Dario Vandis:

"DIABOLO"

(Edition DK Band 7)
D 2001
(352 Seiten, Hardcover, Zaubermond-Verlag, ISBN 3-931407-27-6, DM 34,80)
- erschienen: Juni 2001 -

Um Coco Zamis von dem Vampirkeim zu befreien, begibt sich Dorian Hunter mit ihr nach Bukarest in die Hände eines Spezialisten, einem Handlanger der Schwarzen Familie. Nur weil Olivaro für den Heilpraktiker bürgt, läßt Dorian sich auf die Behandlung von Coco ein.
Außerdem hofft er, in Bukarest Klarheit über seine Vergangenheit zu bekommen. Stück für Stück setzt sich sein Leben zur großen Zeit der Ostindien-Kompanie zusammen. Die Hilfe bzw. Anstöße dazu erhält er von Freaks bzw. von Überlebenden der damaligen Zeit.
Doch diese Überlebenden befinden sich in großer Gefahr. Einer nach dem anderen wird getötet, und so wird es für Dorian ein Rennen gegen die Zeit, will er noch mehr über seine Vergangenheit erfahren.
Coco Zamis wird währenddessen immer wieder von den gedanklichen Hilfeschreien ihres Sohnes aufgeschreckt. Martin befindet sich bei Isbrant auf einem Schiff, der DIABOLO, und Coco erhält den Eindruck, daß es ihm dort gar nicht gutgeht.
Die DIABOLO ist das Schiff, das auch in Dorians Vergangenheit eine große Rolle spielte.
1659 heuerte er bei der Ostindien-Kompanie an, und Hendrick Cornelisz, so sein damaliger Name, wurde gemeinsam mit Isbrant in die Schwarze Familie aufgenommen, um den Kaufmann Van Vloten auf der Suche nach dem Kalifenauge zu unterstützen.
Es scheint, als ob Isbrant diesbezüglich ein eigenes Spiel trieb und weiterhin treibt, denn in der Gegenwart ist er im Besitz des Artefakts. Er will verhindern, daß Dorian Hunter die vollständige Erinnerung an die Reise zum Krakatau zurückerlangt, und bedient sich dazu sogar der Hilfe Larissas, der Schementochter - Zakums Favoritin für den Thron der Schwarzen Familie.

Vergangenheitsabenteuer waren es, die den DÄMONENKILLER früher zu etwas Besonderem machten, und auch hier reißt ein solches den Leser in einen Strudel von Ereignissen und besticht mit seiner dichten und unheimlichen Atmosphäre. Auch und gerade durch die historischen Fakten gewinnt dieser - große - Teil des Romans deutlich an "Farbe" und läßt das Goldene Zeitalter der Niederlande förmlich vor den Augen des Lesers entstehen.
Manch einem mag es ein Zuviel an historischen Fakten und Fachausdrücken sein, aber man gewöhnt sich daran, und gerade sie sind es letztlich auch, die dem Ganzen dieses besondere Flair verleihen.
Die Erläuterungen zur tatsächlichen Historie am Ende des Buches tragen das ihrige dazu bei, dieses Thema im Roman abzurunden.
Isbrants Intrigen und Spielchen wissen sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit zu überzeugen, und man darf gespannt sein, was aus dieser Figur noch werden wird. Sowohl sein Verhalten gegenüber Martin als auch seine "Rettung" von Larissa aus den Fängen Zakums machen ihn in der Gegenwart zu einem Unbekannten - nicht nur für den Leser. Auch die Schwarze Familie dürfte ihn auf ihrer Rechnung noch nicht aufgeführt haben.
Immerhin geht es um den "Posten" des Fürsten (bzw. der Fürstin) der Finsternis. Was allerdings Isbrant plant oder wen er unterstützt, bleibt offen, auch wenn seine Anspielungen auf die Prophezeiung im Zusammenhang mit Martin ziemlich deutlich sind.
Ich bevorzuge, insbesondere in Buchform, abgeschlossene Handlungen, geb' ich ja zu. Aber auch wenn in DIABOLO eigentlich "alles" offen bleibt, hat man als Leser nicht das Gefühl, in der Luft zu hängen. Obwohl nichts "gelöst" wird, ist sowohl die Episode in Bukarest als auch das Leben Hendricks zu einem - vorläufigen - Ende gebracht worden. Man befindet sich einen großen Schritt weiter in Richtung Fürst/in der Finsternis und darf gespannt sein, wann und wie das geschehen wird - und vor allem, wer das Rennen machen wird!
Als Negativpunkt könnte man die - scheinbare! - Machtfülle sowohl Isbrants als auch Larissas nennen. Diese wird aber in beiden Fällen meist nur angedeutet, und es ist nicht ganz klar, über welche Fähigkeiten die beiden tatsächlich verfügen. Klar scheint nur zu sein, daß beider Ziele mit denen der Schwarzen Familie, bzw. deren "Vertreter" Zakum, momentan nicht viel gemein haben.

Fazit:
Ein "alter-neuer" Dämonenkiller. Dario Vandis ist es hier gelungen, die ursprüngliche Dämonenkiller-Stimmung einzufangen und auf die Seiten eines spannenden und unterhaltsamen neuen Romans zu bannen.
14 Punkte

Thomas Folgmann


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