nubier als billige Sklaven
importieren. Doch weder Mube noch Ayala gelingt es. Während Mube
jedoch wie seine Stammesgenossen in die Sklaverei verschleppt wird,
erfährt die schwangere Ayala eine Sonderbehandlung. Amphotep,
der Diener des dunklen Gottes Anubis, nimmt sie in seine Obhut. Denn
Anubis hat etwas besonderes mit Ayalas Kind vor.
Torn folgt dem Sklavenzug und trifft dabei auf die Leiche von Mubes
bestem Freund Gabu. Er nimmt dessen Gestalt an und trifft kurze Zeit
später auf Mube selbst. Dieser findet jedoch schnell heraus,
daß dieser Gabu nicht der von den Wächtern ermordete
Freund sein kann. So bleibt Torn nichts anderes übrig, als sich
Mube zu offenbaren. Was er jedoch wirklich ist, kann er ihm nicht
sagen. Er erfährt von Mube, daß sich Ayala in den
Händen Amphoteps befindet.
Nachdem Torn einen Aufstand angezettelt hat, bei dem Mube stirbt,
eilt er so schnell er kann in die Totenstadt - nach Nekropolis, wohin
Amphotep Ayala entführt hat. Die Geburt des Kindes steht kurz
bevor, und Torn hat nicht mehr viel Zeit. Doch er kommt beinahe zu
spät: Kurz nachdem Ayala niedergekommen ist, bietet Amphotep
Anubis das Kind als Opfer dar. Anubis' Geist soll in den Körper
des Kindes schlüpfen, und damit würde Anubis - der
natürlich in Wahrheit ein Grah'tak ist - Nekropolis verlassen
können. Torn kann die Diener des Amphotep außer Gefecht
setzen und wird auch mit den Mumien, die auf Befehl des Dämons
erscheinen, mühelos fertig. Doch der Kampf gegen den Grah'tak in
seiner wahren Gestalt ist sehr schwer. Torn gelingt es, das Kind und
Ayala aus der Gefahrenzone zu bringen. Der Dämon, der immer noch
in der Akropolis gebannt ist, kann ihnen nicht folgen.
Einstürzende Felsen verschütten die unterirdische
Totenstadt.
1885: Major Barrington hat eine Begegnung mit Anubis. Dieser befiehlt
ihm, ein angebliches Rebellendorf zu überfallen. In Wirklichkeit
geht es dem Dämon aber um den Nachkommen von Ayalas Kind, der in
dem Dorf lebt. Torn taucht kurz vor dem Angriff der Dragoner auf und
stellt sich zwischen die Soldaten und die Dorfbewohner. Da erscheint
Anubis, der Barringtons Körper benutzt. Es gelingt Torn zwar,
Anubis mit dem Lux zu vernichten, doch vorher kann der Dämon
sein eigentliches Ziel töten.
Torn ist der Meinung, versagt zu haben. Doch als er ins Numquam
zurückkehrt...
Laut Impressum gibt es bei dieser Serie einen Lektor. So steht es
jedenfalls da, und ich bin ja auch geneigt, zu glauben, was da steht
- aber so ganz kann ich es dann doch nicht. Mag sein, daß sich
der Gute noch etwas einarbeiten muß; allerdings sollten Fehler
wie "das Empore" - gemeint ist hier das Britische Empire - oder
fehlende Buchstaben, falsche Jahresangaben etc. doch wohl in den
Griff zu kriegen sein. Eine derartige Häufung von Fehlern
trübt das Lesevergnügen. Hoffen wir, daß sich das
bessert.
Kommen wir aber zum Roman selbst, der mich diesmal sehr positiv
überrascht hat. Wir haben zwar keine übermäßig
originelle Handlung, aber sie ist ansprechend und spannend umgesetzt.
Erstmals wirkt Torn wirklich in sich zerrissen; man nimmt ihn die
quälenden Selbstzweifel ab.
Zudem haben wir hier lebendig gezeichnete Charaktere - Major
Barrington ist ein egozentrischer Narziß, dem es nur um seine
eigene Haut geht und dem es ganz egal ist, ob das, was er tut, seinen
Leuten schadet. Mube hingegen ist jemand, der unerwartet in widrige
Umstände gerät und eigentlich keine Hoffnung mehr hat, sie
durch Torn jedoch wiederfindet.
Nun gut, als die Mumien in die Handlung eingreifen und vor allem
Barringtons Ende lassen dann ein wenig "Die Mumie" anklingen -
derjenige, der den Film gesehen hat, wird wissen, was ich meine. Und
zugegeben, die Schilderung von Torns Kampfstil reißt einen auch
nicht gerade vom Hocker - wenn wir schon bei Filmen sind, Torn
wirbelt wie Jackie Chan durch die Gegend, was an sich ganz witzig ist
- aber das vergißt man im Lauf der Handlung.
Womit wir bei der Frage der Zeitparadoxa wären. Ich bin mir noch
nicht ganz sicher, wie man den Satz "Die Geschichte korrigiert sich
selbst" aufzufassen hat. In einem früheren Roman wird die Zeit
als Fluß geschildert, den die Lu'cen durchschreiten können
- und wenn ich mich recht erinnere, hieß es auch, die
Vergangenheit könne geändert werden, wenn das Universum
sich nicht an sie erinnere. Das Universum ist also ein lebendiges
Wesen? Hmmm. Nun gut, auf diese Weise braucht man sich um Paradoxa
und dadurch entstehende Zeitverwirbelungen nicht zu kümmern,
aber ich kann nicht behaupten, daß ich das Prinzip verstanden
hätte.
Dem normalen Leser wird das wohl nicht so wichtig sein - wichtig ist
für ihn gute Unterhaltung. Und die hat Michael J. Parrish mit
diesem Roman abgeliefert. Vielleicht kann Michael mit dieser Art von
Romanen mehr anfangen.
Fazit:
Gegenüber den ersten Bänden bietet dieser Roman solide
gestaltete, gut gemachte Unterhaltung. Die Handlung ist recht
anständig und gut in Szene gesetzt.
Allerdings wäre es begrüßenswert, wenn die
Rechtschreibfehler zurückgehen würden.
9 Punkte