Die
Besatzung der SOL macht sich daran, das Rätsel um den Planeten
Clurmertakh zu lösen, auf dem der Ritter Mohodeh Kascha seit
mehr als dreizehn Jahren verschollen ist. Von Kascha erhofft sich
Atlan weitere Auskünfte über Thoregon.
In der Kruste Clurmertakhs steckt eine etwa 36 Kilometer
durchmessende Kugel, von der rund zwei Drittel in die Oberfläche
eingebettet sind. Sämtliche Daten dieses Gebildes weisen die
Charakteristika eines anderen Universums auf. Die Kugel scheint der
Ursprung der hyperphysikalischen Phänomene zu sein, die den
ganzen Raumsektor heimsuchen. Rund 180 Kilometer von der "Dunklen
Null", wie das Gebilde von den Dommrathern genannt wird, haben die
Ritter von Dommrath eine Forschungsstation eingerichtet. Doch die
Dunkle Null entzieht sich allen Versuchen, ihre Natur zu
ergründen.
Ein Leichter Kreuzer der SOL landet in der Nähe der
Forschungsstation. Während des Fluges gerät das Schiff in
erhebliche Schwierigkeiten, denn je mehr man sich der Dunklen Null
nähert, desto häufiger fallen die auf Hyperbasis
arbeitenden Aggregate aus. Daher ist es auch nicht möglich, die
Null direkt anzufliegen. Gespräche mit der Besatzung der
Forschungsstation bringen keine neuen Erkenntnisse.
Atlan, Dao-LinH'ay, Myles Kantor, Icho Tolot, Mondra Diamond und die
beiden Monochrom-Mutanten Startac Schroeder und Trim Marath machen
sich in speziell angefertigten Überlebens-Anzügen auf den
Weg zur Dunklen Null. Ihr erstes Ziel ist die ATHA'KIMB, das Schiff
Mohodeh Kaschas, dem es seinerzeit gelungen war, sich dem seltsamen
Gebilde auf etwa zwanzig Kilometer anzunähern. Icho Tolot
schleppt zusätzliche Ausrüstung.
Im Lauf ihres Marsches zeigt sich bei den Expeditionsteilnehmern
immer stärkere Desorientierung, von der selbst der Haluter nicht
verschont bleibt. Sandstürme machen Atlan und seinen Begleitern
zusätzlich schwer zu schaffen. Zunächst kommt man mit Hilfe
der Anzug-Flugaggregate noch rasch vorwärts, doch diese fallen
immer häufiger aus, so daß man schließlich zu
Fuß marschieren muß.
Es gelingt Trim Marath, Kontakt zu seltsamen Lebewesen aufzunehmen,
die in der Umgebung der Null zu leben scheinen. Eines dieser Wesen,
die von den Dommrathern "Favvintas" genannt werden, weist dem
Mutanten den Weg zum Ritterschiff.
Dort sind alle Aggregate ausgefallen. Die Besatzung wartet
unerschütterlich auf Mohodeh Kaschas Rückkehr. Der Ritter
verfolgte seit Irismeet offenbar einen Unbekannten. Die Besatzung der
ATHA'KIMB glaubt, daß sich beide in die Dunkle Null begeben
haben.
Während des weiteren Marsches verstärkt sich die
Desorientierung der Expeditionsteilnehmer und macht bald ein
gezieltes Vorwärtskommen unmöglich. Es gelingt Trim Marath
erneut, mit einem der Favvintas in Kontakt zu kommen, indem er das
Wesen mit einem Multivitamin-Riegel anlockt. Die Favvintas erweisen
sich als intelligent. Sie sind in der Lage, zwischen verschiedenen
Dimensionen zu wechseln und somit die von der Null ausgehenden
Störfronten weitgehend zu neutralisieren. Im Austausch gegen
eine größere Zahl von Multivitamin-Riegel bringen sie
Atlan und seine Gruppe an den Rand der Dunklen Null.
Ein Eindringen in das Innere erweist sich zunächst als
unmöglich. Dafür kann sich die Gruppe von den Strapazen
erholen, denn in unmittelbarer Nähe der Kugelwand treten
keinerlei Fremdeinflüsse mehr auf.
Startac Schroeder fehlt. Trim Marath vermutet, daß er in das
Innere der Null teleportiert ist.
Rainer Castor hat einen großen Teil dieses Romans aus der Sicht
des Wissenschaftlers Myles Kantor geschrieben. Der Autor versicherte
auf dem PR-Con in Garching, daß er nur schwer der Versuchung
widerstanden habe, aus diesem Band einen Atlan-Roman zu machen,
obwohl sich das förmlich angeboten habe.
