(Die Taermon-Trilogie)
D 2001
(611 Seiten, Hardcover, Basilisk-Verlag, ISBN 3-935706-00-6,
DM 39,80)
www.basilisk-verlag.de
- erschienen: Mai 2001 -
1.
Buch
Gefährliche Pfade
Terence tel'Ana, ein einfacher Dekadept, bewacht eines Morgens
das Weltensiegel in der Nähe seiner Heimatstadt Palinor. Audria,
die Welt, in der Terence lebt, war vor Urzeiten durch den Äther
über die Weltensiegel mit anderen Welten verbunden. Einst hat
der Kadept Banesh Karrek dieses Welten bereist und dem Gott Graecel
das Taermon entwendet - ein goldener Stirnreif mit unbegrenzter
Macht. Doch Banesh Karrek ist schon seit Urzeiten verschwunden.
An diesem Morgen, als Terence zusammen mit anderen Dekadepten das
Weltensiegel bewacht, bricht das Siegel zusammen, und selbst der
Zauberspruch, den die Kadepten den Dekadepten gelehrt haben, kann
nicht verhindern, daß das Siegel zerbricht. Damit können
die Chaosgötter nach Audria gelangen.
Zu allem Übel hat sich auch noch das Oberhaupt des Ordens der
Dekadepten, Chugg'ard, den Chaosgöttern gewidmet. Und er besitzt
das Taermon. Audria scheint verloren. Jetzt bleibt nur noch eine
Möglichkeit - Crispin, ein Magier, spricht einen mächtigen
Zeitzauber aus. Nur Crispin selbst soll sich dann an die Geschehene
erinnern und verhindern, daß Chugg'ard das Taermon findet. Das
funktioniert aber nicht - stattdessen ist es Terence, der sich an die
Ereignisse erinnert. Zusammen mit dem Elfen Aaron, dem Hauptmann
Ryan, dem Zauberer Crispin und dem Zwerg Brolin macht er sich auf den
Weg, um das Taermon vor Chugg'ard in die Hände zu
bekommen...
2. Buch
Das Orakel der Könige
Fast wäre es den Gefährten gelungen, das Taermon in
ihre Hände zu bekommen, doch Sulemann vom Handelshaus der
Goldenen Sule, der dem Prinzen Xeldek unterstellt ist, war schneller.
Den Gefährten bleibt nun eine Reise in die Grenzländer
nicht erspart. Zusammen mit dem ehemaligen Gastwirt Ludger wird
Terence von seinen Gefährten getrennt - und während die
anderen in eine Falle Sulemanns tappen, können Terence und
Ludger unerkannt an Bord von Sulemanns lebendigem Luftschiff
gelangen. Das Ziel der Fahrt ist das Orakel der Könige. Der Ort,
an dem sich alles entscheiden wird...
3. Buch
Der Stein der Weissagung
Terence, der mittlerweile zum Hüter des Taermons ernannt
worden ist, hat Audria zwar vor Chugg'ard und Sulemann gerettet, doch
der Chaosgott selbst tritt auf den Plan. Er versetzt Palindor in eine
andere Realität, und selbst Terence kann mit dem Taermon nichts
gegen den Chaosgott ausrichten. Erst Banesh Karrek vermag Terence
einen Tip zu geben: Der Erlkönig, ein Gott, der sich von den
Völkern zurückgezogen hat, vermag als Einziger zu helfen.
Terence macht sich zusammen mit Aaron auf den Weg. Doch der Preis,
den der Erlkönig fordert, ist hart: Terence soll einen Teil
seiner Seele aufgeben, um in den Besitz der Blutperle zu gelangen.
Zusammen mit dem Taermon macht sich Terence in die letzte Schlacht
auf...
Warum diese Rezension gleich drei Inhaltsangaben besitzt? Nun, ganz
einfach: Wie der Untertitel schon sagt, sind in diesem Roman gleich
drei Bücher zu einem Band zusammengefaßt. (* Woran der
Herausgeber des Flash auch nicht ganz unschuldig ist, hat er sich
doch breitestens im Circle of Fantasy-Forum darüber ausgelassen,
was er von Buchteilungen hält - und diese Alternative zu drei
einzelnen Romanen finde ich immer noch wesentlich besser und für
den Leser angenehmer (wenn ich mir dagegen die aktuelle
Veröffentlichungspolitik Heynes in Sachen Guy Gavriel Kay
ansehe, graust es mir schon wieder...) Winy)
Patrick J. Grieser hat in seiner Taermon-Trilogie versucht, sich der
epischen High-Fantasy zu nähern. Mehr als eine Annäherung
ist ihm leider auch nicht gelungen.
Das Konzept des Äthers und der Weltensiegel ist schon
ungewöhnlich, und der Ansatz der Geschichte verspricht dem Leser
auch Spannung und Abenteuer. Auch das Ende entspricht nicht den
Lesererwartungen; schließlich ist Audria gerettet, aber Terence
selbst - nun, der Rezensent möchte an dieser Stelle nicht zuviel
verraten.
Ansonsten setzt Grieser dem Fantasy-Leser sehr gewöhnliche Kost
vor: Wir haben mal wieder eine Gefährtengruppe - bestehend aus
den üblichen Rassen, die der Leser ja allmählich zur
Genüge kennt. Ein mächtiges Artefakt muß gefunden
werden, und natürlich fehlt auch der allgegenwärtige
Bösewicht nicht. Seien wir ehrlich: Das ist nicht besonders
originell.
Vor allem den Personen, die die Geschichte tragen sollen, fehlt es
einfach an Persönlichkeit. Wir haben hier den typischen Zwerg,
den typischen Elfen und den typischen Zauberer - sie entsprechen ganz
genau den üblichen Vorstellungen und zeichnen sich in keiner
Weise irgendwie aus. Selbst Terence, dem unfreiwilligen Helden,
gelingt es nicht, den Leser irgendwie anzusprechen.
Dazu kommt noch der Stil des Autors. Nach wenigen Seiten befällt
einen unfreiwillig ein Gähnen, und man hofft, der Autor komme
endlich mal zum Punkt. Es fehlt einfach die Atmosphäre. Nicht
jedermann vermag die Wüstenatmosphäre eines Herbert
darzustellen, das ist klar, aber mehr als die übliche
Darstellung einer sandigen Fläche sollte es doch schon sein.
Die graphische Gestaltung des Romans jedoch verdient eine
Anerkennung. Man findet natürlich die üblichen Karten, aber
schon beim Betrachten der Landschaften merkt man, daß hier ein
exzellenter Künstler am Werk war. Und die Innenillustrationen,
meist die Protagonisten, sind wirklich wunderschön. Vor allem
Morgresh, der Drache, ist exzellent dargestellt.
Was den Rezensenten jedoch verwundert, sind die vielen Absätze
auf einer Seite. Es kommt vor, daß nach vier, fünf
Sätzen ein Absatz erfolgt, wo eigentlich keiner erforderlich
ist. Den zusätzlichen Platz hätte man gar nicht gebraucht,
so hätte man vielleicht knapp 500 Seiten anstatt von 611
gebraucht. Nun ja - vielleicht ist das ein Stilmittel des Autors.
Dennoch, merkwürdig ist es schon.
Fazit:
Griesers Erstlingswerk vermag nicht so ganz zu überzeugen. Der
Ansatz der Geschichte ist interessant, die Ausführung jedoch
läßt zu wünschen übrig.
Erwähnenswert ist die Ausstattung des Romans - die
Innenillustrationen und die fantasyüblichen Karten sind eine
wahre Augenweide.
3 Punkte