Nachdem
Matt den vermeintlich echten David McKenzie getroffen hat, werden
beide bald darauf zu Hymes gerufen. Dieser erläutert ihnen,
daß der Weltrat schon seit langem die ISS im Auge hat - besser
gesagt, man ist sich nicht sicher, ob die ISS noch existiert. Doch
wenn sie noch da ist, wäre das ein wissenschaftlicher Vorteil.
Schließlich hat die ISS all die Jahre lang die
Veränderungen der Erde aufgezeichnet. Matt und David sollen nun
zusammen mit Rorke, einem ehemaligen Soldaten, der jetzt General Crow
dient, nach Florida aufbrechen. Ziel ist es, herauszufinden, ob die
ISS noch existiert.
Matt läßt sich mit gemischten Gefühlen auf diese
Mission ein, hat er doch das Gefühl, daß ihm einiges
verschwiegen wird. Und ob Rorke wirklich loyal handeln wird, ist
ebenfalls zweifelhaft.
Das Trio bricht also mit einem besonders ausgestatten LKW auf und
gerät prompt in das Gebiet der Pales. Diese sehen es gar nicht
gerne, wenn man ihr Gebiet unbefragt überquert, und greifen
prompt an. Nachdem die Angriffswelle vorüber und das Nachtlager
aufgeschlagen ist, nimmt der falsche Dave Kontakt mit den Pales auf.
Schließlich war er ja mal einer von ihnen, bevor er sich den
Running Men angeschlossen hat.
So kommt es, daß das Trio unbehelligt weiterziehen kann und die
Sümpfe von Florida erreicht. Diese können nur zu Fuß
durchquert werden - die Aussicht auf einen langen Fußmarsch,
begleitet von riesigen Moskitos und Blutegeln, hebt Matts Stimmung
nicht sonderlich. Aber es kommt noch ein schlimmer. Eine
Schildkrötenmutation mit Tentakeln schnappt sich Rorke. Erst
nach einem zähen Kampf gelingt es Matt und David, Rorke aus den
Fängen der Kreatur zu befreien. Das Verhalten Davids gibt Matt
dabei Rätsel auf. Er schiebt das jedoch auf die Ereignisse, die
dieser in Euree erlebt hat.
Als sie schließlich mit einem Boot das ehemalige Cape Canaveral
erreicht haben, erwartet sie noch eine weitere Überraschung: Die
sogenannten "Söhne des Lichts", die die ISS als eine Art Gott
verehren, greifen das Trio an. Rorke gerät in ihre Gewalt, und
kurze Zeit später werden auch Matt und Dave aufgegriffen. Sie
werden vor eine Prüfung gestellt: Aus drei
Trinkgefäßen müssen sie das wählen, das dem Gott
Eisas geweiht ist. Für Matt kein Problem: Er greift sich den
Trinkbecher mit dem Symbol der NASA heraus. Nachdem auch die zweite
Prüfung bestanden ist - der Name "Shuttle" war gefragt - werden
die drei als Gesandte Eisas verehrt. Und so, wie es die Prophezeiung
vorausgesagt hat, findet das Trio das Gefährt des Gottes. Tief
im Innern der ehemaligen Forschungsanlagen befindet sich ein
vakuumgeschütztes Gebäude, in dem sich der Prototyp eines
neuen Shuttles befindet, das 2016 starten sollte. Doch nicht nur das:
Als David die Kommandozentrale in Gang setzt, erhält er ein Bild
von der ISS - ein aktuelles Bild. Nach rund 500 Jahren ist die
Raumstation also noch in Betrieb. Man beschließt, Rorke
zurückzulassen, während Matt und David nach Washington
zurückkehren sollen.
Es gibt Folgen bei Akte X, die als "Monster-der-Woche"-Episoden
bezeichnet werden. Irgendwie bin ich dafür, diesen Begriff
für diesen Roman anzuwenden. Warum? Nun, Matt und David werden
von Hymes auf eine Mission losgeschickt. Nach etlichen Irrungen und
Wirrungen erreichen sie dann das gewünschte Ziel und kehren -
vermutlich - mit einem Liedchen auf den Lippen heim. Bis auf die
Tatsache, daß ein wahrscheinlich funktionierendes Shuttle
gefunden wurde und die ISS tatsächlich noch in Betrieb ist,
erfährt man hier doch nicht allzuviel Neues.
Zugegeben, die Pales sind eine nette Idee - von denen wird man
bestimmt noch einiges hören, man kennt ja die Autoren ;-) - und
auch die Sumpfviecher sind recht originell. Wobei ich mich frage,
warum man in Sümpfen immer Biester mit Tentakeln findet. Braucht
man die, um als ordentliches Ungeheuer im Wasser überleben zu
können? ;-) Vermutlich bin ich der Einzige, der beim Lesen
dieser Szene an Sindbad den Seefahrer gedacht hat. Da gibt's ja auch
eine Insel, die sich nach dem Betreten als ein Ungeheuer
herausstellt. Aber da bin ich bestimmt der Einzige. Bestimmt. ;-)
Da fällt dann das letzte Drittel des Romans doch etwas ab. Die
Söhne des Himmels sind halt mal wieder ein exotisches Volk mit
exotischen Riten. Hatten wir schon öfters in der Serie. Und die
Verehrung von Überbleibseln der alten Zivilisation ist auch kein
neues Element. Das ließe ich mir ja noch gefallen, wenn MJP
hier in der Lage wäre, das Volk so richtig lebendig wirken zu
lassen. Doch irgendwie sind mir die Überbleibsel der ehemaligen
Canaveral-Crew zu farblos. A propos Charaktere: Auch Matt und David
wirken in diesem Roman wieder wie lebendige Puppen. Sie agieren zwar,
aber MJP gelingt es nicht, sich den Figuren zu nähern. Es bleibt
alles an der Oberfläche.
Ich erinnere mich an eine Aussage, daß ab Band 50 mehr SF in
die Serie einfließen soll. Nach diesem Band zu schließen,
wird dabei die ISS wohl eine tragende Rolle spielen. Aber schaun mer
ma.
Fazit:
Im Gegensatz zum letzten Zweiteiler ist dieser Roman etwas einfacher
gestrickt. Was nicht unbedingt etwas Schlechtes heißen
muß - wäre da nicht die farblose Darstellung von Matt und
David. Die Handlung überrascht erst gegen Ende. Vorher ahnt man
schon halbwegs, was auf einen zukommt. Ein solider Roman ohne
sonderliche Höhen.
7 Punkte