Rainer Castor hat sich die Wahl der Hauptperson demnach gut
überlegt, und das macht einen großen Teil der Klasse des
Romans aus. Wie oft wurde in der Vergangenheit kritisiert, Kantor sei
blaß und ohne Format. "Myles Kantor ist ja so
zurückhaltend und fällt nicht auf. Er ist blaß"
(Seite 5). Dieser Roman ist eine Art Antwort auf die Leserkritiken,
und sie ist gut gelungen. Rainer Castor ist bei vielen Lesern wegen
seiner Technik-Einschübe beliebt, bei anderen eben deshalb
berüchtigt. Die Schilderung der Ereignisse aus der Sicht eines
Wissenschaftlers ist ein guter Kniff: Da fallen diese
Technik-Einschübe nicht negativ auf - die Kritiker haben nichts
zu meckern (und dem Rezensenten hat es ebenfalls gefallen). So lassen
sich auch ausgedehnte Theoretisierungen über die fiktiven
Grundlagen terranischer Hypertechnik problemlos unterbringen, ohne
daß man sie als fehl am Platz ansieht. Außerdem stellt
der Autor dankenswerterweise wieder einmal einen der kaum beachteten
Zellaktivatorträger in den Mittelpunkt.
Erwähnenswert ist auch die exakte Überleitung zwischen dem
Vorgängerband und diesem Roman. Gespräche werden im
Wortlaut aus anderer Perspektive widergegeben. Dem Internet sei Dank;
derartige Abstimmungen klappen wohl nur per E-Mail so
präzise.
Zudem bereichert der Autor den Roman durch eine Parade vieler
präzise gezeichneter Haupt- und Nebenpersonen mit ihren
Marotten: Tonko Kerzner, Ertruser und zuständig für den
Bereich Außenoperationen, gleichzeitig
Süßigkeitenliebhaber, taucht ebenso in einer Passage auf
wie der faule und träge Steph Nieland. Derartige Abschnitte
kommen bei anderen Autoren oft zu kurz. Hier sieht man, daß die
Serie trotz umfangreicher werdender Exposés noch genug Raum
für kurze Auftritte von Nebenfiguren bietet, und ein Roman wirkt
oft dadurch erst lebendig.
Rainer Castor greift aber noch andere Dinge auf, die oft angesprochen
wurden, so z. B. "Die Schiffsführung nutzt das Potential der
Beiboote viel zu wenig" (Seite 10), oder auch die eher negative
Einschätzung der Mondra Diamond: "Die Verkannte, die
Hysterische, die Nervensäge - ich zeig's euch allen! Ihr werdet
mich noch kennenlernen!" (Seite 30).
Die Story als solche kann sich ebenfalls sehen lassen. Da hat man mit
der SOL ein riesiges Raumschiff, aber letztlich bleibt Atlan nichts
anderes übrig, als einen kleinen Trupp zu Fuß
loszuschicken. Derartige Unternehmungen waren oft das Salz in der
Suppe. Die technischen Probleme in der Umgebung der Dunklen Null
werden sehr schön beschrieben.
Auch wenn man nicht viel über die Dunkle Null erfährt und
der Roman keine wirklich "große" Story bietet - das Ergebnis
kann sich sehen lassen. Und was ist die Dunkle Null wirklich? Man
darf gespannt sein, wie es weitergeht.
Fazit:
Ein guter Roman mit viel Detailreichtum und schönen
Charakteren.
12 Punkte
|
Die "Dunkle Null" - ab nächster Woche wohl auch
unter dem Namen "ZENTAPHER" bekannt - gibt dem Leser
reichlich Rätsel auf, die Rainer Castor in seinem Roman
natürlich nicht zu lösen bereit ist. Statt dessen
kämpft man sich in bester Einsatzteam-Manier zum
Mittelpunkt des Unbekannten vor und nimmt dabei die Hilfe
seltsamer Wesen in Anspruch, die diesen Weg mittels
Sprüngen durch diverse Universen ermöglichen. |
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Dieser Roman zeichnet sich eindeutig durch eine gute und
eine schlechte Seite aus: Einmal ist da Myles Kantor; zum
anderen ist da die mehr oder wenige sinnlose Rumspringerei
gegen Ende. |
Co-Rezensenten zu den PR-Romanen gesuchtDa Alexander Haas nur noch vereinzelte Rezensionen zu den Perry Rhodan-Romanen schreiben wird, sind wir wieder auf der Suche nach Verstärkung für das Rezensententeam. Wenn Du dich also dazu berufen fühlst, die laufende Handlung zu kommentieren, schreib einfach eine E-Mail an Winy. |