Professor Zamorra

Band 704: "Vampir-Zyklopen"

Autor: Roger Clement

In einem abgelegenen Gebiet auf Korsika stößt eine Forschergruppe unter Professor Aurillac in ein lange von der Außenwelt abgeschottetes Höhlensystem vor. Dabei wird der Großteil der Menschen Opfer des Volkes der Vampir-Zyklopen unter ihrem König Taaruk.
Nur Aurillac und die Studentin Denise Mercier überleben das Massaker und kehren wohlbehalten an die Erdoberfläche zurück. Der Professor erinnert sich an einen Kollegen von der Sorbonne - an Professor Zamorra und sein Fachgebiet.
Nach einem Besuch im Chateau Montagne kehren der Dämonenjäger und seine Lebensgefährtin Nicole Duval sowie Aurillac und Mercier nach Korsika zurück, wo die Opfer des Anschlags sich zwischenzeitlich zu Vampiren verwandelt haben und das nahe dem Eingang zum Höhlensystem liegende Dorf Noretto angreifen. Widerstand leisten der Priester des Dorfes und eine alte, als Kräuterhexe bekannte Frau, die auch einigen Vampiren mit einer Schlinge den Kopf abreißen kann.
Denise Mercier gerät unter den Bann von Taaruk, der ihr eine Maschinenpistole übergibt, mit der sie den Dämonenjäger töten soll.
Die Maschinenpistole stammt von einem Legionär, dessen Einheit Taaruk aufgerieben hat, was in der Kommandozentrale dazu führt, daß der diensthabende Offizier Papiere mit Sonderbefehlen öffnet.
Da die Legionäre in einem Manöver waren, enthält die Maschinenpistole nur Übungsmunition, so daß sich die Gefahr für Zamorra und Nicole in Grenzen hält.
Die beiden überlassen Denise der Obhut der Nachwuchs-Dämonenjäger und machen sich mit Professor Aurillac zur Grotte auf. In dieser werden sie von einer Horde Vampir-Zyklopen angegriffen, Aurillac stirbt bei dem Kampf. Zamorra und Nicole ziehen sich zurück; die Leiche des Toten wird vor dem Höhleneingang in ein provisorisches Grab gebettet.
Mitnehmen können sie den Leichnam nämlich nicht, denn auf dem Rücksitz brauchen sie Platz für Denise, die ihnen auf dem Weg ins Dorf entgegenkommt, völlig aufgebracht ist und vor Schock stirbt.
Mit der Toten auf der Rückbank kehrt man ins Dorf zurück, das zwischenzeitlich von den Vampir-Zyklopen übernommen wurde und deren Bewohner allesamt Vampire sind, einschließlich des Priesters und der Alten.
Es sieht schlecht für die beiden aus, als Hilfe aus der Zukunft naht: der befehlshabende Offizier der Legionäre hat die Sondereinheit der Marines gerufen; die SAVE-Einheit rückt mit dem VAV an, an Bord Lieutnant Sabinsky und PFC Matsumoto. Für kurze Zeit können die beiden unter den Vampiren aufräumen, dann wird ihr Fluggerät getroffen.
Doch erneut naht Hilfe, diesmal in Form von den Seelen der Druiden, die einst die Vampir-Zyklopen bannten und die die auf Korsika stehenden Steinfiguren mit Leben erfüllen. Tausende dieser Steinfiguren sind den Hunderten von Vampir-Zyklopen natürlich überlegen.
Taaruk wird von MERLINS STERN vernichtet, und um sicherzugehen, daß auch der letzte Vampir-Zyklop tot ist, flutet man das 30 Quadratmeilen große Höhlensystem mit dem an Bord des VAV befindlichen Weihwassers...

Ich gebe zu, ich habe damals Martin Barkawitz bei "Die Haut des Vampirs" gelobt. Ich gebe zu, erst vor kurzem verkündet zu haben, daß er, wie jeder Autor auch, Zeit braucht, um sich in die Serie einzufügen. Ich möchte auch nicht abstreiten, daß die eine oder andere Szene in diesem Band gelungen ist (z.B. als die Einheit der Legionäre auf den Vampir-Zyklopen trifft). Aber:

Mein Problem ist, daß ich beim Lesen eines Romans die Situation vor Augen habe.
Tausende von Steinfiguren gegen Hunderte von Vampir-Zyklopen? Die Hunderte von Jahren (oder Tausende?) in einem 30 Quadratkilometer großen Höhlensystem gefangen waren (ohne Nahrung? Kannibalische Neigungen?). Allein die Vorstellung, daß die Grotten anschließend mit dem Weihwasser geflutet werden...).
Ein MERLINS STERN, der in Barkawitz' Romanen immer noch die ultimative Superwaffe ist?
Das Eingreifen der SAVE-Einheit - vor allem das Auftreten - kam mir diesmal im Vergleich zum Band 691 bei weitem überzogen vor, das hatte mehr karikaturistische als humorvolle Züge.
Ich hätte nichts gegen actionorientierte, einfach gestrickte Romane. Aber dies geht mir persönlich in eine Richtung, der ich absolut nichts abgewinnen kann.

Schonzeit vorbei.
Mangelhaft.

 Guido Latz

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