(T. N. T. Smith - Band 7)
D 2001
(125 Seiten, Paperback, Blitz-Verlag 1607, ISBN 3-932171-53-5, DM
16,80)
- erschienen: Mai 2001 -
Inhalt:
Der britische Journalist T. N. T. Smith befindet sich noch immer auf
der Jagd nach einer Gruppe französischer Fremdenlegionäre,
die vor rund einem Jahrhundert in einen Brunnen gefallen sind und
seitdem nicht mehr altern. Man schreibt Mai 1941, und daher sind auch
die Nazis an dieser Geschichte äußerst interessiert.
In Marseille gerät Smith in eine Falle des SS-Geheimkommandos
"Ragnarök". Er soll nach Berlin gebracht werden, doch seinem
Freund, dem Piloten Italo Gasponi, gelingt es wieder einmal
buchstäblich in letzter Sekunde, Smith zu retten.
Seine weiteren Ermittlungen führen T. N. T. Smith auf die
Philippinen, wo der Unsterbliche René Demarest sich noch vor
wenigen Jahren aufgehalten haben soll. In Demarests Anwesen in der
Hauptstadt Manila haust der Franzose André Maracot, mit dem
Smith sich zusammentut. Ihre Suche führt die beiden von einer
gefährlichen Situation in die nächste - denn die Agenten
der "Ragnarök"-Einheit sind Smith wieder einmal auf den Fersen.
Nicht nur, daß Diethelm Van Thal, der Chef der Nazi-Agenten,
Smith am liebsten tot sähe - er heuert gleich mehrfach
zwielichtige Attentäter an, die einen Mordanschlag nach dem
anderen auf Smith durchzuführen versuchen - auch André
Maracot, Smiths vermeintlicher Verbündeter, hat seine eigenen
Pläne, denn er ist in Wirklichkeit Claude Perrier, ein anderer
Unsterblicher...
Auch im mittlerweile siebten Band der Serie geht die gnadenlos
trashige Handlung in gewohnter Form weiter, wie immer gewürzt
mit einer herzhaften Prise Sex und Gewalt. Ronald M. Hahn gelingt es
dabei (wie immer) präzise, die haarsträubende Story in den
historischen Kontext des Zweiten Weltkrieges einzufügen.
T. N. T. Smith ist eine Art Indiana Jones, der stets in letzter
Sekunde aus jeder ausweglosen Situation doch noch herauskommt - die
Nazis sind Karikaturen und/oder Witzfiguren mit meist perversen
Vorlieben. Ronald M. Hahn verwendet gnadenlos so ziemlich jedes
Klischee, das man erwarten darf, und zieht respektlos alles durch den
Dreck. Und dies durchaus gekonnt. Denn wo kann man schon den
"Führer" in einem schwarzen Korsett und Pumps mit
Bleistiftabsätzen erleben, wie er an einer
Schreibtisch-Schublade hängenbleibt und seine teuren, aus
amerikanischer Beute stammenden Nylons zerfetzt, ohne daß dies
völlig peinlich wirkt? Wenn "Evchen Braun" dann auch noch ihren
"Dolferl" mit einem Ochsenziemer schlägt...
Man sieht schon, der Autor läßt nichts aus. Wie immer
wimmelt auch dieser Band der Serie nur so von Seitenhieben und
Anspielungen; alles ist gewollt gnadenlos übertrieben und wird
ins Lächerliche gezerrt. Die Handlung nimmt sich selbst nicht
ernst. Trash der Extraklasse eben. Ronald M. Hahn beherrscht dieses
Genre virtuos, und seine Schreibweise ist wie eh und je
äußerst variabel und jeweils der Situation
angepaßt.
Über den durchaus hohen Preis der Bücher dieser Reihe haben
sich die Rezensenten schon mehrfach ausgelassen: 16,80 DM sind
für eine Story vom Umfang eines Heftromans doch recht
heftig.
Und so hat denn auch der Blitz-Verlag seine Konsequenzen daraus
gezogen. War die Serie ursprünglich auf 12 Bände angelegt,
so darf man nun der Vorschau am Ende des Buches entnehmen, daß
die noch offenen fünf Bände zu einem einzigen, dicken
Paperback zusammengelegt wurden, das als Abschluß der Serie im
Herbst erscheinen soll. Hierfür recht herzlichen Dank, denn das
wertet die Sache insgesamt angenehm auf.
Fazit:
Nichts wirklich Neues, aber wer hat das auch von DIESER Serie
erwartet???
Trash auf wirklich hohem Niveau. (* Eigentlich müßte
dieser Satz ja ein Widerspruch in sich sein, aber man kann Dir da nur
recht geben. Heike)
14 Punkte