D 2001
(224 Seiten, Hardcover, Moewig, ISBN 3-8118-7511-6, DM 16,80)
- erschienen: Juni 2001 -
Zum
Inhalt:
Bereits nach 21 Jahren Tiefschlaf wird Atlan in seiner Station auf
Traversan von Riaal geweckt, die ihm mitteilt, daß Tamarena aus
ihrem Koma erwacht sei. Natürlich will Atlan die Frau sehen, die
er liebt und von der er annahm, daß er sie nie weidersehen
würde. Doch die Audienz bei Irakhem (Tamarenas Bruder und
inzwischen Nert von Traversan) verläuft nicht so wie gedacht.
Dieser beschuldigt Atlan, die Schuld an Tamarenas Schicksal zu
tragen. Zwar kann Riaal ihn beruhigen, aber der Nert wirkt weiter
unterkühlt. Doch er teilt ihnen mit, daß Tamarena kurz
nach ihrem Aufwachen verschwunden sei.
Atlan versucht natürlich, Tamarena zu finden, wobei ihm Riaal
hilft. Sie ist es auch, die schließlich einen Hinweis entdeckt,
daß Tamarena sich in Richtung Schemmenstern abgesetzt haben
könnte. Atlan kennt das System mit den 268 Orbitalstädten
bereits aus früherer Zeit, denn hier hat er als Edler "Altao da
Camlo" versucht, sich einer Delegation anzuschließen, die das
Arkon-System besucht hat.
Im Schemmenstern-System herrscht weiterhin Tato Rupiak, der jedoch
durch Atlans Intervention von 21 Jahren jedoch seine Ansichten
geändert hat und nun für mehr Gerechtigkeit unten den
Bürgern eintritt. So haben sich hier dann auch viele politisch
Verfolgte des Tai Ark'Tussan angesammelt, was Imperator Reomir X.
langsam ein Dorn im Auge ist. Als Atlan im Schemmenstern-System
eintrifft, deutet sich an, daß ein Eingreifen der arkonidischen
Truppen kurz bevorsteht...
Frank Borsch, der bereits zum 12bändigen TRAVERSAN-Zyklus einen
Roman beisteuerte, hat mit "Fluchtpunkt Schemmenstern" eine direkte
Fortsetzung des Zyklus geschrieben, die den Arkoniden statt der
erwarteten 10.000 Jahren bereits nach 21 Jahren wieder aus der
Station auf Traversan erweckt.
Dem Autor ist hierbei eine ziemlich interessante und spannenden
Fortsetzung des Mini-Zyklus' gelungen, die an die Qualität der
12 Hefte problemlos anzuschließen in der Lage ist. Dabei ist es
durchaus vorteilhaft, den Zyklus zu kennen, auch wenn dies nicht
direkt Bedingung ist, um den Roman zu verstehen. Doch wer die Hefte
gelesen hat, findet sich zumindest in einem vertrauten Universum mit
vertrauten Charakteren wieder, über deren weiteres Schicksal man
hier lesen kann.
Und die sich dabei entwickelnde Geschichte hat es in sich. Atlan auf
der Suche nach seiner geliebten Tamarena, die er für immer im
Koma glaubte, und dies vor dem Hintergrund des bevorstehenden
Angriffs auf die Orbitalstädte des Schemmenstern-Systems. Der
alte Arkonide wird von Frank Borsch dabei durchaus angemessen
charakterisiert, auch wenn seine Zerrissenheit, seine Zweifel
manchmal auch ein wenig stärker hätten hervortreten
können.
Der Unither Lathir schwankt dafür zwischen einer komischen und
einer tragischen Rolle. Diese Figur macht im vorliegenden Roman fast
mehr Spaß als der alte Arkonide selber, wobei die kleine
Unither-Kolonie insgesamt aber auch recht sympathisch daherkommt.
Natürlich fehlen ihnen in Bezug zu den Unithern der "Jetztzeit"
rund 10.000 Jahre Entwicklung, aber das Bild, das Borsch hier von den
"Früh-Unithern" zeichnet, ist stimmig. In dieser Form darf der
Autor gerne noch weitere Romane zum Traversan-Themenkomplex
abliefern. Ihm ist hier zwar sicherlich kein Meisterwerk gelungen,
jedoch ein solider Unterhaltungsroman, der dem Leser Spaß macht
und Neugierde auf folgendes weckt.
Daß es noch weitere Romane aus der zweiten
10.000-Jahre-Tiefschlafphase Atlans geben wird, dürfte wohl
sicher sein. Auch den Charakteren des Traversan-Zyklus werden wir
wohl nicht zum letzten Mal begegnet sein. Immerhin endet der Roman
nicht damit, daß sich Atlan wieder in seine Kuppel
begibt...
Fazit:
Ein solider Nachschlag zum Traversan-Zyklus, der einige
Handlungsfäden ein wenig weiter beleuchtet. Die Kenntnis der 12
Hefte ist zwar keine Bedingung, doch hat man mit ihr sicherlich mehr
Spaß an diesem Werk. Für Fans des alten Arkoniden ist
dieser Roman sowieso ein Muß.
11 Punkte.